Inhalt

Politik

Großbritannien

Richtlinien für straffreie Sterbehilfe

Großbritannien will Richtlinien für eine straffreie Sterbehilfe benennen. Dabei gehe es darum, “die Faktoren aufzulisten, die wahrscheinlich ein Strafverfahren auslösen werden, und diejenigen, die dies nicht tun”, sagte der Leiter der britischen Anklagebehörde Keir Starmer am Sonntag in London. Einzelheiten sollen am Mittwoch vorgestellt werden. Mindestens 115 Briten sind bislang in die Schweiz gereist, um in der Sterbeklinik Dignitas von einem Angehörigen beim Selbstmord begleitet zu werden. Gegen keinen der Angehörigen wurde bislang ein Strafverfahren eingeleitet. Sterbehilfe bleibe im Königreich aber weiterhin eine Straftat, sagte Starmer. Die Richtlinien für eine wahrscheinliche Straffreiheit sollen demnach nur das Selbstmordgesetz von 1961 präzisieren. Eine Strafverfolgung der Sterbehilfe entscheidet sich demnach unter anderem daran, ob derjenige, der sich für einen Selbstmord entscheidet, einen eindeutigen und schriftlichen Entschluss gefasst hat, ob er ermutigt oder begleitet wurde und ob der Helfende einen finanziellen Nutzen von dem Tod hat. Die Richtlinie ist nötig geworden, nachdem eine Frau, die an Multipler Sklerose leidet und einen Tod in einer Sterbeklinik in Betracht zieht, beim obersten Gericht des Königreichs auf eine Klarstellung des Gesetzes pochte. Die 46-jährige Debbie Purdy wollte verbindlich wissen, ob ihr Ehemann von der Staatsanwaltschaft verfolgt wird, wenn dieser sie zum Sterben in die Schweiz bringt. In Deutschland wäre eine solche Begleitung nicht strafbar.

 

Wahlkampf

Streit über Zusatzbeiträge

Kurz vor der Bundestagswahl stoßen Andeutungen aus der CDU über Zusatzbelastungen für die gesetzlich Krankenversicherten auf scharfen Widerspruch bei SPD und Grünen. Der nordrhein- westfälische Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte der Zeitung “Die Welt”, es würden bald alle Kassen den im Rahmen des Gesundheitsfonds möglichen Zusatzbeitrag verlangen. Die Prämie werde nach der Wahl “in einer schwarz-gelben Koalition eine größere Rolle spielen, wenn wir nicht nur die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse belasten wollen”, so der Chef des CDU- Arbeitnehmerflügels CDA. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) griff Laumann für diese Äußerung scharf an: “Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die CDU will im Falle von Schwarz-Gelb mehr Kopfpauschalen an die Stelle der solidarischen Finanzierung der Gesundheitskosten setzen.” Laumann mache erstmals deutlich, dass die CDU mit der FDP die Arbeitgeber nicht mehr an der Finanzierung der Krankenversicherung beteiligen wolle. “In kurzer Zeit wäre unser gutes Gesundheitssystem nicht mehr wiederzuerkennen. Das ist mit uns nicht zu machen”, sagte Schmidt.

Auch die Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast kritisierte den NRW-Sozialminister. “Laumann lüftet Merkels Tarnkappe weiter. Das schwarz-gelbe Lügengebäude fällt zusammen. Im Schaufenster hängt eine unbezahlbare Steuerentlastung, auf der Werkbank wird an höheren Abgaben geschmiedet.” Die Vorschläge ebneten den Weg in eine Zwei- Klassen-Medizin, bei der der Geldbeutel künftig über die medizinische Versorgung entscheide. Im Rahmen des Gesundheitsfonds wird für jede Kasse festgelegt, welche Zuweisungen sie aus dem Fonds erhält - reicht das Geld nicht, können bei den Versicherten Zusatzbeiträge erhoben werden. Bisher hat nur die Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln (GBK) einen Extrabeitrag von ihren Versicherten verlangt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat wiederholt betont, auch nach der Wahl am 27. September am Gesundheitsfonds festhalten zu wollen.

 

Kriminologische Gesellschaft

„Luftrezepte” im „Misthaufen” Gesundheitssystem

Im Kampf gegen Lug und Trug im deutschen Gesundheitssystem erschweren Gesetzeslücken und Personalmangel das Aufdecken von Filz und Vetternwirtschaft. Zu diesem Ergebnis kam die Kriminologische Gesellschaft am Freitag in Gießen bei ihrer Fachtagung zum Thema Wirtschaftskriminalität. Sollte die Politik die halbherzigen Vorgaben und laschen Regeln nicht endlich ausbügeln, sei den Betrügern weiterhin Tür und Tor geöffnet, betonten die Experten. Außerdem fehle es oft am nötigen Unrechtsbewusstsein - an diesem Punkt seien allerdings die Patienten auch nicht viel besser.

Lücken im Gesetz

Der erste Referent des Tages, Matthias Braasch von der Universität Gießen, erstickte jegliche Sozialromantik gleich im Keim mit einem Zitat des US-Ökonomen und Nobelpreisträgers Milton Friedman: “Die Ethik der Unternehmen besteht alleine darin, den Profit zu steigern.” Leider habe Friedmans Erkenntnis noch keine Berücksichtigung in deutschen Gesetzen gefunden, kritisierte der Jurist, der derzeit seine Habilitation über “Korruption in der Privatwirtschaft” verfasst. “Der Wirtschaftskriminalität ist nur schwer beizukommen, weil die Gesetzestexte Lücken haben”, sagte der 37-Jährige. So seien beispielsweise der Profisport und die freien Berufe im Gesundheitssystem vom Paragrafen gegen Korruption einfach nicht erfasst, weil die Berufsgruppen dort nicht erwähnt sind.

Kassen haben kaum Fälle zur Anzeige gebracht

Zahlen brachte Bernd-Dieter Meier vom Kriminalwissenschaftlichen Institut der Universität Hannover ins Spiel. Laut Erhebungen aus den Jahren 2004 und 2005 werde es den Krankenkassen zu leicht gemacht, möglichen Fällen nicht ausreichend nachzugehen. Zwar hätten alle Kassen 2004 “Fehlverhaltensbekämpfungsstellen” einrichten müssen - nur habe der Gesetzgeber nichts zum Personalschlüssel gesagt. Ergebnis: Im Schnitt habe jede Kasse in diesem Bereich 0,5 Arbeitsplätze geschaffen. “Knapp 60 Prozent haben in 2004 und 2005 dann auch keinen einzigen Fall zur Anzeige gebracht”, sagte Meier. Die Krankenkassen wehren sich: “Ich kann die Kritik, die sich offensichtlich auf mehrere Jahre alte Daten stützt, nicht nachvollziehen. Die Krankenkassen sind selbstverständlich gegen Fehlverhalten aktiv, aber sie können weder polizeiliche noch staatsanwaltliche Aufgaben übernehmen”, sagte Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Bei den Fällen, die Meier untersuchen konnte, richteten sich die Ermittlungen zu 14,6 Prozent gegen Ärzte. Zweitgrößte Gruppe ist aber mit 12,5 Prozent die der Patienten, die sich Leistungen erschleichen. Zahnärzte, Hebammen, Pfleger und Therapeuten folgen. Rund drei von vier der wenigen Fälle, die angeklagt werden, richten sich gegen sogenannte Leistungserbringer, die Patienten versorgen. Für Raunen im Plenum sorgte der Vortrag von Dina Michels, Chefin der Prüfgruppe Abrechnungsmanipulation bei der KKH-Allianz. Sie erläuterte die nach ihren Erfahrungen gängige Praxis der “Luftrezepte”. Ärzte stellen dabei Medikamente für ihnen bekannte Patienten aus, bringen die Rezepte zu kooperierenden Apothekern, die keine Ware herausgeben, aber bei den Kassen abrechnen. “Der Erlös wird geteilt”, sagte Michels. Sie las auch den Brief einer Versicherten vor, die auf Betrügereien eines Arztes hinweist. Der letzte Satz lautet: “Dieser Misthaufen in unserem Gesundheitssystem muss endlich einmal umgeschichtet werden.”

 

Hausarztprogramme

Bundesweiter Start im Herbst

Nach monatelangem Streit sollen sich die gesetzlich Versicherten ab Herbst bundesweit in Hausarztprogramme einschreiben können. Trotz Widerstands vieler Krankenkassen zeigte sich Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) zuversichtlich über die entsprechenden Verträge. Entscheidungen würden bald fallen, sagte Schmidt am Freitag auf dem Deutschen Hausärztetag in Berlin. Derzeit laufen rund 1800 Schiedsverfahren zwischen Krankenkassen und Hausärzteverband. Die meisten Kassen hatten sich mit den Hausärzten nicht bis zur gesetzlichen Frist Ende Juni auf Verträge einigen können. Erste Schiedssprüche erwartet der Hausärzteverband für Ende Oktober. Mögliche Klagen hätten dann keine aufschiebende Wirkung mehr, hieß es. Vor allem die Ersatzkassen werfen den Hausärzten vor, nur mehr Geld zu wollen, ohne mehr dafür zu leisten. Barmer-Chef Johannes Vöcking kritisierte: “Offensichtlich glaubt der Hausärzteverband aufgrund seiner Monopolstellung, die grundsätzlich gute Idee der Hausarztverträge als Honorarvermehrungsinstitut missbrauchen zu können.” Schmidt warf widerspenstigen Kassenvertretern vor, sich der Umsetzung von Gesetzen zu verweigern. “Ich würde mich schämen”, sagte sie.

Die den Krankenkassen in diesem Jahr erstmals vorgeschriebenen Hausarztverträge sollen zu Hausarztprogrammen für die Versicherten führen. Wer sich einschreibt, soll bei seinem Hausarzt besser versorgt werden, mehr Zeit für Behandlung und Diagnose oder eine eingehendere Gestaltung von Arzneimitteltherapien erhalten. Im Gegenzug sollen Patienten immer zuerst zum Hausarzt gehen. Die Ärzte sollen sich auch zu besserer Fortbildung verpflichten. Derzeit gibt es Abschlüsse bei den AOK Bayerns und Baden-Württembergs, bei rund zehn bundesweiten Betriebskrankenkassen sowie Betriebskrankenkassen in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Die hohe Zahl der Schiedsverfahren kam zustande, da auch für große bundesweit agierende Kassen in den einzelnen Regionen eigene Verfahren vorgeschrieben waren. Die Kassenärztlichen Vereinigungen, die bislang ein Monopol bei Vertragsverhandlungen mit den Kassen hatten, sehen in den Verträgen an ihnen vorbei eine Bedrohung der flächendeckend einheitlichen Versorgung. Schmidt hielt diesen Ärzte- Vereinigungen vor, sich in der Vergangenheit zu wenig um Hausärzte gekümmert zu haben.

Schmidt forderte angesichts der wachsenden Zahl alter Menschen und Patienten mit mehreren Krankheiten eine weitere deutliche Stärkung der Hausärzte. Gegen drohenden Mangel an Nachwuchs bei Allgemeinärzten forderte Schmidt eine Änderung beim Numerus clausus als Zugangsbarriere fürs Medizinstudium. “Es kann nicht sein, dass nur Einser-Schüler Medizin studieren.” Anders als sonst bei Auftritten vor Ärzten üblich, erhielt Schmidt auf dem Hausärztetag minutenlangen stehenden Applaus.

 

Gesetz

Akademische Ausbildung für Hebammen

Hebammen können künftig auch eine akadamische Ausbildung erhalten. Der Bundesrat billigte am Freitag ein vom Bundestag verabschiedetes Gesetz. Danach können die Länder für Hebammen, Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten probeweise eine universitäre Ausbildung einführen. In diesen Berufsausbildungen gebe es bereits jetzt einen hohen Anteil von Schülern mit Fachhochschulreife oder Abitur, hieß es zur Begründung. Das Bundesgesundheitsministerium soll bis zum 31. Dezember 2015 dem Bundestag über die Ergebnisse des Modellvorhaben berichten. Das Gesetz geht auf eine Initiative der Länder zurück.

 

Wahlkampf

Streit um Termingarantie für Arztbesuche

Über die von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) für Kassenpatienten geforderte “Termingarantie” bei Arztbesuchen ist ein heftiger Streit entbrannt. Spitzenvertreter der Ärzteverbände lehnten den Wahlkampfvorstoß unter Hinweis auf die andauernde Unterfinanzierung und die schlechten Rahmenbedingungen ab. Die Krankenkassen zeigten sich über die Ärzte-Reaktion empört.

