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Büchershop

Buchtipp der Woche

Ein Buch, das Krankenhäusern Antwort gibt

Band 7

Beeinflussen gut aufbereitete Qualitätsinformationen von Krankenhäusern die Patientenströme? Wie groß ist das Ausmaß regionaler Unterschiede von “vermeidbaren Todesfällen”? Warten gesetzlich versicherte Patienten länger auf einen Behandlungstermin als privat versicherte Patienten und sind diese finanziell lohnender?

Die besonders erfolgreiche Schriftenreihe “Gesundheitswirtschaft”, die von Prof. Dr. Wilfried von Eiff herausgebracht wird, hat ihren 7. Band auf den Markt gebracht. Unter dem Titel “Effizienzreserven, Wettbewerbspotenziale und Selektionsaktiviäten im deutschen Gesundheitswesen” berichtet das Buch über neue empirische Ergebnisse.

Das Buch kann über kma Medien im Thieme-Verlag unter www.kma-medien.de zum Preis von 37,-- Euro (inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten) bestellt werden.

 

Politik

Gesundheitsministerin

Ulla Schmidt gegen Verbot der Krankenhausfusion

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hat sich laut einer Meldung von HNA.de (14.7.) gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts ausgesprochen, das eine Übernahme der Krankenhäuser in Witzenhausen und Eschwege durch die Gesundheitsholding Nordhessen untersagt hatte. "Gesundheitspolitik zu betreiben, funktioniert nicht nach rein marktwirtschaftlichen Kriterien", machte Schmidt laut einer Pressemitteilung des SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Roth deutlich.

 

Szenario

Kassenärzte warnen vor Gesundheitschaos

Auf die Patienten können nach Einschätzung der Kassenärzte undurchschaubare Verhältnisse in der gesetzlichen Krankenversicherung zukommen. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, warnte vor Tarif-Wirrwarr und großen Versorgungslücken. Alles könnte viel komplizierter werden, sagte er am Montag in Berlin. “Und in vielen Fällen auch teurer.” Zwei Jahre nach der Gesundheitsreform untermauerte Köhler mit dem düsteren Szenario Forderungen nach einer kompletten Neuordnung bei den Ärzten. Bei der Bundesregierung und den Kassen biss die KBV damit auf Granit. Die rund 137 500 Mediziner drohen laut KBV immer öfter von Anweisungen von Kapitalgesellschaften abhängig zu werden. Deren Einfluss auf Medizinische Versorgungszentren (MVZ) müsse gesetzlich begrenzt werden. “Medizinische Entscheidungen müssen Vorrang haben vor den ökonomischen Interessen von Kapitalgebern.” Von den rund 1260 MVZ mit mehreren Ärzten unter einem Dach sei rund ein Drittel mit Beteiligung von Kapitalunternehmen gegründet worden. Die Forderung nach einem Erhalt der Freiberuflichkeit erhält Brisanz wegen eines Wandels bei den Ärzten selbst. Anders als früher wollten sich viele junge Ärzte zunächst lieber anstellen lassen, als selbst eine Praxis zu gründen, sagte Köhler. Hier gebe es ein “dramatisches Wachstum”. So können Frauen als Angestellte besser Familie und Beruf unter einen Hut bringen. Noch arbeiten rund 5800 Ärzte in MVZ. Köhler warnte vor einem Ende der bundesweit einheitlichen Medizinversorgung.

Hintergrund ist, dass alle Kassen Hausarztprogramme anbieten müssen. In der Regel geschieht das auf Basis von Verträgen mit dem Hausärzteverband und somit an den früheren Monopolisten, den Kassenärztlichen Vereinigungen, vorbei. Derzeit laufen dafür bundesweit Schiedsverfahren zwischen einzelnen Kassen und Hausärzten. Versicherte müssen sich extra für Hausarztprogramme entscheiden, die je Kasse anders gestaltet sein können. Köhler forderte stattdessen bundeseinheitliche Angebote. Versicherte sollten einen Tarif wählen können, bei dem sie gegen Wegfall der Praxisgebühr nur mit Überweisung zum Facharzt gehen können. Bei einem anderen Tarif sollten sie den Arzt selbst bezahlen und sich das Geld wie bei den Privatversicherten dann von der Kasse zurückfordern. Nur ein halbes Jahr nach dem Start der umstrittenen Ärzte- Honorarreform forderte Köhler eine neue Reform. Pauschalen sollten wieder abgeschafft und durch eine Bezahlung der einzelnen Leistungen ersetzt werden. “Wir sehen keine finanziellen Mehrforderungen damit verbunden”, versicherte Köhler. Gute Leistung solle besser entlohnt werden, auch Abschläge bei Qualitätsmängeln schloss Köhler nicht aus. Der Sprecher von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SDP), Klaus Vater, nannte Köhlers Äußerungen eine Kapitulations-Erklärung. “Offenbar hat er den Boden unter den Füßen und das Gehör der Ärzte verloren.” Die Versorgung der Kranken funktioniere sehr gut. “Die Ärzteschaft hat es selbst in der Hand, für mehr Qualität zu sorgen.” Das Honorar für die Kassenärzte sei gestiegen. “Weit über 31 Milliarden Euro fließen an die niedergelassenen Ärzte”, sagte Vater. “Jetzt schon wieder etwas Neues zu fordern ist ein schlechter Witz.” Auch die Kassen reagierten mit Unverständnis: “Schon wieder eine Honorarreform?”, fragte der Kassen-Spitzenverband. Die Verbandschefin Doris Pfeiffer warnte vor Versuchen, “den Versicherten mehr Geld aus der Tasche zu ziehen”. Der Deutsche Hausärzteverband kritisierte in der “Frankfurter Rundschau”, die Hausärzte würden von den Kassenärztlichen Vereinigungen und Ärztekammern “permanent benachteiligt”.

 

Reform nach Reform

Kassenärzte fordern neue Honorarreform

Die Kassenärzte wollen die umstrittene Honorarreform nach der Bundestagswahl wieder aufschnüren. "Wir wollen keine Pauschalen mehr in der Ärztevergütung", sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler, der "Financial Times Deutschland". Die Pauschalvergütungen führten dazu, dass die Ärzte ihre Leistungen für die Patienten einschränkten.

 

Schuldzuweisung

Selbstverwaltung mitverantwortlich für Mangel

Der Chef des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, hat die ärztliche Selbstverwaltung mitverantwortlich für den drohenden Mangel an Hausärzten gemacht. Die Hausärzte würden von den Kassenärztlichen Vereinigungen und Ärztekammern gegenüber den Fachärzten "permanent benachteiligt" und als Störenfriede angesehen, sagte Weigeldt der "Frankfurter Rundschau". Bei den Studenten habe es sich herumgesprochen, "dass es lukrativer ist, sich als Facharzt niederzulassen". Deshalb fehle nun bei den Hausärzten der Nachwuchs. Der Hausärztechef forderte eine Reform des Medizinstudiums. Die Ausbildung an den Universitäten blende das Fach Allgemeinmedizin weitgehend aus. Mit weniger Bürokratie und "vernünftigem Honorar" könne der Beruf Hausarzt attraktiver gemacht werden.

 

Wahlkampf

Schmidt greift Kassen an - Keine Zusatzbeiträge

Im Streit um drohende Finanzlöcher der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) den Kassenverband scharf angegriffen. "Der Spitzenverband der GKV müsste doch die gesetzliche Krankenversicherung als hohes Gut des Sozialstaates in unserem Land verteidigen, aber er redet sie schlecht", sagte Schmidt der "Welt". GKV-Sprecher Florian Lanz erklärte im Gegenzug in Berlin: "Wir werden uns von wahlkampfbedingten Aufgeregtheiten nicht von unserer sachlichen, am Wohl der gesetzlichen Krankenversicherung orientierten Arbeit ablenken lassen."

 

Ärztereise Schmidt

Ärzte sollen von Dorf zu Dorf ziehen

Im Kampf gegen Ärztemangel auf dem Land will Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), dass Ärzte tageweise von Dorf zu Dorf ziehen. Bereits von Januar 2010 an bekämen Ärzte in unterversorgten Regionen Zuschläge, sagte sie der "Welt". "Eine Möglichkeit wären auch Medizinische Versorgungszentren mit angegliederten Praxen in abgelegenen Dörfern", sagte Schmidt. "Das könnte so laufen: An jedem Tag der Woche kommt ein anderer Arzt, am Montag der Internist, Dienstag der Augenarzt und Donnerstag der Orthopäde."

 

Umfrage

Schlechte Noten für Gesundheitsfonds

Trotz allen Werbens der Bundesregierung für den Gesundheitsfonds sehen nur vier Prozent der Bundesbürger für sich dadurch Vorteile. Fast ein Drittel fürchtet mehr Nachteile, wie aus einer repräsentativen Emnid-Umfrage des Magazins "Focus" hervorgeht. Für Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) bringt der Fonds dagegen steigenden Wettbewerb zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und damit Vorteile für die Versicherten. Sie verknüpft damit auch die Erwartung, dass die Kassen wegen des einheitlichen Beitragssatzes verstärkt durch Service und Angebote punkten. Der Vorstandschef der Krankenkasse KKH-Allianz, Ingo Kailuweit, hält die Zukunft des Gesundheitsfonds nach der Bundestagswahl für fraglich. "Es gibt keine Signale der Parteien, dass es so bleiben muss", sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hannover. Auf die Frage, wie die steigenden Gesundheitskosten gedeckt werden sollen, plädieren in der Emnid-Umfrage 63 Prozent der Befragten für eine Aufhebung der Trennung zwischen privater und gesetzlicher Versicherung. 48 Prozent sind für höhere Steuerzuschüsse, 24 Prozent für höhere Krankenkassenbeiträge.

 

Wackelpeter

Gesundheitsfonds wackelt nach Wahl

Der Vorstandschef der Krankenkasse KKH-Allianz, Ingo Kailuweit, hält die Zukunft des Gesundheitsfonds nach der Bundestagswahl für fraglich. "Es gibt keine Signale der Parteien, dass es so bleiben muss", sagte Kailuweit im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hannover. Der Gesundheitsfonds werde in den Programmen der Parteien gar nicht genannt. Nach Ansicht des Krankenkassen-Chefs aus Hannover hat der Fonds bisher kein Finanzierungsproblem der gesetzlichen Krankenversicherung gelöst und muss überprüft werden.