Hoppe: "Garantie nicht umsetzbar."
Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Jörg-Dietrich Hoppe, hält längere Wartezeiten für Kassenpatienten bei ambulanter Behandlung auch künftig für unvermeidlich. Die von Schmidt geforderte "Termingarantie" sei zwar gut gemeint, aber nicht umzusetzen. "Das geht nicht", sagte Hoppe am Mittwoch in Berlin.

Er begründete seine Ablehnung mit der Budgetierung im Gesundheitssystem. "Das Budget hat limitierende Funktion." Fachärzte seien bereits heute vielfach überlastet. Dies werde sich "noch verschärfen". Bei nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen sind daher nach den Worten des BÄK-Präsidenten Wartezeiten für Kassenpatienten unvermeidlich. Bei Privatpatienten, die selbst zahlen, gebe es dieses Problem nicht. In Notfällen würden Kassenpatienten selbstverständlich sofort behandelt.

Ärzte beklagen Fließbandmedizin
Schmidt hatte am Dienstag angekündigt, im Fall eines Wahlsiegs wolle sie dafür sorgen, dass Kassenpatienten beim Arzt nicht mehr länger als Privatpatienten auf eine Behandlung warten müssen und dafür eine "Termingarantie" ins Gespräch gebracht. Der Vorsitzende des Ärzteverbandes Hartmannbund, Kuno Winn, kritisierte, der Vorstoß von Schmidt ziele darauf, den Arzt "in seinem Hamsterrad zu noch mehr Tempo" anzutreiben. Damit sei der Weg vorgezeichnet zu einer "Just-in-Time-Fließbandmedizin".

GKV erwartet Vorschläge von Ärzten
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen nannte es "unfassbar, dass die Ärztevertreter vor dem Hintergrund von deutlich steigenden Arzthonoraren ihre Zeit damit verbringen, über angeblich zu geringe Honorare zu klagen". Nötig seien vielmehr Vorschläge, wie der Patientenservice besser wird.

 

Kopfprämien

Urologen fordern klare Regeln

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) hat in der Debatte um Kopfprämien für Klinikpatienten klare Regeln von der Politik gefordert. "Wir brauchen eine vernünftige Krankenhaus- Strukturpolitik, um Überkapazitäten abzubauen", sagte Präsident Professor Manfred Wirth am Rande der DGU-Jahrestagung der Deutschen Presse-Agentur dpa in Dresden. Mehr Effizienz funktioniere nicht nur über Wettbewerb, sondern werde eher durch Reduzierung bei den Krankenhäusern erreicht.

Unkontrollierte Türen
"Der Gesetzgeber kann nicht weitgehend unkontrolliert Türen öffnen und sich dann wundern, dass durch diese geschritten wird", sagte der Chef der Urologie am Dresdner Universitätsklinikum. Der gesetzlich neu eingeführte Wettbewerb funktioniere so nicht, die Politik müsse diese Beschlüsse überdenken, um den Ärzten wieder ethisch geprägte Handlungsspielräume zu schaffen. "Das hilft Klinikunternehmen, aber nicht einem Patienten", sagte der Mediziner.

Ärzte im ethischen Dilemma
Vielmehr führe es zu einer Grauzone und setze die Ärzte "einem ethischen Dilemma" aus. Dadurch kämen Patienten möglicherweise nicht in die Kliniken, die die beste Qualität haben oder werden operiert, statt die beste Therapie zu bekommen. Dabei habe Deutschland ein gutes Gesundheitssystem gehabt. "Niedergelassene Ärzte hatten eine Türwächterfunktion." Nun setze man finanzielle Anreize, deren Praxis kaum überprüfbar sei und schwarzen Schafen Auftrieb gäben. "Viele Ärzte lehnen solche Angebote ab, die weit überwiegende Zahl der Kollegen macht das nicht", sagte Wirth.

Veträg gegenüber Patienten offen legen
Er mahnte zudem Transparenz hinsichtlich der Verträge an, die Krankenhäuser mit niedergelassenen Ärzten schließen. "Der Arzt soll den Vertrag gegenüber den Patienten offenlegen." Diese und andere Forderungen sollen bei einem Forum "Der gekaufte/verkaufte Patient" während des dreitägigen Kongresses diskutiert werden. Rund 6000 Experten aus aller Welt beraten zudem bis zum Samstag unter anderem über Nierentransplantation. Angesichts der Tatsache, dass Betroffene noch immer zu lange auf eine Spenderniere warten müssen, plädierte Professor Wirth für die Zulassung der Überkreuzspende in Deutschland. "Diese Möglichkeit sollte dringend geschaffen werden." Bisher sei eine Nierenspende aus ethischen Gründen nur unter nahen Angehörigen, nicht aber überkreuz möglich.

Gespräch: Simona Block, dpa

 

Wahlkampf im Wartezimmer

Ärzte empfehlen Schwarz-Gelb

Die Facharztverbände und der Medi-Verbund im Südwesten machten keinen Hehl daraus, was sie sich von der Bundestagswahl erwarten: Sie hoffen auf Schwarz-Gelb. Fast jede zweite der 16 000 Arztpraxen im Land blieb nach Schätzung des Ärzteverbunds Medi geschlossen, 5000 Mediziner protestierten in Sindelfingen gegen angebliche Einkommenverluste durch die Reform. Gleichzeitig empfahlen Ärztefunktionäre den Medizinern Wahlkampf für einen Sieg von CDU/CSU und FDP bei der Bundestagswahl am 27. September.

Ministerin äußert Verständnis
Landesgesundheitsministerin Monika Stolz (CDU) äußerte “großes Verständnis” für den Unmut der Ärzte. Dagegen bezeichnete die AOK die Proteste als nicht gerechtfertigt: Die Reform habe weniger dramatische Folgen als von den Medizinern dargestellt, sagte Rolf Hoberg, Vorstandschef der größten gesetzlichen Kasse im Südwesten.

Oettinger verspricht stabile Einnahmen
Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) versicherte den niedergelassenen Ärzten im Südwesten erneut, sie würden in diesem Jahr in der Summe nicht weniger verdienen als 2008. Für dieses Versprechen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stehe er vor den Medizinern in der Sindelfinger Messehalle.

Wahlkampf in den Praxen
Die Facharztverbände und der Medi-Verbund im Südwesten machten keinen Hehl daraus, was sie sich von der Bundestagswahl am 27. September erwarten: Sie hoffen auf Schwarz-Gelb. “Nutzen Sie die Einflussmöglichkeiten, die Sie in Ihren Wartezimmern haben”, rief Bärbel Grashoff, Sprecherin der Facharztverbände, den 5000 Medizinern zu. “Klar, dass wir Wahlkampf in den Praxen machen”, fügte Medi-Landeschef Werner Baumgärnter hinzu.

“Patientenkontakte nutzen”
Grashoff betonte, nur eine Koalition von Union und FDP lasse erwarten, dass sich die miserable Situation der Praxisärzte im Südwesten verbessere. Wenn nur jeder niedergelassene Arzt in Baden- Württemberg zehn Patientenkontakte pro Tag nutze, mache das bis zum Wahltag 1,3 Millionen Wählerstimmen für die favorisierte politische Konstellation, erläuterte Grashoff.

 

Wahlkampf

Opposition einig in Kritik an Gesundheitsfonds

Trotz unterschiedlicher Wahlziele haben FDP, Linke und Grüne die große Koalition in wichtigen sozialpolitischen Fragen einhellig kritisiert. Einig zeigten sich die Spitzenkandidaten der drei Oppositionsparteien in einem TV-Dreikampf am Montag in ihrer Ablehnung des Gesundheitsfonds und beim Wunsch nach Änderungen der Rente mit 67 bis hin zur kompletten Rücknahme. Auch höhere Freigrenzen beim Schonvermögen für Langzeitarbeitslose sind ihnen ein gemeinsames Anliegen.

Die 75-minütige Fernsehrunde mit FDP-Chef Guido Westerwelle und den Spitzenkandidaten von Linkspartei und Grünen, Oskar Lafontaine und Jürgen Trittin, wurde am Montagnachmittag aufgezeichnet. Sie sollte am Abend in der ARD ausgestrahlt werden. In der Diskussion genau einen Tag nach dem TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Frank-Walter Steinmeier (SPD) spielten Themen wie Arbeitsmarkt, Managergehälter, Rente, Steuern und Bildung eine zentrale Rolle.

Keine Prognose von der FDP
Westerwelle warnte vor flächendeckenden Mindestlöhnen und warb für niedrigere Steuern: Werde der Mittelstand entlastet, führe dies auch zu mehr Beschäftigung. Eine Prognose für Vollbeschäftigung lehnte er ab: “Irgendwelche Wolkenkuckuckszahlen verspreche ich nicht.” Die FDP wolle der Politik “eine neue Richtung geben”.

Lafontaine stellte klar, seine Partei wolle den Beschluss zur Rente mit 67 revidieren und die durch zahlreiche Reformen veränderte Rentenformel in der alten Form wiederherstellen. Die Zahldauer beim Arbeitslosengeld soll an die Beitragszeit angepasst werden: Wer 30 Jahre eingezahlt habe, solle 30 Monate Arbeitslosengeld erhalten. Erneut warb er für sichere Einkommen und einen Mindestlohn von zehn Euro: “Der Wettbewerb der Löhne nach unten muss verhindert werden”.

Soli umleiten
Trittin lehnte mit Blick auf die Rente mit 67 eine “schematische Altersgrenze” ab und warb für einen flexiblen Renteneintritt. Er forderte, Niedrigverdiener bei den Sozialabgaben zu entlasten, da damit der Anreiz zur Schwarzarbeit sinke. Beim Solidaritätszuschlag plädierte er für eine Umwidmung der Mittel zugunsten von Bildung und Schuldenabbau.

 

Zuweisermanagement

Ärzte im Visier – Politiker für schärfere Gesetze

Ärzte geraten immer öfter ins Visier der Ermittler - Koalitionspolitiker fordern Gesetzesverschärfungen gegen Korruption im Medizinbetrieb. Mehr Fälle kämen aus dem Dunkelfeld heraus ans Tageslicht, sagte der Leiter der Ermittlungsgruppe «Betrug und Korruption im Gesundheitswesen» bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main, Alexander Badle. Der SPD-Experte Karl Lauterbach forderte einen Korruptionsbeauftragten für das Gesundheitswesen. Der Unions- Pflegepolitiker Willi Zylajew (CDU) verlangte eine umfassende Kronzeugenregelung für die Branche.

Die Zahl der Verfahren steige, sagte Badle der Deutschen Presse- Agentur dpa in Berlin. Grund seien funktionierende Kontrollen. So hätten die Kassenärztlichen Vereinigungen Standardprüfungen. «Ob sie das mit Leben erfüllen, oder ihre Stelle für Fehlverhaltensbekämpfung nur im Organigramm ausweisen, kann von Bundesland zu Bundesland sehr verschieden sein», sagte Badle aber.

Ungeachtet bereits verbesserter Kontrollen forderte Lauterbach im «Spiegel», einen Beauftragte für solche Fälle in der Bundesregierung anzusiedeln. Gegen das «Kartell des Schweigens in den Krankenhäusern» verlangte er zudem: «Ärzte und Pflegepersonal, die Missstände melden, müssen die Garantie erhalten, dass sie deswegen keine Nachteile am Arbeitsplatz bekommen.» Zylajew forderte in dem Magazin Schwerpunktstaatsanwaltschaften gegen «die Auswüchse». Anlass sind laut dem Bericht zwei nun beginnende Prozesse. So werde vor dem Landgericht in Mönchengladbach einem Ex-Chefarzt der Prozess gemacht, der den Tod von sieben Menschen verschuldet haben soll. In Essen beginne das Verfahren gegen einen suspendierten Chefarzt wegen Verdachts, von Kassenpatienten Geld verlangt zu haben, damit er eine lebensrettende Leber früher transplantierte.

Badle berichtete, in den meisten Fällen gehe es um kleinere Beträge. Oft überschritten Praxisärzte aus finanzieller Not heraus die Grenze zum Betrug. «Über 95 Prozent der Strafanzeigen kommen aus dem Bereich der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Krankenkassen.» Typisch sei die Abrechnung von nicht oder nicht in angegebener Weise erbrachten Leistungen durch Ärzte bei den Kassen. Patienten kämen in der Regel nicht zu Schaden.