 

Verabschiedung

Patientenverfügung passiert auch den Bundesrat

Ärzte müssen künftig Patientenverfügungen befolgen, auch wenn dies zum Tod der Erkrankten führen kann. Nach jahrelanger Debatte ließ der Bundesrat ein Gesetz passieren, das erstmals für Rechtssicherheit sorgen soll. Die neue Regelung verschafft dem vorab formulierten Willen eines Patienten weitgehende Gültigkeit, wenn er sich nicht mehr selber äußern kann.

 

Sterbehilfe

Suizidhilfe Exit gibt sich Standesregeln

Erstmals hat in der Schweiz eine Sterbehilfeorganisation mit der Justiz offizielle Richtlinien vereinbart. Der Verein Exit und die Züricher Oberstaatsanwaltschaft unterzeichneten die Vereinbarung bereits am vergangenen Dienstag, wie die Behörde mitteilte. Festgehalten ist darin unter anderem der Grundsatz, dass Exit nur solche Menschen in den Tod begleiten darf, die wegen eines schweren Leidens durch Krankheit, Unfall oder Behinderung sterben möchten. Die Deutsche Hospiz Stiftung kritisierte den Schritt scharf und forderte eine Intervention des Bundesaußenministeriums.

 

SPD-Initiative

Bundesrat billigt staatliche Heroin-Abgabe

Die staatliche Abgabe von synthetischem Heroin an Schwerstabhängige kann fortgesetzt werden. Der Bundesrat billigte einen entsprechenden Gesetzentwurf, den der Bundestag vor eineinhalb Monaten gegen den Widerstand von CDU und CSU verabschiedet hatte. Unter strengen Voraussetzungen wird das sogenannte Diamorphin an Drogenabhängige verabreicht, bei denen andere Therapien erfolglos waren. Seit 2002 gab es in sieben deutschen Großstädten bereits entsprechende Modellversuche.

 

Forderung

Kliniken wollen mehr Geld von den Ländern

Angesichts einer schwierigen Wirtschaftslage bei jeder fünften Klinik in Deutschland hat die Krankenhausgesellschaft die Länder zu einer verlässlichen Finanzierung aufgefordert. Die finanziellen Mittel aus der Krankenhausfinanzreform seien noch nicht in allen Bundesländern bei den Kliniken angekommen, kritisierte Geschäftsführer Georg Baum in Berlin. Laut einer Studie der KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft schneiden 21 Prozent der Krankenhäuser in Bereichen wie Rentabilität und Bettenauslastung deutlich schlechter ab als der Schnitt. Deshalb seien sie nicht gut genug im Wettbewerb positioniert oder mittelfristig ernsthaft gefährdet, wie KPMG mitteilte. Rund 80 Prozent der Krankenhäuser in Deutschland seien dagegen gut oder sehr gut aufgestellt. Die seit März geltende Klinikfinanzreform brachte mehr Mittel etwa für Lohnsteigerungen und die Einstellung von Pflegekräften. Baum forderte nun: "Damit die Kliniken in eine bessere Zukunft gehen können, brauchen sie vor allem verlässliche und berechenbare finanzielle Rahmenbedingungen." Dazu gehörten vor allem genügend Mittel für Klinikbauten und Infrastruktur, wofür die Bundesländer zuständig sind. Den laufenden Betrieb der Krankenhäuser finanzieren die Krankenkassen. Die Länder hatten sich erfolgreich gegen Pläne gestemmt, ihnen die Verantwortung für die Investitionen zu entziehen.

 

EuRH:

EU-Gesundheitsprogramme “zum Teil sinnlos”

Die EU gibt nach Ansicht des Europäischen Rechnungshofes (EuRH) zu viel Geld für teils sinnlose Gesundheitsprogramme aus. "Ich brauche nicht erst ein Programm, das mir sagt, dass es gesünder ist, die Treppe zu nehmen, als in den Aufzug zu steigen", sagte Rechnungshofmitglied Henri Grethen in Brüssel. Der Rechnungshof stellte in einer Studie die Zweckmäßigkeit einiger EU-Gesundheitsprogramme infrage. Viele Programme hätten keinerlei Einfluss auf die Gesundheit der EU-Bürger. Die EU solle sich darum auf weniger und besser durchdachte Programme konzentrieren. Der Rechnungshof hat EU-Gesundheitsprogramme (PHP) im Zeitraum von 2003 bis 2007 untersucht. In diesen Jahren gab die Kommission rund 232 Millionen für solche Programme aus, bis 2008 standen ihr dafür insgesamt 354 Millionen Euro zur Verfügung. Kommission und Mitgliedstaaten sollten den Finanzierungsansatz der EU im Bereich der öffentlichen Gesundheit nach Ansicht des EuRH überdenken. Für die Jahre 2008 bis 2013 sind im aktuellen PHP-Aktionsprogramm weitere 322 Millionen Euro veranschlagt. Vielen Programmen fehle eine klare strategische Ausrichtung, bemängelte Grethen. Die Überprüfung des EuRH habe zudem ergeben, dass die Maßnahmen nicht kontrolliert worden seien. Die Themen und Ziele seien zu vielfältig gewesen und oft nicht eindeutig festgelegt worden. Der Rechnungshof forderte die Kommission daher auf, sich angesichts der begrenzten Mittel "auf das tatsächlich Erreichbare zu konzentrieren" und eine "Programmlogik" festzulegen.