Zahl entdeckter Manipulationen steigt
Bei der Barmer Ersatzkasse stieg die Zahl der Fälle von zurückgezahltem Geld nach entdeckten Manipulationen binnen drei Jahren von 351 auf 3217 im vergangenen Jahr. «Die Prüfsystematik wurde von Jahr zu Jahr ausgebaut», sagte Sprecher Athanasios Drougias der dpa. 180 Millionen Euro seien nach Vertragsverstößen 2008 an die Techniker Krankenkasse zurückgeflossen, berichtete Sprecher Hermann Bärenfänger. Verbesserte Möglichkeiten zum Abgleich der Kassen-Daten mit den Daten der Arzt-Vereinigungen führten zu mehr Erfolgen.

«Abrechnungsbetrug findet überall statt, bei Ärzten, Optikern, Hebammen», sagte der Juraprofessor und Autor einer einschlägigen Studie, Bernd-Dieter Meier. Die Dunkelziffer sei hoch. Schätzungen belaufen sich von zweistelligen Millionen- bis zweistelligen Milliarden-Schäden.

Staatsanwälte stellen Verfahren ein
Unterdessen stellten laut «Spiegel» mehrere Staatsanwaltschaften Verfahren gegen Ärzte ein, die vom Pharmaunternehmen Ratiopharm Geld oder Geschenke erhalten hatten. Allein in Bielefeld, Paderborn, Bochum sowie Hessen seien über 200 Verfahren eingestellt. Die Staatsanwälte hätten in der Geschenk- und Geldverteilpraxis keinen Straftatbestand erkennen können.

 

IGES Institut

Parteien bieten nur gesundheitspolitischen Lagerwahlkampf

Nur wenig Kritik am derzeitigen Gesundheitswesen, aber grundsätzlich gegenteilige Konzepte zu seiner künftigen Finanzierung, so lassen sich die gesundheitspolitischen Wahlprogramme 2009 der im Bundestag vertretenen Parteien zusammenfassen. Keine Partei bewertet in ihrem Programm die Leistungsfähigkeit des bestehenden Gesundheitssystems grundsätzlich negativ. Bei der Finanzierung spalten sich jedoch bürgerliche und linksorientierte Parteien deutlich auf, wobei einzig die Unionsparteien wenig Konkretes zur Finanzierungsfrage erkennen lassen.

"Privatisieren" oder "mehr Solidarität" lauten die Positionen. So schlägt die FDP vor, dass die Bürger nur noch gravierende Krankheiten versichern müssen, alles weitere frei wählbar absichern können und selbst nach dem Prinzip der Kostenerstattung tragen. Nur noch die Versicherung wirklich Bedürftiger soll nach Vorstellungen der Liberalen weiter solidarisch finanziert bleiben. Mehr Umverteilung von höheren zu niedrigeren Einkommen soll es hingegen nach den Vorstellungen der linksorientierten Parteien geben. Für die Einführung der Bürgerversicherung sowie den Einbezug anderer Einkommensarten zur Finanzierung der Gesundheitskosten sind SPD, Linke und Bündnis 90/Die Grünen. Bis zur Abschaffung der Pflichtversicherungsgrenze geht Die Linke.

"Die jüngsten Reformen waren pragmatische Gemeinschaftsaktionen, die bürgerliche und linke Positionen verwischt haben. Die Gesundheitspolitik in den Wahlprogrammen bietet dagegen genug Zündstoff für einen Lagerkampf ", sagte IGES-Chef Prof. Dr. Bertram Häussler. Bemerkenswert sei, wie nebensächlich der in den vergangenen Jahren heftig kritisierte Gesundheitsfonds in den Wahlprogrammen erscheint. "Vielleicht spüren die Parteien, dass ihnen der Gesundheitsfonds im Falle eines Wahlsieges wichtige Handlungsspielräume eröffnet".

Die immer wieder geäußerte Kritik, Wahlprogramme seien inhaltlich zu unscharf, hielt Dr. Martin Albrecht, IGES-Bereichsleiter Gesundheitspolitik, bei den gesundheitspolitischen Abschnitten für unberechtigt. "Wer genau hinschaut, erkennt eindeutig die politisch-ökonomischen Traditionen der Parteien. Während die bürgerlich-liberalen Parteien die Wahlfreiheit der Bürger, die Eigenverantwortung gegenüber gesundheitlichen Risiken und die Selbstregulation des Marktes betonen, stellen linke Parteien die Gleichheit und die Solidarität der Gesellschaft mit starken Krankenkassen als Vertreter der Patienten in den Mittelpunkt."

Gesundheitspolitik stellt in diesem Wahlkampf offenbar keinen Schwerpunkt dar. Im Durchschnitt machen die gesundheitlichen Abschnitte nur 3,4 Prozent aller Inhalte der Wahlprogramme aus. Für die FDP hat das Thema Gesundheit mit 4,8 Prozent die größte Bedeutung, gefolgt von den Unionsparteien mit 4,4 Prozent, 3,4 Prozent bei der SPD und 2,6 Prozent bei den Linken. Bündnis 90/Die Grünen belegen mit 1,8 Prozent den letzten Platz.

"Der relativ geringe Umfang des Themas Gesundheit in allen Wahlprogrammen zeigt, dass bei dieser Bundestagswahl die medizinische Versorgung nicht als zentrales Problem unter den aktuellen politischen Herausforderungen wahrgenommen wird", sagte die Beraterin und ehemalige Gesundheitsministerin, Andrea Fischer. Dass keine Partei ihre Vorschläge konkret an den zu erwartenden finanziellen Herausforderung messe, verwundere nicht. "Parteiprogramme sind nicht Ort der Ehrlichkeit, welche Belastungen auf die Bürger zukommen werden", erläuterte Fischer.

 

Wirtschaft

Gesundheitskarte

Ein Weg voller Hürden

Vom 1. Oktober an werden in der Pilotregion Nordrhein die Karten schrittweise an die rund neun Millionen Versicherten verteilt. Nach jahrelangem Streit und Verzögerungen startet in Deutschland ein weiteres IT-Großprojekt: die elektronische Gesundheitskarte. Bundesweit soll die noch stark umstrittene elektronische Karte in drei weiteren Runden möglichst bald die bisherige Krankenversichertenkarte ablösen. Krankenakten auf Papier sollen dann bald der Vergangenheit angehören. Bei der Therapie komplexer Krankheiten soll die Karte die Informationswege zwischen Patienten, Ärzten und Kliniken erleichtern. “Es gibt kein Zurück mehr”, sagt der Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Leonhard Hansen, über das IT- Projekt, das wie die LKW-Maut mit jahrelangen Startproblemen zu kämpfen hatte. Die Gesamtkosten werden nach Angaben der Betreibergesellschaft Gematik auf bis zu 1,6 Milliarden Euro geschätzt. Andere Schätzungen gehen von einem weit höheren einstelligen Milliardenbetrag aus.

Doch der Weg zur elektronischen Krankenakte ist noch voller Hürden. Bis etwa Mitte September hatten nach Angaben Hansens erst etwa 35 Prozent der rund 15 000 Praxen das notwendige neue Lesegerät installiert. Nur bis Ende Oktober zahlen die Kassen die rund 1000 Euro für das Gerät und den Aufbau. Bis dahin sollen mindestens 80 Prozent der Praxen das Lesegerät haben. “Es gibt keine Lieferengpässe”, sagt Hansen. “Es ist eine Frage der generellen Bereitschaft.” Bis aber alle Ärzte bereit sind, sollten die Patienten zwei Karten im Portemonnaie haben - die alte und die neue. “Man kann in der ersten Zeit auf Praxen treffen, die fundamentalen Widerstand gegen die neue Karte leisten”, so Hansen. Auch die privaten Versicherungen sind noch nicht mit im Boot.

Neu an der elektronischen Gesundheitskarte ist das Foto, mit dem Missbrauch verhindert werden soll. In der Startphase kann die Karte allerdings kaum mehr als ihre Vorgängerin. Gespeichert sind auf ihr zunächst nur die Stammdaten des Patienten. Auf der Rückseite allerdings befindet sich der europäische Krankenversicherungsschein. Erst wenn die Karte online genutzt werden kann - nach Schätzungen Hansens frühestens im nächsten Jahr -, kann sie zeigen, was sie kann. Pflicht wird das elektronische Rezept. Alle weiteren Patientendaten aber werden freiwillig sein. Der Patient habe großes Verständnis für die Karte, meint der Chef der AOK Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs. “Die Online-Anbindung ist absolut notwendig und sinnvoll”, sagt der Vorsitzende der größten Kasse in der Region. Er fordert, dass sie Pflicht für jeden Arzt wird. Andernfalls könne die elektronische Karte nicht viel mehr als die alte Versichertenkarte leisten. Jacobs ruft die Ärzte auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben. “Die Zukunft ist, dass es eine elektronische Krankenakte gibt.” Den Einwand des mangelnden Datenschutzes hält Jacobs für vorgeschoben. “Vielleicht wird das ärztliche Handeln dadurch auch mal transparenter.”

KV-Chef Hansen sagt: “Herr des Verfahrens ist in jeder Hinsicht - was Speicherung der Daten und Zugang betrifft - der Patient.” Nur wenn die PIN-geschützte Chipkarte des Patienten und der Heilberufsausweis des Behandelnden gleichzeitig im Lesegerät stecken, kann auf die Daten zugegriffen werden. Mit der Online-Anbindung könnten Adressen- oder Kassenwechsel künftig geändert werden, ohne dass wie bisher eine neue Karte ausgestellt werden müsse, sagt Hansen. Die Mediziner sehen das neue elektronische Zeitalter weit skeptischer. “Die Ärzte fühlen sich noch nicht wirklich einbezogen”, sagt das Vorstandsmitglied der Ärztekammer Nordrhein, Christiane Groß. Außerdem hätten viele Ärzte Ängste und Bedenken, dass das Arzt- Patienten-Geheimnis nicht eingehalten werden könne. “Da sind auch die Meldungen über Datenskandale in Unternehmen in der letzten Zeit nicht förderlich.”

 
Anzeige

ZENO-Workshop:

Lean Hospital

Veranstaltung am 11. November 2009 in Berlin

Zeno

In vielen Bereichen ist Kostenoptimierung seit vielen Jahren an der Tagesordnung und trotzdem ist zu erwarten, daß der Druck auf die Kliniken weiter steigen wird. Die Ertragssituation für das Jahr 2010 hat vielfältige Herausforderungen für Ihre Klinik. Allein die Optimierung von Teilbereichen führt unter gegenwärtigen Bedingungen häufig nicht zu einer ausreichenden Ressourcenoptimierung.  Hier bietet sich der Managementansatz des Lean Hospitals als ein komplexer aber auch lohnenswerter Ansatz an, um Kliniken und deren Prozesse zu gestalten.

Um einen umfassenden Einblick zu gewährleisten, werden herausragende Experten aus Klinik, Beratung und Universität Ihnen das Spektrum des Lean-Hospital-Ansatzes auf dieser ZENO-Konferenz präsentieren.

Programm und Anmeldung unter: www.zeno24.de

 

Siemens

Medizintechniksparte unter Beobachtung

Nach drei großen Übernahmen muss der Industriekonzern Siemens seine Ziele in der Medizintechniksparte einem Zeitungsbericht zufolge noch einmal überprüfen. Es sei nicht sicher, ob die zehn Milliarden Euro schweren Einkäufe aus den Jahren 2006 und 2007 im nächsten Jahr tatsächlich einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis je Aktie leisten werden, schreibt die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” in ihrer Ausgabe am Freitag.

“Wir rechnen Modelle hinsichtlich der Erfüllung unserer Erwartungen”, räumte der Chef der Siemens-Medizintechnik Hermann Requardt gegenüber der Zeitung ein. “Summa summarum ist die Diagnostik für uns ein sehr positives Geschäft.” Es laufe, wie es Siemens von Anbeginn geplant habe. “In der Diagnostik ist die bereinigte Umsatzrendite klar im Zielkorridor.”

Siemens Med, hinter General Electric (GE) und vor der niederländischen Philips Electronics die Nummer zwei, hatte 2006 von Bayer die Labordiagnostik für 4,2 Milliarden Euro sowie das amerikanische Unternehmen Diagnostic Products Corp. für 1,5 Milliarden Euro erworben. Ein Jahr später kaufte sie in den Vereinigten Staaten Dade Behring für 5 Milliarden Euro. Das neue Standbein ergänzt das doppelt so große Geschäft mit bildgebenden Systemen (Computertomographen oder Magnetresonanzgeräte).