 

Wirtschaft

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ZENO-Workshop:

Ärzte finden und binden

Veranstaltung am 09. Oktober 2009 in Köln

ZenoDas ärztliche Personal ist durch veränderte Erwartungen bei gleichzeitig sich verschlechternden Rahmenbedingungen immer schwieriger zu finden und zu binden: Ein nicht unerheblicher Teil der ausgebildeten Ärzte, wandert ins Ausland ab oder steigt in attraktive berufsfremde Branchen und Positionen ein.

Dieser Workshop will praxisnah neue Erkenntnisse für die Personal- wie auch für die Strategieverantwortlichen vermitteln, damit diese im Wettbewerb um ärztliches Personal einen Schritt voraus sind. Es werden bewußt erfolgreiche Ansätze und Lösungen aus der Gesundheitsbranche wie auch aus anderen Industrien/Branchen dargestellt. Mit dem so gewonnenen Vorsprung können Sie die für Sie wichtigen ärztlichen Leistungsträger nachhaltig an Ihre Organisation binden und neue Chancen finden, die für Sie richtigen Ärzte zu rekrutieren.

Programm und Anmeldung unter: www.zeno24.de

 

Sparprogramm

Flaute macht Philips weiter zu schaffen

Die Wirtschaftsflaute macht dem niederländischen Elektronikkonzern Philips weiter zu schaffen. Ein striktes Sparprogramm und die Konzentration auf die drei Kernsparten sollen nun helfen, mit möglichst wenigen Blessuren durch die Krise zu schiffen. Im abgelaufenen Quartal schrieb Philips dank des Verkaufs der Anteile am britischen Empfangsgeräte-Hersteller Pace unterm Strich zwar wieder schwarze Zahlen. Die Umsätze brachen aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund ein Fünftel ein. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verschlechterte sich belastet durch den laufenden Umbau des Konzerns von 303 Millionen im Vorjahr auf 8 Millionen Euro. Für das zweite Halbjahr verspricht Philips-Chef Gerard Kleisterlee zumindest operativ eine Besserung. Das strikte Sparprogramm beginne sich auszuzahlen. Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Lage will Kleisterlee auch nicht vor weiteren Einschnitten zurückschrecken. Mehr als 600 Millionen Euro jährlich sollen die bisherigen Sparanstrengungen bis Ende 2009 bringen. Nach dem ersten Quartal hatte Philips sein Sparprogramm bereits auf 500 Millionen Euro ausgeweitet, um den Abschwung abzufedern. Etwa 6.000 der insgesamt rund 116.000 Stellen sollen dafür in diesem Jahr wegfallen. Die Krise habe den Elektronikkonzern immer noch im Griff. Was die Umsätze angehe, bleibe er auch für den Rest des Jahres vorsichtig, sagte Kleisterlee, obwohl es auf einigen Märkten Anzeichen dafür gebe, dass sich der Nachfragerückgang einer Talsohle nähere. Die Aktie legte bis zum Mittag um 5,29 Prozent auf 13,635 Euro zu.

Die schwarzen Zahlen überraschten einige Börsianer positiv. Sowohl Medizin- als auch Lichttechnik hätten sich im zweiten Quartal ganz gut entwickelt, sagte ein Händler. Societe-Generale-Analyst Gael de-Bray lobte die unerwartet positive Entwicklung in der Medizintechnik. In der Sparte sieht Kleisterlee zumindest im Vergleich zum ersten Jahresviertel eine leichte Erholung, auch wenn die Umsätze im Vorjahresvergleich noch einmal um fünf Prozent zurückgingen. Den Niederländern machen wie dem deutschen Siemens-Konzern die Sparmaßnahmen im US-Gesundheitswesen zu schaffen. Nun soll die Kostenbasis in der Sparte weiter verbessert werden. Nach wie vor leidet insbesondere das Geschäft mit Unterhaltungselektronik unter der Wirtschaftsflaute: Hier brachen die Umsätze erneut um 30 Prozent ein. Von Teilen des Geschäftsfeldes hat sich Kleisterlee bereits getrennt, etwa der Fertigung von Computermonitoren. Gleichzeitig stärkt der Philips-Chef sein Kaffeegeschäft mit dem Kauf des italienischen Herstellers von Kaffeeautomaten Saeco. Die Übernahme soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. In der Lichttechnik brachen fast ein Fünftel der Umsätze weg. Philips hängt als weltgrößter Lampenhersteller stark von der schwächelnden Autoindustrie ab. Diese Sparte dürfte allerdings in der zweiten Jahreshälfte von den weltweit initiierten Konjunkturprogrammen profitieren. Die Niederländer liefern allein nach China energiesparende Beleuchtung im Wert von 20 Millionen Euro. Die chinesische Regierung hatte ein Programm zur Unterstützung umweltfreundlicher Lichttechnik angestoßen. Ob sich allerdings die Autoproduktion mit Hilfe der zahlreichen politischen Stützungsmaßnahmen nachhaltig erholen werde, sei noch nicht abzusehen, sagte Finanzchef Pierre-Jan Sivignon in einer Telefonkonferenz. Umbau und Übernahmen in den drei Kernsparten sollen im dritten Quartal insgesamt noch einmal 140 Millionen Euro kosten. Konzernchef Kleisterlee konzentriert den Konzern seit seinem Amtsantritt 2001 auf die drei Säulen Unterhaltungselektronik, Lichttechnik und Medizintechnik, baut diese durch Zukäufe aus und trennt sich im Gegenzug von Randgeschäften. Im dritten Quartal soll dieser Umbau nach den Worten von Sivignon abgeschlossen und die Zahl der Sparten endgültig von fünf auf drei reduziert werden.

 
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Achtung!

Neue Termine für unsere Intensiv-Seminare: DRG Basiswissen und DRG Praxis

MCCDie Bedeutung des G-DRG-Systems für den Wachstumsmarkt Gesundheit ist nach wie vor unumstritten. Kein verantwortlicher Mitarbeiter aus dem Krankenhausbereich, der Kostenträgerseite oder der Gesundheitsindustrie kann es sich leisten, das DRG System und die dahinter stehende Systematik nicht genau verstanden zu haben oder Neuerungen einfach noch nicht zu kennen! Auf dem Seminar DRG Basiswissen erhalten Sie einen ausführlichen Einblick in die Grundlagen des deutschen DRG Systems einschließlich der Weiterent­wicklung für das Jahr 2009.

Das Praxisseminar DRG Basiswissen richtet sich an Teilnehmer, die bereits über ein Basiswissen des DRG-Systems verfügen und Ihr bestehendes Wissen erweitern und vertiefen möchten. Nutzen Sie jetzt diese Chance, sich umfassend zu informieren und stellen Sie sich den Herausforderungen, die das G-DRG-System bietet!

Broschüre, Termine und Anmeldung unter www.mcc-seminare.de

 

Forschung

Bayer macht bei Entwicklung von Mittel zur Diagnose von Alzheimer Fortschritte

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat bei der Entwicklung eines neuen Mittels zur Diagnose von Alzheimer Fortschritte gemacht. Wie der Konzern auf einer Tagung in Wien mitteilte, schnitt die neue Substanz BAY 94-9172 in einer klinischen Studie (Phase II) positiv ab. Insgesamt wurden dabei 213 Personen untersucht. Der Studie zufolge gelang bei rund 80 Prozent der vermutlich an Alzheimer erkrankten Patienten mit dem Mittel der Nachweis eines speziellen Plaques im Gehirn.

 
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Leitfaden

Personalbedarfsermittlung im Krankenhaus

DKIIn dieser regelmäßig (10. Neuauflage) aktualisierten Zusammenstellung von Zeitwerten und allgemein üblichen Kennzahlen – auch "Kleiner Plücker" genannt – werden erneut auch die in der Kalkulation der DRG 2009 berücksichtigten Personalanteile dargestellt. Dabei werden sowohl die Bandbreiten der Minutenwerte für die besonders vertretenden Berufsgruppen als auch jahresbezogene Fallwerte für die jeweils häufigsten und umsatzstärksten DRG aufgeführt. Da die Leistungsintensität in den einzelnen Bereichen weiter zunimmt, sind die aufgeführten Werte im Rahmen von Krankenhausbetriebsvergleichen ebenfalls angepasst worden. Die bei der Anwendung der aufgeführten Werte unterstellte "normative" Organisation wird in den einzelnen Leistungsbereichen ausführlicher dargestellt. Ebenso werden die damit verbundenen Rahmenbedingungen nach dem Arbeitszeitgesetz und den Tarifverträgen aufgeführt.

Erstmals werden verschiedene Dienstplanmodelle aufgezeigt, um den Verantwortlichen darlegen zu können, wie bei entsprechender Anpassung der Ablauforganisation ein arbeitszeitgesetzkonformer Dienstplan möglich ist. Außerdem werden für den Arzt- und Pflegedienst werden neue Berechnungswerte ausführlich dargestellt und erläutert. Die Beraterinnen und Berater der DKI GmbH steuern in diesem Leitfaden ihre Erfahrungen und Kenntnisse aus den einzelnen Leistungsbereichen im Krankenhaus bei, wie viele weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krankenhaus, um den für die Personalbedarfsermittlung im Krankenhaus Verantwortlichen eine Hilfestellung zu bieten. Die DKI GmbH ist immer an der Weiterentwicklung bestehender und/oder neuer Zeitwerte interessiert und steht in Kontakt mit vielen Einrichtungen des Krankenhaus- und Gesundheitswesens.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.dkigmbh.de

 

Gleichstellung

Wieder Krankengeld für Selbstständige

Im Krankheitsfall können gesetzlich versicherte Selbstständige künftig wieder nach sieben Wochen das klassische Krankengeld beziehen. Mit der Neuregelung, die vom Bundesrat gebilligt wurde, erhalten die Betroffenen eine Alternative zu den oftmals teureren "Wahltarifen". Der Bundestag hatte der Reform bereits vor drei Wochen zugestimmt. Seit Einführung des Gesundheitsfonds zu Jahresbeginn kamen Selbstständige und Freiberufler nicht mehr automatisch in den Genuss von Krankengeld. Stattdessen gab es bei den Krankenkassen spezielle Zusatzversicherungen, die aber vor allem für ältere Versicherte oft sehr teuer waren. Deshalb sind Alters-Staffelungen bei den sogenannten Wahltarifen in Zukunft auch untersagt. Die bisherigen Verträge laufen Ende des Monats aus. Das gesetzliche Krankengeld wird allerdings nicht ab dem ersten Krankheitstag gezahlt, sondern - wie bei Arbeitnehmern - erst ab der siebten Krankheitswoche. Dies stößt bei Selbstständigen und Freiberuflern auf Kritik, weil sie im Gegensatz zu Festangestellten keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung in den ersten sechs Wochen haben. Nach Kassenangaben sind bundesweit rund 1,2 Millionen Versicherte von der Neuregelung betroffen.