“Die Preise für die akquirierten Firmen waren nicht niedrig”, gesteht Requardt ein. “Sie waren aber angemessen, davon bin ich immer noch überzeugt.” Die Einbindung der drei Geschäfte sei nach wie vor eine Kernaufgabe. “Wir sind gut unterwegs, aber noch nicht fertig”, sagt Requardt, im Konzernvorstand zugleich zuständig für Technologie und Innovation. Zwei Drittel der angepeilten 500 Millionen Euro Synergien, bezogen auf Kosten und Produktivität, seien realisiert. “Das letzte Drittel kommt im nächsten Geschäftsjahr, dann ist dieser Teil der Integration abgeschlossen.” Das gilt nicht für die Kosten. Die beliefen sich in den ersten neun Monaten auf 182 Millionen Euro und könnten auf 230 bis 240 Millionen Euro im Jahr steigen.”

 
Anzeige

Praxisforum Personal: 3. Fachkonferenz für Personalmanagement im Krankenhaus

Ganzheitliches Personalmanagement – ein Überlebensfaktor für das Krankenhaus der Zukunft

29./30. Oktober 2009 in Berlin

Wieder hebt sich das Praxisforum Personal deutlich von den vielen Tagungsangeboten ab. Konsequent wird der Praxisbezug auch im 3. Personalforum zusammen mit der Uniklinik Köln verfolgt. Diesmal wendet es sich nicht nur an Klinikleitungen und Personaler sondern ausdrücklich auch an Ärzte mit Aufgaben im Personalmanagement. Auf der Agenda stehen übergreifende Themen wie Ganzheitliches Personalmanagement, die Personalseite im Data-Warehouse und die Zielsetzung eines Personalcontrollers. Auf der Konferenz wechseln sich Impulsvorträge mit Workshops ab. Bewährt haben sich diese Mischung und das Arbeiten  im kleinen Kreis mit Praktikern auf beiden Seiten.

Weitere Informationen finde Sie unter www.praxisforum-personal.de.

 

Pharmaunternehmen

Zahlreiche Interessenten für Ratiopharm

In einem ersten Schreiben würden potenzielle strategische Anleger sowie Finanzinvestoren informiert, teilte die Vermögensverwaltung der Merckle-Gruppe mit. Der Verkaufsprozess des Ulmer Generikaherstellers Ratiopharm kommt in Fahrt. In einem ersten Schreiben würden potenzielle strategische Anleger sowie Finanzinvestoren informiert, teilte die Vermögensverwaltung der Merckle-Gruppe, VEM, am Donnerstag in Ulm mit. Der Verkauf an einen Interessenten habe “erste Priorität”. Auch einen Verkauf von Ratiopharm in Teilen schloss VEM nicht aus, wenn sich dadurch bessere Perspektiven für die Veräußerung aller Konzerngesellschaften ergeben würden. “Das Unternehmen ist als Gruppe ein hochattraktives Übernahmeziel für zahlreiche Interessenten”, wird VEM-Geschäftsführer Hans-Joachim Ziems in der Mitteilung zitiert. In Branchenkreisen wird von zwölf bis fünfzehn Interessenten gesprochen.

Voraussichtlich Anfang Oktober erfolge der Versand der umfassenden Verkaufsdokumente, auf deren Basis potenzielle Bieter ihre Angebote abgeben könnten. VEM rechnet wegen der hohen Zahl von Interessenten frühestens im ersten Quartal 2010 mit einem Verkaufsabschluss. Das Unternehmen gehört zur hoch verschuldeten Firmengruppe von Ludwig Merckle und soll auf Geheiß der Gläubigerbanken versilbert werden, um Verbindlichkeiten tilgen zu können. Die Ratiopharm-Gruppe wies 2008 einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro aus.

Ratiopharm ist mit Niederlassungen in 18 Ländern Europas und 25 Ländern weltweit vertreten. Die kanadische Ratiopharm-Tochter könnte getrennt von der deutschen Hauptgesellschaft den Besitzer wechseln. Als Hauptinteressent wurde zuletzt die Novartis-Tochter Sandoz genannt. “Wenn Ratiopharm in Teilen verkauft wird, dann könnte Novartis auch an Nordamerika interessiert sein”, hieß es bei equinet. Die Analysten der DZ Bank hatten Ratiopharm zuletzt mit 2,5 bis 3,0 Milliarden Euro bewertet. In den vergangenen Jahren wurden für Generikahersteller teilweise das Dreifache des Umsatzes bezahlt.

Zahlreiche Interessenten

Als Interessenten für Ratiopharm werden in Finanzkreisen Pharmakonzerne wie Sanofi-Aventis, Pfizer, GlaxoSmithKline, Daiichi Sankyo sowie die Private-Equity -Gesellschaften EQT, Apax und Warburg Pincus gehandelt. Auch dem weltgrößten Generikahersteller Teva Pharmaceuticals wird ein Interesse an Geschäftsteilen in bestimmten Regionen nachgesagt. Daneben hätten auch noch die beiden Generikahersteller Mylan und Watson Interesse an dem Ulmer Unternehmen. Analysten schätzen den Generikamarkt in Deutschland wegen des Margen- und Preisdrucks durch die Rabattverträge mit den Krankenkassen als eher schwierig ein. Sanofi-Aventis-Finanzvorstand Jerome Contamine hatte im Gespräch mit dpa-AFX Anfang September erklärt, der Generikamarkt in Westeuropa sei nicht “sehr attraktiv”.

Mit der Commerzbank und der Royal Bank of Scotland (RBS) hatten zwei der größten Merckle-Gläubiger das Mandat für den Verkauf von Deutschlands zweitgrößtem Generikahersteller erhalten. Die Gläubigerbanken und die VEM Vermögensverwaltung hatten sich im Juni auf eine Verlängerung des Stillhalteabkommens bis Ende 2010 geeinigt. Bis zu diesem Zeitpunkt stunden die Banken ihre Forderungen. Zugleich war der laufende Überbrückungskredit in einen längerfristigen Kredit umgewandelt worden.

Die Merckle-Gruppe war Ende 2008 auch durch die Folgen der Finanzkrise und umfangreiche, überwiegend kreditfinanzierte Engagements von Adolf Merckle in eine Schieflage geraten. Merckle hatte sich im Januar das Leben genommen, kurz vor seinem Tod aber noch den Kompromiss mit den Banken für die Rettung seiner Unternehmen in die Wege geleitet.

 
Anzeige

MCC

„Deutschland nach der Wahl – Der Gesundheitsmarkt im Umbruch”

Veranstaltung am 29. Oktober 2009 in Berlin

MCC

Wie wird das deutsche Gesundheitswesen nach der Bundestagswahl gestaltet? Wie lässt sich eine nachhaltige Finanzierung sicherstellen? Was passiert mit dem Gesundheitsfonds? Welche strukturellen Änderungen sind geplant? Stehen Strukturen wie die KV-en und das klassische PKV-GKV-System vor dem Aus? Wie wird die Kranken­hauslandschaft aussehen? Was passiert mit der Gesundheitskarte? Welchen Regularien wird die Pharmaindustrie ausgesetzt werden?

Auf „Deutschland nach der Wahl – Der Gesundheitsmarkt im Umbruch“ stehen Ihnen kompetente Experten, Vertreter der Regierung und Opposition zur Beantwortung Ihrer Fragen zur Verfügung. Hören Sie unmittelbar nach der Wahl und aus erster Hand, wie es zukünftig im Gesundheitsmarkt weitergehen wird. Sichern Sie sich Ihren persönlichen Wettbewerbsvorsprung.

Melden Sie sich jetzt an! Weitere Informationen unter www.mcc-seminare.de

 

Führungswechsel

Bayer kündigt neuen Vorstandschef an

Großes Stühlerücken im Bayer-Konzern: An die Spitze des Chemie- und Pharmaunternehmens wechselt im Oktober 2010 erstmals ein internationaler Topmanager. Der gebürtige Niederländer Marijn Dekkers werde ab dem Zeitpunkt den langjährigen Bayer-Chef Werner Wenning ablösen, teilte das Unternehmen am Dienstag nach einer Aufsichtsratssitzung in Leverkusen mit. Bereits zum 30. April 2010 verlässt Finanzvorstand Klaus Kühn (58) das Unternehmen. Zu seinem Nachfolger ernannte der Aufsichtsrat Werner Baumann (46), derzeit Vorstandsmitglied der Bayer HealthCare AG.

Ende einer langen Tradition
Mit der Berufung des 51-jährigen Dekkers an die Spitze des Bayer- Konzerns endet eine lange Tradition des Unternehmens, die Vorstandsvorsitzenden aus den eigenen Reihen zu rekrutieren. Wenning wie auch seine Vorgänger Manfred Schneider und Hermann-Josef Strenger hatten ihre Karriere ebenfalls bei Bayer gemacht. Dekkers, der neben der niederländischen auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, ist derzeit Chef des US-Laborgeräteherstellers Thermo Fisher Scientific.

Dekkers kommt im Januar
Wie das Unternehmen weiter mitteilte, wurde der Vertrag von Wenning (62) um acht Monate verlängert. Hierdurch würde sowohl die Kontinuität wie auch eine ausreichende Zeit des Übergangs sicher gestellt, erklärte Aufsichtsratschef Manfred Schneider. Dass die Wahl auf Dekkers als Nachfolger von Wenning gefallen sei, begründete er vor allem mit der internationalen Erfahrung des Managers. Dekkers wird bereits zum 1. Januar kommenden Jahres in den Bayer-Vorstand eintreten und dort in Personalunion den Teilkonzern HealthCare führen. Der bisherige Chef der Gesundheitssparte Arthur Higgins werde das Unternehmen in der ersten Jahreshälfte 2010 verlassen.

Vom Industriekaufmann zum Konzernchef
Wenning steht seit sieben Jahren an an der Spitze des Unternehmens. Der bekennende Fußballfan (Bayer 04 Leverkusen) hatte bei Bayer mit 19 Jahren eine Ausbildung zum Industriekaufmann begonnen und war über zahlreiche Stationen schließlich 1997 in den Vorstand berufen worden. Kurz vor dem Wechsel in den Chefsessel stürzte die Lipobay-Krise Bayer in die größte Krise in der Firmengeschichte. Das Medikament, ein Blutfettsenker, stand im Verdacht, mitverantwortlich für zahlreiche Todesfälle zu sein.

2009 schwächelte Bayer
Wenning stellte alle Geschäfte auf den Prüfstand und brachte Bayer wieder auf Kurs. Unter anderem wurde die traditionsreiche Chemie verkauft und der Pharmakonkurrent Schering geschluckt. Im vergangenen Jahr hatte der Bayer mit rund 108 000 Menschen weltweit einen Umsatz von 32,9 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis (EBIT) von 3,5 Milliarden Euro erzielt. Im ersten Halbjahr 2009 geriet das Unternehmen in den Sog der Wirtschaftskrise, vor allem die Kunststoffsparte.

Teilverkäufe möglich
Es ist nicht ausgeschlossen, dass unter dem künftigen Bayer-Chef der Verkauf der Industriesparte MaterialScience auf die Tagesordnung kommt. Anzeichen hierfür gibt es derzeit aber nicht. Wenning hat in den vergangenen Jahren immer wieder betont, dass eine Trennung von der Kunststoffsparte nicht in Frage komme.

 
Anzeige

ZENO-Veranstaltung:

Zuweisermarketing: Patientenströme erfolgreich lenken - Zuweiser binden, bevor es andere tun

Veranstaltung am 10. November 2009 in Berlin

Zeno

Das eigene Klinikum gegenüber den Wettbewerben zu positionieren heißt heute, den Zuweiser zu verstehen und über attraktive Alleinstellungsmerkmale für den Einweiser zu verfügen. Einweiser sichern zu einem sehr hohen Prozentsatz die Auslastung der Klinik und können deshalb als wichtigster Partner und Kundengruppe angesehen werden.

Die Veranstaltung gibt konkrete Anregungen für den Aufbau eines strategischen Einweisermanagements einerseits, wird aber auch Experten die Möglichkeit geben, das Bestehende kritisch zu überprüfen. Intelligentes Einweisermarketing ist viel mehr als eine monetäre Frage. Die komplexen Anforderungen der Zuweiser müssen verstanden werden, um diese Erkenntnisse in eine zukunftsweisende Strategie münden zu lassen. Nur so werden Sie die Patientenströme in Ihrer Organisation mit Erfolg lenken.

Programm und Anmeldung unter: www.zeno24.de

 

RWI-Prognose

Konjunktur auf dem Wege der Besserung

Die deutsche Konjunktur belebt sich, aber nur langsam. Die Arbeitslosenquote wird im kommenden Jahr auf fast 10 Prozent steigen, schätzt das RWI. Das Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) prognostiziert einen Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 5 Prozent für 2009 und erhöht damit seine Prognose vom Juni 2009 um 1,4 Prozentpunkte. Für 2010 erwartet das RWI ein BIP-Wachstum von 1,2 Prozent. Zudem rechnet das Institut für den Prognosezeitraum mit einer wieder anziehenden Teuerung und einem schwächeren Arbeitsmarkt.

Auch die Weltwirtschaft dürfte sich allmählich erholen. Während die Belebung in den meisten Schwellenländern deutlich ausfallen dürfte, wird die Expansion in den Industrieländern voraussichtlich nicht sehr schwungvoll sein. Das Weltsozialprodukt dürfte in diesem Jahr um 2,5 Prozent zurückgehen, im nächsten Jahr um 1 Prozent wachsen. Risiken drohen dem weltwirtschaftlichen Aufschwung vor allem durch möglichen neuen Abschreibungsbedarf im Finanzsektor aufgrund zunehmender Insolvenzen von Unternehmen sowie durch eine Zunahme protektionistischer Maßnahmen.

Zwar hat die gesamtwirtschaftliche Produktion in Deutschland im zweiten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent zugenommen, nachdem sie zuvor vier Quartale in Folge gesunken war. Gleichwohl ist die Wirtschaftsleistung um 7,1 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Zugenommen haben die privaten und staatlichen Konsumausgaben sowie die Bauinvestitionen.

Teuerung zieht an
Das RWI erwartet eine moderate Belebung der Konjunktur im zweiten Halbjahr 2009. Die Teuerung dürfte anziehen und die Verbraucherpreise in diesem Jahr um 0,4 Prozent, im kommenden Jahr um 1,3 Prozent ansteigen. Vor diesem Hintergrund erwartet das RWI für das Jahr 2009 einen Rückgang des realen BIP von 5,0 Prozent, während es im Juni noch von einem Minus von 6,4 Prozent ausgegangen war.

Arbeitslosenquote von 9,8 Prozent
Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt dürfte sich noch für einige Zeit verschlechtern. Bisher verhinderten Kurzarbeit und andere Anpassungen Entlassungen. Dadurch stiegen die Lohnstückkosten. Unternehmen werden bestrebt sein, die Kosten zu senken, so das RWI. Die Arbeitslosigkeit werde auf 3,7 Millionen Personen am Ende dieses und auf 4,4 Millionen am Ende kommenden Jahres steigen, so die Prognose. Die Arbeitslosenquote dürfte im Jahresdurchschnitt entsprechend von 8,3 Prozent auf 9,8 Prozent steigen.

Die Lage der öffentlichen Haushalte hat sich aufgrund konjunkturbedingter Mindereinnahmen und Mehrausgaben sowie durch die Maßnahmen zur Stabilisierung der Konjunktur bereits deutlich verschlechtert. “Wir erwarten, dass diese Entwicklung sich fortsetzt und das gesamtstaatliche Budgetdefizit in diesem Jahr auf 3,0 Prozent in Relation zum BIP steigen wird, 2010 auf 5 Prozent. Die Schuldenstandsquote (staatlicher Schuldenstand im Verhältnis zum nominalen BIP) dürfte damit Ende kommenden Jahres über 75 Prozent liegen”, schreibt das RWI in einer Mitteilung.

 
Anzeige

EuromedClinic

EuromedClinic gewinnt Bettenprozess

Ablehnungsbescheid des Gesundheitsministeriums wurde aufgehoben

EuroMedClinic

Die EuromedClinic hat den Verwaltungsgerichtsprozess gegen den Freistaat Bayern gewonnen, – die Ablehnung des Antrags der Klinik auf Aufnahme in den Krankenhausplan und damit der Zulassung zur Behandlung gesetzlich Versicherter war rechtswidrig. Das Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit muss nun einen neuen Bescheid erlassen, der der Rechtsauffassung des Gerichts entspricht. Geschäftsführer Dr. med. Guido J. Quanz ist mit dem Urteil zufrieden: „Wir haben erreicht, was wir wollten. Das Ministerium muss einen neuen, rechtlich einwandfreien Bescheid erlassen, behält aber Einfluss auf die Ausgestaltung und das ist für uns in Ordnung. Wir wollen ja eine Ergänzung des medizinischen Angebots in der Region sein und nicht alles auf den Kopf stellen. Und die 97 von uns beantragten Betten werden bei über 8.000 Betten in der Region auch keine Erdbeben auslösen.“

Zu den Details der Entscheidung äußert sich der zweite Geschäftsführer, Dr. med. Clemens Ritter von Kempski: „Das Gericht hat signalisiert, dass es bereits in drei bis vier Wochen die Urteilsbegründung mit seiner detaillierten Rechtsauffassung zustellen will. Eine Zulassung wird vermutlich mit der Auflage verbunden sein, dass wir zunächst ausreichendes Personal nachweisen, aber das ist ja ohnehin in unserem Interesse. Wir wollen ja attraktiv für die Patienten aus der Region sein und sie nicht am Anfang vergrätzen. Außerdem ist es möglich, die Betten schrittweise zu eröffnen.“

Die EuromedClinic hatte im Gerichtsverfahren mit dem gesetzlich verankerten Prinzip der Vielfalt der Krankenhausträger bei unter 2% Anteil privater Träger in der Region argumentiert. Außerdem könnten Steuergelder durch den möglichen Verzicht von Baumaßnahmen an anderer Stelle eingespart werden. Die Klinik hatte im Prozess nochmals Bereitschaft zu einem Kompromiss gezeigt. Das Gesundheitsministerium war nicht kompromissbereit und hatte vor allem darauf verwiesen, dass die EuromedClinic eine eigene Gesellschaft für die Kassenbetten gegründet hatte, die noch nicht als Krankenhaus tätig ist, – auch wenn der gleiche Gebäudekomplex genutzt und das gleiche Leitungsteam die neue Gesellschaft betreiben würde.

Kontakt für Rückfragen und Interviewmöglichkeit mit Dr. Guido Quanz, Geschäftsführer: Mobil: +49 (171) 85 65 362

Weitere Informationen finde Sie unter www.euromed.de.

 

Tablettenverpackung

Krankenversicherer testen Blister im Saarland

Die drei privaten Krankenversicherungen Barmenia, DBK und Inter bieten Patienten jetzt Tabletten in einer Blisterbox an. Die individuelle Tablettenverpackung erleichtert Patienten, die dauerhaft mindestens drei verschiedene Arzneimittel täglich einnehmen müssen, die regelmäßige Tabletteneinnahme. Die neuartige 7x4 Box ist ein so genannter Wochenblister, das heißt eine spezielle Verpackung, die die dauerhaft einzunehmenden Tabletten in vier Tablettenfächern pro Tag vorsortiert für eine Woche (28 Fächer) enthält. Dafür stellt der Arzt – mit Hinweis auf die 7x4 Box - ein entsprechendes Rezept aus. Die vom Patienten ausgewählte Apotheke leitet dies an das Unternehmen 7x4 Pharma weiter. Fünf Tage später liegt der Blister in der Apotheke zur Abholung bereit.

Mit dem neuen Angebot wollen die Versicherungen die Einhaltung der ärztlichen Verordnung unterstützen, die Therapietreue verbessern - und so Geld sparen. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass rund 30 Prozent der chronisch Kranken ihre vom Arzt vorgeschriebene Medikation bereits 10 Tage nach Therapiebeginn nicht mehr einhalten. Durch nicht eingenommene Medikamente fallen außerdem jährlich allein in Deutschland rund 4.000 Tonnen Arzneimüll an.

Zunächst ist das Angebot der Versicherer in der Startregion Saarland verfügbar, bei erfolgreichem Verlauf wollen die Unternehmen die Blister deutschlandweit ausdehnen. Die Versicherungen arbeiten dafür mit dem Bundesverband Deutscher Apotheker (BVDA) und 7x4 Pharma zusammen.

Das Unternehmen 7x4 Pharma, das zu Kohlpharma gehört, hat bereits im Juni ein ähnliches Pilotprojekt mit den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) Berlin und Sachsen gestartet. In Sachsen handelt es sich - ähnlich wie im Saarland - um ein Projekt mit Niedergelassenen Ärzten, in Berlin beliefert 7x4 Pharma AOK-Versicherte in Pflegeheimen.

 
Anzeige

MEDICA 2009:

Weltforum der Medizin – Internationale Fachmesse mit Kongress

Veranstaltung vom 18. bis 21. November in Düsseldorf

Die weltgrößte Medizinmesse MEDICA umfasst die gesamte Bandbreite an Exponaten für die ambulante und stationäre Versorgung. Sie präsentiert ein eindrucksvolles Portfolio an Produkten, Themen und Unternehmen – von innovativen kleinen Betrieben über mittelständische Unternehmen bis zu Global Playern. Eine klare, nach Branchensegmenten gegliederte Struktur bietet den Fachbesuchern auf dem Messegelände eine schnelle Orientierung.

Das Internetportal www.MEDICA.de sorgt dabei schon im Vorfeld an 365 Tagen im Jahr für aktuelle Informationen über Neuheiten aus der Szene, Produktinnovationen und Dienstleistungen. Zu attraktiven Programmschwerpunkten gehören u.a. MEDICA Kongress, MEDICA MEDIA (Telemedizin + IT) und MEDICA VISION (Forschung).

Weitere Informationen finden Sie unter www.MEDICA.de.

 

Betriebskrankenkassen

Dematic fusioniert mit Novitas

Die Betriebskrankenkasse (BKK) Dematic schließt sich am 1. Oktober 2009 mit der Novitas BKK zusammen. Die neue Krankenkasse trägt den Namen Novitas BKK - Die Präventionskasse und hat ihren Sitz in Itzehoe. Dies haben die Verwaltungsräte der beiden Betriebskrankenkassen übereinstimmend beschlossen. Zusatzbeiträge wird die neue Krankenkasse nicht erheben: "Unsere Finanzbasis ist absolut solide, wir werden das ganze Jahr über ohne Zusatzbeiträge auskommen.

Und selbstverständlich wird es auch bei diesem Zusammenschluss keine betriebsbedingten Kündigungen geben", betont Ernst Butz, Vorstand der Novitas BKK - Die Präventionskasse. Die Novitas BKK ist als Krankenversicherer für ganz Deutschland aus dem Zusammenschluss mehrerer Betriebskrankenkassen entstanden. Ihr Ursprung geht auf 1864 zurück. Bei den bundesweit geöffneten Kassen nimmt sie Platz 20 ein und steht weiteren Zusammenschlüssen offen gegenüber.

 
Anzeige

Pflegemesse Leipzig und homecare leipzig:

Mehr als 300 Aussteller für Pflege und Homecare

Veranstaltung vom 29. September bis 1. Oktober in Leipzig

Die Pflegemesse Leipzig und die homecare leipzig präsentieren vom 29. 9. bis 1. 10. 2009 die gesamte Palette der Pflege und Homecare-Versorgung auf 17.000 qm² Ausstellungsfläche. Mehr als 300 Unternehmen reisen nach Leipzig. Das Angebot in der Ausstellung der Pflegemesse Leipzig reicht von Pflegehilfsmitteln, Einrichtung und Ausstattung bis hin zu EDV-Technik und Fachliteratur. Im Rahmen der Pflegemesse Leipzig findet erstmals die homecare leipzig - Fachausstellung und Kongress für vernetzte und intersektorale Patientenversorgung - statt.

Ihr Angebotsspektrum umfasst Hilfsmittel und Medizinprodukte, Pflegegeräte und Reha-Technik sowie Kommunikationstechnik für den ambulanten Bereich. Parallel finden die Fachkongresse mit 116 Seminaren und mehr als 250 Referenten statt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.pflegemesse.de.