 
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ZENO-Veranstaltung:

Medizin 2.0: Patient komplett vernetzt - Wie das Internet den Gesundheitsmarkt verändert

Veranstaltung am 22. September 2009 in Berlin

ZenoIm Rahmen der Entwicklung des Web 2.0 mit seinen interaktiven Möglichkeiten sind nach den Bewertungsportalen in den Wirtschaftsbereichen ”Produkte“ und ”Dienstleistungen“ nun auch die ersten Bewertungssysteme für medizinische (Dienst-)Leistungen an den Start gegangen.

Erfahren Sie in dieser Veranstaltung mehr zu diesen (kontroversen) Themen:

  • Wie der E-Patient das Gesundheitswesen ”heilen“ kann
  • Patienten sind nicht so unwissend wie das System sie glauben machen will
  • Vom Industrie- in das Informations- und Kommunikationszeitalter im Gesundheitswesen
  • Zwei Ärzte, drei Meinungen - Im Dschungel des Informations-Dickichts
  • Die (Pseudo-) Objektivität in der Medizin
  • Leistung statt ”Halbgott“
  • ”Dr. Google“

Programm und Anmeldung unter: www.zeno24.de

 

Gesundheitstourismus

Günstiger Zahnersatz aus Fernost immer beliebter

Trotz Risiken lassen sich immer mehr Patienten günstigen Zahnersatz aus Fernost oder der Türkei einsetzen. Jede zehnte Krone, Brücke oder Prothese komme aus dem Ausland, teilte das Institut der Deutschen Zahnärzte in Berlin mit. 57 Prozent der Zahnärzte setzen einer Umfrage zufolge häufiger Zahnersatz aus dem Ausland ein als noch vier Jahre zuvor. Häufig oder gelegentlich verwendeten rund 28 Prozent der Zahnärzte das vorwiegend aus China, weiteren asiatischen Länder oder der Türkei stammende Material. Selten greifen 23 Prozent der Mediziner dazu. 49 Prozent nehmen nur Zahnersatz von deutschen Zahntechnikern. Oft fragen die Patienten aus Kostengründen nach den günstigeren Varianten.

 
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Gesundheitswirtschaft:

5. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS

Veranstaltung am 2. und 3. September in Hamburg

Die Gesundheitswirtschaft hat sich als Zukunftsbranche in der öffentlichen Diskussion der letzten Jahre fest etabliert. Unternehmer und Manager der Medizinanbieter, der Industrie- und Serviceunternehmen sowie der Krankenversicherungen sind dabei zusammengerückt und haben inzwischen eigenständige Positionen formuliert. Der GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESSS in Hamburg ist dafür zur zentralen Plattform in Deutschland geworden. Die Beteiligten nutzen ihn als Diskussionsforum und als den Ort, von dem die entscheidenden Impulse für die gesellschaftliche Debatte ausgehen. Schon zum fünften Mal kommen die Verantwortlichen der Gesundheitswirtschaft und hochrangige Vertreter aus Politik und Verbänden in diesem Jahr in Hamburg zusammen. Unmittelbar vor der Bundestagswahl besteht die Möglichkeit, sich über aktuelle Trends auszutauschen und künftige Entwicklungen zu beraten.

Die Verantwortlichen aus den Unternehmen der Gesundheitsindustrien, der verschiedenen Gesundheitsdienstleister, der Serviceanbieter, Finanzdienstleister und Fachberater, der Einrichtungen der Forschung und Lehre sowie der Krankenkassen und der Versicherungen diskutieren auf dem 5. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS aktuelle Themen, die diesen Wirtschaftsbereich in Zukunft bestimmen werden. Deshalb freuen sich die Kongresspräsidenten, Prof. Heinz Lohmann und Senator a. D. Ulf Fink, Sie am 2. und 3. September 2009 in Hamburg begrüßen zu können.

Nähere Informationen und das Programm finden Sie unter: www.gesundheitswirtschaftskongress.de

 

Kriminalität

Europas Zollbehörden greifen immer mehr Arzneifälschungen auf

Die Zollbehörden der Europäischen Union greifen immer mehr Arzneimittelfälschungen auf. Nach Angaben des für Zoll und Steuern zuständigen EU-Kommissars Laszlo Kovacs ist die Zahl der entdeckten Fälle im Jahr 2008 um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Zahl der gefälschten Medikamentenpackungen ist sogar um 118 Prozent gegenüber 2007 gewachsen. Während Potenzmittel am weitaus häufigsten gefälscht werden, gehören auch Mittel gegen Cholesterin, Osteoporose und Bluthochdruck zu den an den EU-Grenzen oft aufgegriffenen Arzneimittelkopien. "Die Politik muss noch wirksamer gegen Arzneimittelfälschungen vorgehen und dem gefährlichen Treiben ein Ende setzen", fordert Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, angesichts der besorgniserregenden Zahlen. "Patienten und Verbraucher müssen besser gegen illegale Internetapotheken aus dem Ausland geschützt werden. Politik und Behörden sind gefordert, sich endlich zu schärferen Sanktionen durchzuringen."