 

Hausärztliche Versorgung

Ärzteverband startet Kampagne

Nur wenige Kassen haben mit den Hausärzteverbänden Verträge für eine bessere Versorgung geschlossen, darauf weist eine Kampagne hin. Die meisten Krankenkassen bieten ihren Versicherten bisher keine besondere hausärztliche Versorgung (HZV) an, obwohl sie hierzu seit Jahresbeginn gesetzlich verpflichtet sind. Eine Umsetzungsfrist ist am 30. Juni 2009 verstrichen.

"Der Hausärzteverband und seine Landesverbände als Verhandlungspartner der gesetzlichen Kassen wehren sich gegen deren Verzögerungstaktik", heißt es in einer Mitteilung des Verbands. Am 13. September 2009 startete der Verband deshalb eine bundesweite Aktion über das Internet, Tageszeitungen und Arztpraxen. Kernmaßnahme der Informationsoffensive "HZV-Ampel" ist eine plakative Internetseite ( www.hzv-ampel.de ). Dort ist zu lesen, welche Krankenkasse ihren Versicherten den neuen gesetzlich verankerten Hausarzttarif bereits anbietet.

"Die Ampel bietet den Versicherten einen schnellen Überblick, bei welchen Kassen sie diese besonderen hausärztlichen Leistungen angeboten bekommen. Wir erwarten, dass die Kassen im Licht der Öffentlichkeit ihre Hinhaltetaktik aufgeben werden und wir neuen Schwung in die Verhandlungen bringen", erklärte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt.

Ein weiterer zentraler Teil der Aktion ist eine Sonderbeilage zum Thema "hausarztzentrierte Versorgung" in überregionalen Zeitungen. Gestartet wurde mit einer Auflage von über zwei Millionen in der Bild am Sonntag am 13. September.

 
Anzeige

10. Berliner Gespräche zum Gesundheitswesen

Wohin steuert die Gesundheitsversorgung nach der Bundestagswahl?

Veranstaltung am 13. November 2009 in Berlin

BBG 2009

Die Regierungszeit einer großen Koalition geht zu Ende. In wenigen Tagen wird der neue Bundestag gewählt und es ist davon auszugehen, dass die neue Regierung über eine weitere Gesundheitsreform beraten wird.

Wird der eingeschlagene Weg von Gesundheitsfonds und Morbi-RSA fortgesetzt und weiterentwickelt? Welche Strukturen benötigen Krankenkassen und Leistungserbringer für einen marktgerechten und geordneten Vertragswettbewerb? Kommt es zu einer Ablösung der sektoralen Finanzierung?

Antwort zu diesen und vielen weiteren Fragen erhalten Sie bei der diesjährigen Jubiläumsveranstaltung der 10. Berliner Gespräche zum Gesundheitswesen. Tagungsleitung: Prof. Dr. jur. Schnapp, Dr. jur. Wigge, Dr. med. Oesingmann.

Melden Sie sich jetzt an! Tagungsprogramm und Anmeldung unter www.bgg2009.de.

 

Krankenkassen

Spibu erwartet "Welle von Zusatzbeiträgen"

Trotz eines Milliarden-Überschusses im ersten Halbjahr 2009 wird für Millionen Bundesbürger die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) vermutlich teurer. Der GKV-Spitzenverband (Spibu) jedenfalls rechnet Anfang des nächsten Jahres «mit einer Welle von Zusatzbeiträgen», wie die Chefin des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, der Tageszeitung «Die Welt» (Freitag) sagte. Den Beitragssatz sieht sie weiterhin stabil bei 14,9 Prozent.

Trotz des Halbjahres-Überschusses von rund 1,2 Milliarden Euro werden die Kassen laut Pfeiffer am Jahresende «bestenfalls bei einer schwarzen Null landen». Ohne das Darlehen des Bundes hätte der Gesundheitsfonds, aus dem die Kassen ihr Geld erhalten, «gewaltige Finanzprobleme». Anfang Oktober lägen die neuen Finanzdaten für die Krankenversicherung vor. «Dann kalkuliert jede Kasse, ob sie mit den Einnahmen aus den Fonds klar kommt oder aber einen Zusatzbeitrag erheben muss», sagte Pfeiffer.

 

Strategische Bedeutung

Merck übernimmt Hersteller von Effektpigmenten in China

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck übernimmt in China einen führenden Anbieter von Effektpigmenten. Wie das Darmstädter Unternehmen mitteilte, sei die Übernahme der Suzhou Taizhu Technology Development Co Ltd ("Taizhu") für das Pigmentgeschäft von Merck von hoher strategischer Bedeutung. Die Transaktion habe einen Wert von 28 Millionen Euro. Dafür gingen die Vertriebsorganisation von Taizhu sowie die Produktionsstätte am Unternehmenssitz in Taicang, nahe Schanghai, an Merck.

Taizhu zähle mit einem Umsatz von über 14 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr und 300 Mitarbeitern zu den größten Unternehmen im chinesischen Markt für Effektpigmente. Taizhu ergänze das Produktportfolio von Merck um das mittlere Preissegment, erklärte Sparten-Chef Klaus Bischoff. China zählt den Angaben zufolge zu den am schnellsten wachsenden Märkten für Effektpigmente. Laut Marktforschern könnte China schon im nächsten Jahr zum zweitgrößten Markt nach den USA aufsteigen. Effektpigmente finden Verwendung in der Lack-, Kunststoff-, Druck-, Kosmetik-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie.

 

Namen & Nachrichten

Klinik-Skandal

Doktor Pier und die Gier

Das Verfahren gegen den Klinikbesitzer und Chefarzt Arnold Pier wirft ein düsteres Licht auf das deutsche Gesundheitssystem. Umringt von seinen drei Anwälten scheint das Selbstbewusstsein von Dr. Arnold Pier (53) ungebrochen. Der umstrittene Mediziner steht seit Donnerstag in Mönchengladbach als Hauptangeklagter im Prozess um einen der größten deutschen Klinik- Skandale vor Gericht. Das Verfahren wirft ein düsteres Licht auf das deutsche Gesundheitssystem. Auf 382 Seiten wirft die Staatsanwaltschaft dem Arzt und fünf weiteren Medizinern vor, Leben und Gesundheit ihrer Patienten dem Profitstreben untergeordnet zu haben. Die erschreckende Bilanz der Ermittler: sieben tote Patienten und 60 Verletzte.

Haus stand vor der Pleite

Der Hauptangeklagte war Klinik-Besitzer, Chefarzt und ärztlicher Direktor in einer Person und ist immer noch Geschäftsführer des kleinen St. Antonius-Krankenhauses in Wegberg bei Mönchengladbach. Als er die kleine Klinik am 1. Januar 2006 für 26 000 Euro erwarb, stand das Haus vor der Pleite. Was dann geschah, soll in den kommenden Monaten akribisch aufgeklärt werden.

Mit einer ungeheuren Machtfülle ausgestattet, soll Pier sofort daran gegangen sein, aus der defizitären Klinik ein Profitcenter zu machen. Kosten runter, Einnahmen rauf - sehr schnell sollen bei diesem betriebswirtschaftlich motivierten Brachialkurs die Gesundheit der Patienten und die ärztliche Ethik unter die Räder gekommen sein.

Zitronensaft statt Desinfektionsmittel

So soll Pier veranlasst haben, Patienten frisch gepressten Zitronensaft in offene Wunden zu träufeln, um Desinfektionsmittel zu sparen. Auch bei Blutkonserven und teuren Medikamenten sei auf Kosten der Patienten gespart worden. Auf der anderen Seite sei der Umsatz mit dem Skalpell angekurbelt worden. So sollen Patienten gesunde Organe entnommen worden sein. Ohne Not seien sie ohne Darmteile, Gallenblasen, Nieren und Brustfelle aus der Narkose erwacht.

Eine anonyme Strafanzeige mit “Insiderwissen” brachte den Skandal 2007 ins Rollen, in dessen Zuge Pier als einziger aus der Ärzteriege die Zulassung verlor. Vier Mal soll sich Pier nach Ansicht der Ermittler der fahrlässigen Tötung, drei Mal der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft hat 106 Zeugen und sechs medizinische Gutachter benannt, um ihre Vorwürfe in den kommenden Monaten zu beweisen.

Befangenheitsantrag gegen den Richter

Mit Geständnissen kann die Strafkammer unter Vorsitz von Richter Lothar Beckers kaum rechnen - im Gegenteil: Gleich nach Prozessbeginn verhinderte Verteidiger Egon Geis am Donnerstag, dass die Anklage verlesen werden konnte. Zunächst muss sich das Gericht mit einem Befangenheitsantrag beschäftigten. Weil Richter Beckers den Chefarzt für ein halbes Jahr in Untersuchungshaft geschickt hatte, sei er möglicherweise voreingenommen, argumentiert Geis.

Und Geis kündigte bereits weitere Anträge an: “Wir haben noch ein paar in der Tüte.” Im Übrigen werde sich sein Mandant bald zu den Vorwürfen einlassen. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

 

Wettbewerb

Gesundheitscampus kommt nach Bochum

Die Entscheidung, den Gesundheitscampus NRW in Bochum anzusiedeln, sorgt nach einer Meldung der Online-Plattform “Der Westen” (12.9.) insbesondere in Essen und Aachen für Neid. "Auch wenn das Land seinen Entschluss wiederholt bekräftigt hat, lassen die Mitbewerber nicht locker.

Der Gesundheitscampus NRW (mit der Neugründung der Fachhochschule für Gesundheitswirtschaft) kommt nach Bochum. Die absehbare Millionen-Euro-Investition sorgt jenseits der Stadtgrenzen für Neidgefühle. So wurde deutlich, dass Essen nicht locker lässt, um doch noch anstelle Bochums den Gesundheitscampus zugesprochen zu bekommen – und das, obschon das Land seinen Entschluss pro Bochum wiederholt bekräftigt hat. Auch Aachen, ein weiterer bedeutender Hochschul- und Gesundheitstandort Nordrhein-Westfalens, hat immer wieder seine vorgeblich "berechtigten” Ansprüche reklamiert.

Nun wird nachgelegt; werden weiterhin Ansprüche geltend gemacht, an dem Projekt zumindest teilnehmen zu wollen bzw. zumindest Teilbereiche des Campus' zugesprochen zu bekommen. Aufschlussreich in diesem Zusammenhang ist ein Beitrag, den die "Aachener Nachrichten” dieser Tage veröffentlichten."

 

TK-Gesundheitsreport

Jüngere häufiger krank als Ältere

Ältere Arbeitnehmer fehlen länger, junge häufiger. Junge Erwerbspersonen zwischen 15 und 20 Jahren sind nach Angaben des aktuellen Gesundheitsreportes der Techniker Krankenkasse (TK) mit durchschnittlich 1,8 Krankschreibungen fast doppelt so häufig krankgeschrieben wie ihre Kollegen zwischen 45 und 55 Jahren. Allerdings sind die älteren Erwerbspersonen im Krankheitsfall durchschnittlich mit fast 14 Tagen circa acht Tage länger krank als die Berufsanfänger mit unter sechs Tagen.

Über alle Altersgruppen hinweg lag der Krankenstand der bei der TK versicherten Erwerbspersonen im vergangenen Jahr bei 3,08 Prozent. Jede Erwerbsperson war statistisch gesehen 0,97-mal krankgeschrieben und im Krankheitsfall 11,6 Tage arbeitsunfähig.

Der TK-Gesundheitsreport analysiert jedes Jahr die Krankenstandsdaten sowie Arzneimittelverordnungen der 2,8 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie "Arbeitslosengeld I-Empfänger".

 

Umfrage

Patienten müssen künftig länger warten

Die Patienten in Deutschland müssen nach Einschätzung der meisten niedergelassenen Ärzte künftig länger auf einen Arzttermin warten als heute. Rund 69 Prozent erwarten längere Wartezeiten, berichtete die Allianz Deutscher Ärzteverbände unter Berufung auf eine von ihr in Auftrag gegebene Umfrage in Berlin. 24 Prozent erwarten keine Änderung. 65 Prozent der niedergelassenen Ärzte meinen, sie könnten sich derzeit genügend Zeit für ihre Patienten nehmen. Dieser Auffassung waren aber nur 33 Prozent der Klinikärzte.

Das Institut für Demoskopie Allensbach hatte Ende August und Anfang September 2009 rund 530 Ärzte befragt.