 

Schuldzuweisung

Generika-Hersteller sind die Schuldigen

Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) in Deutschland gibt vor allem den Generika-Herstellern selbst die Schuld für Verzögerungen bei Nachahmermedikamenten. Arzneimittel könnten nach Ablauf der Patente nachgeahmt und vermarktet werden, teilte vfa-Geschäftsführerin Cornelia Yzer in Berlin mit. "Verzögerungen des Markteintritts von Generika sind daher vor allem auf unternehmerische Entscheidungen der Generikahersteller selbst und nationale Marktregulierungen zurückzuführen." Deutschland gehöre zu den Märkten mit den höchsten Generikaanteilen. Im Jahr 2008 war demnach jede zweite von Apotheken abgegebene Packung ein generisches Produkt.

 

Liquidität

Boehringer zapft erstmals Kapitalmarkt an

Das Familienunternehmen Boehringer Ingelheim hat sich einem Pressebericht zufolge erstmals Geld am Kapitalmarkt besorgt. Der Pharmakonzern habe ein Schuldscheindarlehen über 900 Millionen platziert, schreibt das "Handelsblatt". Boehringer ziele mit dem Manöver nach eigenen Angaben auf eine Diversifizierung seiner Finanzierungsquellen. Die Mittel dienten der Liquiditätsbevorratung und erhöhten die finanzielle und unternehmerische Flexibilität des Konzerns, heißt es.

 

IWF:

Weltwirtschaft erholt sich schneller

Die Weltwirtschaft erholt sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) besser als erwartet. Die Experten rechnen im kommenden Jahr mit einem weltweiten Wachstum von 2,5 Prozent, wie der IWF am Mittwoch in Washington mitteilte. Noch im April hatte der IWF ein Wachstum von lediglich 1,9 Prozent vorausgesagt. Für Deutschland ist die Prognose aber deutlich schlechter: Hier werde die Wirtschaft im nächsten Jahr um 0,6 Prozent schrumpfen.

 

Künstliche Verzögerungen

Pharmaindustrie im Visier der EU-Wettbewerbshüter

Die europäische Pharmaindustrie ist ins Visier der EU-Wettbewerbshüter geraten. Laut einem Abschlussbericht der EU-Kommission gibt es insbesondere Probleme bei der Markteinführung von billigeren Nachahmerpräparaten, sogenannten Generika. Es komme immer wieder zu künstlichen Verzögerungen: "Hier werden teilweise die Spielregeln nicht eingehalten", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Nelie Kroes am Mittwoch in Brüssel. Jeder Aufschub koste Patienten und Steuerzahlern Geld. Die Kommission werde nicht zögern, die EU-Kartellregeln anzuwenden, wenn Verzögerungen auf wettbewerbsfeindliche Handlungen der Unternehmen zurückzuführen seien, warnte die Kommissarin. Die Abkommen zwischen den Originalherstellern und den Generika-Spezialisten stehen auch in der Kritik der US-Wettbewerbshüter. Diese hatten den Schaden für die amerikanischen Verbraucher kürzlich auf jährlich 3,5 Milliarden Dollar geschätzt. Hersteller von Originalmedikamenten versuchten die Einführung von Generika zu verzögern, oft sprächen sich die Hersteller mit den Unternehmen für Generika ab, lautet der Vorwurf. Ganze 200 Abkommen dieser Art zählte die EU-Kommission. "Das führt zu höheren Preisen für den Verbraucher und behindert die Innovation", sagte Kroes. Matrix Laboratories, Niche Generics und der Branchenprimus Teva Pharmaceuticals. Gegen die französische Les Laboratoires Servier sowie gegen einige Generika-Hersteller sei bereits ein Kartellverfahren eröffnet worden. "Es liegt da aber noch etwas auf dem Tisch", warnte Kroes. "Wir brauchen mehr Wettbewerb und weniger Bürokratie im Bereich der Arzneimittel."

 

Namen & Nachrichten

Bestechlichkeit

Gericht eröffnet Verfahren gegen früheren Rau-Leibarzt

Gegen den Leibarzt des früheren Bundespräsidenten Johannes Rau, Prof. Christoph Broelsch, hat das Essener Landgericht ein Verfahren wegen Bestechlichkeit, Betrugs in besonders schwerem Fall und Steuerhinterziehung eröffnet (Az.: 56 Kls 20/08). Die Hauptverhandlung soll im September dieses Jahres beginnen, teilte das Gericht mit. Es werde eine Verhandlungsdauer von mehreren Monaten erwartet. Dem Mediziner wird unter anderem vorgeworfen, von todkranken Krebspatienten eine "Spende" verlangt zu haben, wenn er sie persönlich behandelte. Dabei soll es auch darum gegangen sein, Patienten auf der Warteliste vorzuziehen. Broelsch hat eine Schuld bislang zurückgewiesen. Der Transplantationsmediziner bezeichnete seine Spendenpraxis als Entgegenkommen für Kassenpatienten, die persönlich von ihm behandelt werden wollten, aber die Mehrkosten nicht aufbringen konnten.

 

Nachfolge

Claus Langer ist neuer Chefarzt der Chirurgie am Marien Hospital

Neuer Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie am Marien Hospital wird zum 1. August der Göttinger Chirurg Prof. Dr. med. Claus Langer. Der 44-jährige geborene Hildener ist verheiratet und Vater zweier Söhne. Seine offizielle Einführung findet am 05. August im Rahmen eines feierlichen Empfangs im Marien Hospital Düsseldorf statt.