 

Krankenversicherung

BAföG-Studenten können Zuschuss für Krankenkassenbeiträge erhalten

Studierende, die BAföG bekommen, können einen Zuschuss für ihre Krankenkassenbeiträge erhalten. Darauf macht die Techniker Krankenkasse (TK) aufmerksam. BAföG-Empfänger, die einen eigenen Beitrag zahlen - in der Regel ab dem 25. Geburtstag, wenn sie Wehr- oder Zivildienst geleistet haben entsprechend später -, können bei den Studentenwerken einen Zuschuss beantragen, erklärt der TK-Sozialversicherungsexperte Ralph Schneider. Für die Krankenversicherung erhalten sie monatlich 54 Euro und für die Pflegeversicherung 10 Euro. Die dafür notwendige Bescheinigung bekommen die Versicherten bei ihrer Krankenkasse.

 

USA

Neuer Chief Executive Officer der Helsinn Group, Helsinn Therapeutics (U.S.) Inc.

Im Rahmen der Entwicklungsstrategie der Helsinn Group ist Dr. William Mann zum neuen CEO der US- amerikanischen Tochtergesellschaft Helsinn Therapeutics (U.S.) Inc. ernannt worden. Dr. William Mann war bei Helsinn Therapeutics, das von der Firmengruppe kürzlich erworben worden ist, bereits Chief Operating Officer und hatte bei einem Schweizer multinationalen Unternehmen führende Positionen in den Bereichen Geschäftsentwicklung und Forschung inne.

Helsinn hat ferner bekannt gegeben, dass William Brown zum Vizepräsidenten für den Bereich Commercial Operations USA ernannt und mit der Aufgabe betraut worden ist, den Direktverkauf von Helsinn Therapeutics in den USA voranzutreiben. Brown hat bereits zuvor für multinationale Unternehmen gearbeitet. So war er etwa im Supportive-Care-Management tätig und hier insbesondere für Aloxi von MGI Pharma verantwortlich.

 

Vorbild

Kämpferin gegen die Lepra: Ruth Pfau wird 80

Heute Mittwoch (9.September) wird die Nonne und Medizinerin Ruth Pfau, geboren in Leipzig, 80 Jahre alt. Doch nicht nur in Pakistan, auch in Deutschland ist Pfau für ihr Engagement Lob und Anerkennung sicher. "Ohne Ruth Pfau wäre Hilfe für Pakistan nicht möglich gewesen. (...) Sie hat ungezählte Menschen vor dem Tod bewahrt, jetzt gilt es, mehr als zwei Millionen Menschen, die weltweit durch die Lepra entstellt sind, wieder in die Gesellschaft einzugliedern", sagte etwa der Sprecher der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW), Jochen Hövekenmeier. Auch die Christoffel- Blindenmission unterstützt die Programme der Leipzigerin, um Lepra, Tuberkulose und Blindheit zu bekämpfen.

Schon früh nach ihrem Medizinexamen wurde der Ärztin klar, dass sie nicht den klassischen Karriereweg im deutschen Gesundheitswesen einschlagen würde. Im Frühjahr 1960 machte sie sich auf nach Karachi. Dort traf sie auf Aussätzige. "Ich saß im Elendsviertel am Fluss Lyary abends mit Menschen am Feuer, die am nächsten Tag tot waren", erzählte sie der Deutschen Presse-Agentur dpa. Einige Monate später begann sie mit finanzieller Hilfe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, das erste Lepra-Krankenhaus Pakistans zu bauen. Pfau reiste durchs Land, suchte Blinde und Lepra- Kranke in ihren Dörfern auf. Ende der 70er Jahre ernannte die pakistanische Regierung sie zur Beraterin. In den 90ern gründete das DAHW die Ruth-Pfau-Stiftung. Sie soll die Arbeit der mehrfach ausgezeichneten Medizinerin bewahren.

Auch mit 80 Jahren denkt die knapp 1,50 Meter große Frau nicht an den Ruhestand: "Weitermachen ist Unsinn, Aufhören noch unsinniger. Also machen wir weiter." Nach Deutschland will Pfau, die seit 1988 Ehrenbürgerin Pakistans ist, noch einmal zurück. Leben will sie in ihrem Geburtsland aber nicht mehr. "Pakistan ist jetzt mein Land. Dort will ich auch begraben sein."

 

Nachfolge:

Neuer Ärztlicher Direktor an der Neurologischen Klinik im Bürgerhospital

Prof. Dr. Hansjörg Bäzner wird ab 01. November 2009 als Ärztlicher Direktor die Neurologische Klinik im Bürgerhospital leiten. Der gebürtige Stettener (Filder) tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Horst Wiethölter an, der nach über 17 Jahren erfolgreicher Arbeit im Klinikum Stuttgart zum 31.10.2009 in Ruhestand gehen wird.

Prof. Dr. Hansjörg Bäzner ist derzeit leitender Oberarzt und ständiger Vertreter des Klinikdirektors der Neurologischen Universitätsklinik Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Er ist seit dem Jahr 2000 Facharzt für Neurologie. Die Habilitation erfolgte 2004. Zum außerplanmäßigen Professor der Universitätsklinik Heidelberg wurde er 2008 ernannt. Prof. Bäzner hat im Fachgebiet der Neurologie einen hervorragenden Ruf.

Aufbauend auf einer sehr breiten klinischen Erfahrung liegen seine Schwerpunkte auf dem Gebiet der neurovaskulären Erkrankungen, der neurologischen Intensivtherapie und der neuromuskulären Bewegungsstörungen. Insbesondere im Bereich der Akutneurologie und der Behandlung des Schlaganfalles verfügt er über langjährige und exzellente Erfahrung. So war u.a. maßgeblich an der konzeptionellen Entwicklung der Erweiterung der Stroke Unit und am Aufbau des Schlaganfall-Kompetenzzentrums Mannheim beteiligt.

 

Klinik-News

Uniklinik Göttingen

Auszeichnung für Barbara Schulte

Barbara Schulte ist Healthcare-Managerin des Jahres 2009. Den Preis bekommt Schulte, die an der Uniklinik Göttingen Vorstand für Wirtschaftsführung und Administration ist, von der Rheinischen Fachhochschule Köln verliehen. Die Auszeichnung soll die Leistungen von Frauen in Managementfunktionen hervorheben. Die 43-jährige Schulte hat nach ihrer Qualifikation als Krankenschwester ein Betriebswirtschaftsstudium absolviert. Seit November 2007 bekleidet sie den Vorstandsposten der Uniklinik Göttingen. Zuvor war sie Pflegevorstand der Uniklinik Schleswig-Holstein. Die Verleihung erfolgt beim 7. Rheinischen Kongress für Gesundheitswirtschaft. Der Kongress findet vom 30. September bis 1. Oktober 2009 im Maternushaus in Köln statt. Veranstalter sind die Rheinische Fachhochschule Köln und das Institut für Medizin-Ökonomie & Medizinische Versorgungsforschung.

 

Charité

Wowereit gegen Zusammenschluss mit Vivantes

Berlins Regierender Klaus Wowereit (SPD) hat sich laut einem Bericht der Berliner Tageszeitung “B.Z.” gegen einen Zusammenschluß der beiden großen Krankenhauskomplexe Charité und Vivantes zu einem Konzern ausgesprochen. Er widersprach damit seinem Wissenschaftssenators Thomas Flierl. Der Senat habe sich offiziell dazu aber noch keine abschließende Meinung gebildet, sagte Wowereit der “B.Z.”. Wenn er nach seiner persönlichen Meinung gefragt werde, sei er dagegen. Der Regierende Bürgermeister sagte der Zeitung, er halte es aber für sinnvoll, die Zusammenarbeit der Kliniken zu fördern.

 

Charité

Professor beurlaubt

Ein halbes Jahr nach Bekanntwerden der Tests für eine neue pflanzliche Potenzpille ist der verantwortliche Berliner Professor beurlaubt worden. Das sei auf eigenen Wunsch und mit sofortiger Wirkung geschehen, sagte eine Sprecherin des Universitätsklinikums Charité am Donnerstag auf Nachfrage. Dem bisherigen Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin wird vorgeworfen, die Untersuchungen ohne die gängigen wissenschaftlichen Parameter durchgeführt zu haben.

Der Fall war im Frühjahr bekanntgeworden und hatte an Europas größtem Universitätsklinikum für eine Menge Ärger gesorgt. Damals hatte sich ein Mitarbeiter des Professors in verschiedenen Medien zu den Tests mit der Pille geäußert. Wie sich jedoch herausstellte, war der Mitarbeiter kein Mediziner, sondern lediglich ein Student, der seine Doktorarbeit plante. Nach Angaben der Charité war er auch nicht berichtigt, Erklärungen für das Klinikum abzugeben.

Die Charité zog schon bald Konsequenzen und erstattete wenig später Anzeige. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, nun sagte, laufen die Ermittlungen gegen den Professor noch dazu noch. Zunächst müssten die Ergebnisse der Durchsuchungen vor mehreren Wochen abgewartet werden. Erst dann könne man sagen, ob sich die Vorwürfe erhärten ließen. Die Beurlaubung habe auf diese Ermittlungen keinen Einfluss.

 

Klinikum Mutterhaus

Neuer Chefarzt für Gefäßchirurgie

Nach 13 Jahren als Chefarzt am Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen geht Christian Doletschek in den Ruhestand. Seine Nachfolge hat Christian Sprenger bereits Anfang August übernommen. "Von 2000 bis Ende 2002 wurde ich hier bereits zum Gefäßchirurgen und Phlebologen ausgebildet. Ich freue mich, wieder hier im Team der Gefäßchirurgie zu arbeiten." Zum Leistungsspektrum der Gefäßchirurgie am Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen gehören operative Eingriffe an den Halsschlagadern und den Gefäßen im Brust- und Bauchraum. In der Gefäßchirurgie des Klinikums Mutterhaus werden auch Krampfaderleiden behandelt sowie langfristige Gefäßzugänge für die Dialyse oder eine Infusionstherapie (beispielsweise eine Chemotherapie) implantiert.

 

Nordrhein-Westfalen

NRW-Patient bleibt acht Tage in der Klinik

Mehr Ärzte und Patienten, weniger Krankenhäuser und Pflegepersonal - das sind die Eckdaten für die Krankenhausentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Rein rechnerisch kamen im bevölkerungsreichsten Bundesland im vergangenen Jahr 228 Krankenhausaufenthalte auf je 1000 Einwohner. Das teilte das Landesamt für Statistik am Dienstag in Düsseldorf mit. Im Vergleich zum Jahr 2000 nahm die Zahl der vollstationär behandelten Patienten 2008 um 6,6 Prozent auf rund 4,1 Millionen zu. Allerdings ist die Verweildauer seitdem gesunken: Waren es damals noch 10,4 Tage, blieb der «Durchschnittspatient» 2008 nur noch 8,3 Tage.

 

Klinik-Holding-Nordhessen

Manager-Zuschläge erzürnen Politiker

Die Klinik-Holding-Nordhessen macht Verluste, die Belegschaft verzichtete deswegen auf sechs Prozent Lohn. Doch jetzt sollen die Manager nach einer Meldung von hr-online (9.9.) “plötzlich kräftige Zuschläge bekommen”. hr-online schreibt wörtlich: "Es ging wie so oft um die Sicherung von Arbeitsplätzen. Jobs standen auf dem Spiel, weil die "Gesundheit Nordhessen Holding" (GNH) rote Zahlen schrieb. Deswegen hatten sich Schwestern, Pfleger und Ärzte im vergangenen Jahr dazu bereit erklärt, auf sechs Prozent Lohn zu verzichten. Betroffen sind rund 4.600 Beschäftigte.

Weiter oben will man von Lohnverzicht aber offenbar nichts mehr wissen. Zwar hatten sich auch die beiden Vorstände, Gerhard Sontheimer und Birgit Dilchert, die Gehälter kürzen lassen. Doch jetzt hat der Aufsichtsrat den beiden Vorständen eine saftige Aufstockung ihrer Jahreseinkünfte genehmigt: Sontheimers Bezüge steigen nach hr-Informationen um 36.000 Euro oder knapp 13 Prozent auf 315.000 Euro. Dilchert soll künftig 197.000 Euro verdienen - ein Plus von gut 26 Prozent oder 41.000 Euro."

Gleichzeitig sinken zwar die Abfindungsansprüche der Vorstände deutlich." Hr-online berichtet auch vom scharfen Protest vieler Kommunalpolitiker.