 

Klinikbetreiber

HELIOS mit neuer Geschäftsführung

Der zum Medizinkonzern Fresenius gehörende Klinikbetreiber HELIOS verstärkt seine Geschäftsführung und ordnet seine Regionen ab 2010 neu. HELIOS-Chef Francesco De Meo werde die Gesellschaft weiter führen und sitze künftig einer sechsköpfigen Geschäftsführung vor, teilte HELIOS in Berlin mit. Karin Gräppi, Armin Engel und Ralf Kuhlen rückten zum Jahreswechsel in die HELIOS Konzerngeschäftsführung auf. HELIOS Geschäftsführer Peter Küstermann, der seit 1998 den Bereich Finanzen verantwortete und Uwe Klingel (COO) verlassen das Unternehmen zum Jahresende auf eigenen Wunsch, wie HELIOS weiter mitteilte. Erstmals werde HELIOS auch einen medizinischen Geschäftsführer haben.

 

Klinik-News

Neubaupläne

UKE baut neue Kinderklinik

Kaum ist das UKE ins neue Klinikum umgezogen, hegt Professor Jörg F. Debatin, Chef des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE), laut einem Bericht von Welt-online.de (14.7.) schon wieder Neubaupläne. “Auf der Agenda steht eine neue universitäre Kinderklinik. Und die soll mit Sponsorenhilfe realisiert werden. Heute will das UKE die Mäzene vorstellen, die das Projekt mit Millionen unterstützen wollen. Das Projekt soll dann als finanzielles Gemeinschaftswerk mit Mitteln der Stadt, des UKE und den Spenden realisiert werden.”

 

Neue Mutter

Trägerwechsel in Jülich

Die Caritas Trägergesellschaft West gGmbH übernimmt das Malteser Krankenhaus in Jülich von der Malteser St. Elisabeth gGmbH. Gestern wurde der Kaufvertrag für das Krankenhaus und die zugehörigen Grundstücke unterzeichnet. Vom Trägerwechsel nicht betroffen sind der Ambulante Pflegedienst Jülich sowie die Einrichtungen in Simmerath (Malteser Krankenhaus St. Brigida und Malteserstift).

 

Pflege

Forderung

Stiftung für Sanktionen bei Pflegemissstand

Die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung hat angesichts eines alarmierenden Pflegezustands älterer Menschen härtere Sanktionen gefordert. "Falschparken wird in Deutschland konsequenter bestraft als Körperverletzung gegenüber pflegebedürftigen Menschen", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es gebe keinen Ermittlungsdruck. Er verlangte deshalb von den Landesjustizministern die Einrichtung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften. "Nur wenn kompromisslos gegen die andauernde Körperverletzung an alten Menschen vorgegangen wird, kann sich die momentane Situation ändern."

 

Zusatzqualifikation

Pflegefachkräfte als selbstständige Anbieter anerkannt

Pflegefachkräfte mit adäquater Zusatzqualifikation können Maßnahmen zur Primärprävention gemäß Leitfaden Prävention nach §20 Abs. 1 und 2 SGB V durchführen. Diese Möglichkeit bezieht sich auf die Handlungsfelder "Stressbewältigung/Entspannung" sowie "Suchtmittelkonsum". Dazu zählen insbesondere Kurse zur Tabakentwöhnung und zur Entspannung, wie z.B. die Anwendung spezieller Atem- oder Entspannungstechniken. Das hat der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV Spitzenverband) beschlossen. Die Krankenkassen werden über ein Rundschreiben über den Sachverhalt informiert.

 

Recht

Urteil

Arzt darf nur ausnahmsweise mit Optiker kooperieren

Augenärzte dürfen nur bei Vorliegen besonderer Gründe mit bestimmten Optikern kooperieren. Allein die Bequemlichkeit der Patienten, die nach der Untersuchung gleich in der Praxis die Brille aussuchen und von dort aus an einen Optiker schicken lassen möchten, reicht nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) nicht aus. Damit gab das Karlsruher Gericht der Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs Recht, die einen Augenarzt aus dem Raum Hannover verklagt hatte. Der Verband hielt das Geschäftsmodell des Mediziners für unzulässig. In seiner Praxis wurden etwa 60 Brillenfassungen eines Optikers aus den Raum Düsseldorf angeboten. Die Patienten konnten eine Fassung aussuchen, die Brille wurde dann entweder in die Praxis des Arztes - der die Brille anpasste - oder direkt nach Hause geliefert. (Az: I ZR 13/07 - vom 9. Juli 2009) Nach den Worten des BGH darf ein Arzt nach der maßgeblichen Berufsordnung seine Patienten nur dann an einen bestimmten Optiker oder auch an eine Apotheke verweisen, wenn dazu ein "hinreichender Grund" vorliegt. Dass es Patienten bequemer finden, alle Leistungen aus einer Hand zu erhalten, ist aus Sicht des Gerichts kein solcher Grund. Auch die Behauptung des Arztes, er wolle mit der Übersendung an den weit entfernten Optiker sicherstellen, dass die Brillenverordnung umgesetzt werde und der Optiker nicht selbst die Sehschärfe ermittle, überzeugte den BGH nicht. Nun muss das Oberlandesgericht Celle den Fall erneut prüfen.

 

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