 

Belegungszahlen

Dynamik im Gesundheitswesen bestimmt Malteser Trägergesellschaft

In den Malteser Krankenhäusern ist der Anteil der Patienten, die 65 Jahre und älter sind, in den vergangenen sechs Jahren deutlich gestiegen. Betrug der Anteil 2002 noch 38 Prozent an allen behandelten Patienten, so lag er im Jahr 2008 bereits bei knapp 50 Prozent. Gleichzeitig ist im selben Zeitraum die durchschnittliche Verweildauer von 8,5 auf 7,3 Tage zurück gegangen. Der Trend zur Ambulantisierung hält weiter an: So hat sich die Zahl der ambulanten Operationen von über 6.000 im Jahr 2002 auf über 15.000 im Jahr 2008 mehr als verdoppelt. Das weisen die aktuellen Unternehmenszahlen 2008 der MTG Malteser Trägergesellschaft gGmbH (MTG) aus.

Der "Sechs-Jahres-Vergleich" zeigt für die stationäre Altenhilfe ein Wachstum von 14 auf 22 Einrichtungen und damit ein Plus an Betreuungstagen von mehr als 200.000. Die betrieblichen Erträge 2008 lagen bei mehr als 379 Millionen Euro und damit um 122 Millionen Euro höher als im Jahr 2002. "Der Rückblick macht die Dynamik im Gesundheitswesen deutlich. 2009 geht die Bewegung für uns Malteser allerdings erstmals in die andere Richtung und wir mussten Einrichtungen abgeben.

Ein Krankenhaus ist bereits an einen in der Region stärker aufgestellten katholischen Träger übergeben worden, ein zweites soll noch in diesem Jahr folgen. Das ist uns nicht leicht gefallen. Aber trotz dieser notwendigen Einschnitte sehen wir auch weiterhin ein gezieltes Wachstum an ausgewählten Standorten vor. So befindet sich beispielsweise gerade eine neue Malteser Altenhilfeeinrichtung in Essen im Bau", erklärte Karl Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender der MTG-Geschäftsführung.

 

Jubiläum

10 Jahre Klinik für Naturheilkunde an den Kliniken Essen-Mitte

Seit nunmehr 10 Jahren wird an der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Essen daran gearbeitet, Methoden der Komplementärmedizin und insbesondere der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) nach Kriterien der "westlichen Wissenschaft" zu erforschen und zu praktizieren, um sie als gesicherte Grundlage mit der Schulmedizin zusammenzuführen. Weit über 20.000 Patienten hat das Team um Chefarzt Professor Dr. med. Gustav Dobos am Knappschafts-Krankenhaus der Kliniken Essen-Mitte seitdem stationär und ambulant betreut. Das 10jährige Bestehen ist für die Mediziner und Therapeuten deshalb nicht nur ein Grund zum feiern am 18. September 2009, sondern auch für Bestandaufnahme und Ausblick. Deshalb findet am Folgetag, am 19. September, der 1. Essen-Consensus-Workshop 2009 für Chinesische Medizin in Deutschland statt.

Ziel der Klinik war es von Beginn an, Patienten das jeweils "Beste aus zwei Welten" anzubieten, also die Stärken von chinesischer/ naturheilkundlich ausgerichteter und westlicher Medizin zu vereinigen. Seit Oktober 2004 wird das auch durch universitäre Forschung unterstützt, als der von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung geförderte Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Duisburg-Essen eingerichtet wurde. Damit existiert in Essen eine einzigartige Institution, die sich auf verschiedenen Ebenen mit dem Themenfeld "Naturheilkunde und Integration der Verfahren in medizinische Versorgungsangebot" befasst.

 

Einweisermarketing

Es geht auch anders

Die Beratungsagentur Harnischfeger, Pietsch und Partner (HPP) hat eine Umfrage in 30 Krankenhäusern und bei 115 niedergelassenen Ärzten zum Zuweisermarketing durchgeführt und kam zu dem Ergebnis, dass zwar fast alle befragten Kliniken traditionelle Dienstleistungen wie Klinikveranstaltungen (97 Prozent) und Fortbildungen (90 Prozent) fürs Zuweisermanagement nutzen, Online-Einweiserportale bisher aber unberücksichtigt bleiben (Null Prozent). Aktuell spiele bei der Klinikwahl der Einweiser vor allem der persönliche Kontakte oder finanzielle Anreize eine Rolle. Dies führt HPP darauf zurück, dass ein Einweisermarketing, das die Bedürfnisse der niedergelassenen Ärzte zum Ziel hat, derzeit von nur 40% der Krankenhäuser betrieben wird. Niedergelassene Ärzte wünschen sich laut HPP-Umfrage von den Krankenhäusern vor allem eine enge Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die durch eine hochwertige medizinisch-pflegerische Qualität, den Nachweis der Patientenzufriedenheit sowie einen schnellen Informationsaustausch mit kompetenten Ansprechpartnern gekennzeichnet ist.

Ein professionelles Einweisermarketing sei nicht nur nachhaltig, sondern mache darüber hinaus auch die unethische und kostspielige Zahlung von “Kopfprämien” überflüssig, erklärt HPP.

 

Pflege

Gewinnanstieg

Pflegekassen erwirtschaften saftigen Überschuss

Trotz Wirtschaftskrise hat die Pflegeversicherung in den ersten sieben Monaten des Jahres knapp 500 Millionen Euro Überschuss erzielt. Einnahmen von rund 12,2 Milliarden Euro standen Ausgaben von rund 11,7 Milliarden gegenüber, hieß es im Bundesgesundheitsministerium in Berlin. Wegen der Beiträge aus dem Weihnachtsgeld erwartet das Ministerium einen Gewinn-Anstieg auf bis zu 0,9 Milliarden Euro in diesem Jahr. Zum Jahresende dürfte die Pflegeversicherung damit ein Polster von bis zu 4,7 Milliarden Euro haben. Mit der ersten Reform der Pflegeversicherung seit ihrer Einführung 1995 stieg am 1. Juli 2008 der Beitrag um 0,25 Punkte auf 1,95 Prozent, für Kinderlose auf 2,2 Prozent. Selbst wenn dieser Anstieg herausgerechnet werde, seien die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent gestiegen. Als Hauptgrund für die positive Entwicklung trotz Krise sieht das Ministerium die Auswirkungen der Kurzarbeit. Nicht zuletzt die höheren Leistungen durch die Reform ließen die Ausgaben den Angaben zufolge um 5,9 Prozent steigen.

Die Ausgaben für die Tages- und Nachtpflege seien um rund 50 Prozent gestiegen. Ein Grund sei die neu eingeführte Möglichkeit, neben der vollen Geld- oder Sachleistung noch 50 Prozent der Höchstbeträge der Tages- oder Nachtpflegeleistung in Anspruch nehmen zu können. Auch die Leistungen für Demenzkranke seien verstärkt in Anspruch genommen worden. Die Reform habe die ambulante Versorgung gestärkt, sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Schmidt zeigte sich zuversichtlich, dass künftig noch mehr Menschen zuhause betreut würden. “Wenn sich dieser Trend fortsetzt, kann das aber auch zu einer erheblichen Entlastung bei der künftigen Ausgabenentwicklung beitragen”, sagte Schmidt.

 

Festlegung

Scholz verspricht Mindestlohn in der Pflege noch 2009

Die rund 600 000 Beschäftigten in der Pflegebranche werden nach Ansicht von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) noch in diesem Jahr einen Mindestlohn erhalten. Er rechne damit, dass die zuständige Kommission das Verfahren zur Festsetzung eines Pflege- Mindestlohns 2009 abschließen werde, sagte der Politiker der “Berliner Zeitung” (Dienstag). Die Mitglieder habe er bereits berufen. “Es kann nicht sein, dass sich immer weniger junge Menschen für eine Tätigkeit in dieser Zukunftsbranche interessieren, weil die Löhne so gering sind.”

Es gibt in der Pflege derzeit keinen bundesweiten Tarifvertrag, der Voraussetzung für eine verbindliche Lohnuntergrenze ist. Das liegt daran, dass die Kirchen, die in der Altenpflege die größten Arbeitgeber sind, keine Tarifverträge abschließen. Die große Koalition hat daher die Einsetzung einer achtköpfigen Kommission beschlossen, die über die Untergrenzen verhandeln soll.

Dem Gremium gehören je zwei Vertreter der Gewerkschaft, der nichtkirchlichen Pflegeanbieter sowie der kirchlichen Anbieter an. Sechs Kommissionsmitglieder müssen dem Vorschlag für einen Mindestlohn zustimmen. Auf Basis dieser Empfehlung kann das Arbeitsministerium dann einen Mindestlohn erlassen. Dieser würde für die gesamte Branche gelten.

 

Gesundheitsministerium

Ulla Schmidt startet neues Internet-Portal

Die Bundesgesundheitsministerin startet heute offiziell das Online-Portal “Ich pflege, weil…”. Mehr als 800.000 Menschen sind in Deutschland bei ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen beschäftigt und pflegen derzeit rund 2,2 Millionen Pflegebedürftige. Warum haben diese Menschen - ob hauptberuflich, ehrenamtlich oder privat - diesen Beruf ergriffen oder sich für die häusliche Pflege eines Verwandten entschieden? Diese Frage stellt jetzt das Bundesgesundheitsministerium im Rahmen der Aktion “Ich pflege, weil...”. Ministerin Ulla Schmidt gab heute den offiziellen Startschuss für das begleitende Internet-Portal. Das Besondere an dem Portal: Original-Zitate von Pflegenden werden zusammen mit ihrem Foto auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit veröffentlicht.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), der bundesweit über 6.200 private Pflegeeinrichtungen vertritt, unterstützt die Aktion und empfiehlt seinen Mitgliedseinrichtungen, sich aktiv daran zu beteiligen. Die Online-Teilnahme ist unter www.bmg.bund.de/ichpflegeweil möglich. Dort findet sich ein entsprechendes Formular, das ausgefüllt an das “Infobüro Pflege”, oder an die bpa-Bundesgeschäftsstelle geschickt werden kann.

 

Medizin

Screening

Mehr Brustkrebs-Diagnosen

Seit dem Start des Mammografie-Screening-Programms zur besseren Früherkennung im Jahr 2005 haben Ärzte bei mehr Frauen Tumore entdeckt als früher. Das geht aus dem ersten Auswertungsbericht zum Screening hervor, der am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Bei den systematischen Röntgenuntersuchungen der Brust fanden Mediziner bei 7 bis 8 von 1000 Frauen einen Tumor. Ohne Screening waren vorher bei 2 bis 3 von 1000 Frauen Karzinome entdeckt worden. Oft fiel der Krebs beim Screening in einem so frühem Stadium auf, dass Frauen schonendere Therapien erhielten. Ob dadurch die Todesrate tatsächlich langfristig sinkt, kann jedoch noch nicht gesagt werden.

In Deutschland sterben nach den jüngsten Zahlen rund 17 500 Frauen pro Jahr an Brustkrebs. Damit fordert er bei Frauen die meisten Krebs-Todesopfer. Karzinome in der Brust treffen vor allem Frauen über 50. Für den Bundestag war das der Grund, im Jahr 2002 nach dem Vorbild anderer europäischer Staaten ein landesweites Screening- Programm anzuschieben. Damit standen die gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung vor einer großen Aufgabe: Screening bei Brustkrebs heißt, dass alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle 2 Jahre persönlich mit einem Brief zur Röntgenuntersuchung in spezialisierte Zentren geladen werden. Das sind rund 10 Millionen Menschen. Die Kosten liegen bei 300 bis 400 Millionen Euro pro Jahr. Die Entscheidung rief von Anfang an Kritiker auf den Plan. Das Screening sei zu teuer und werde in der Wirkung überschätzt, monierte zuletzt der Psychologe Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Die Massenuntersuchung führe zu vielen falsch- positiven Befunden und unnötigen Operationen. Es sei aber bisher keine bessere Methode bekannt, um Brustkrebs so früh zu erkennen, hielt die Deutsche Krebsgesellschaft dagegen. “Für Frauen mit kleinen Tumoren, die nicht gestreut haben, bestehen mit dem Screening die besten Chancen auf eine vollständige Heilung”, betonte am Montag Karin Bock, Leiterin des Referenzzentrums Mammografie Südwest. Häufig könnten Frauen durch die Früherkennung auch ihre Brust behalten.

Die erste Auswertung kann noch keine Angaben darüber machen, ob die Brustkrebs-Todesraten durch das Screening in Deutschland wirklich vermindert wird. Das ist erst nach 10 Jahren möglich. Denn dann zeigt sich, ob mehr Frauen ihren Brustkrebs überleben als vor 2005. Thorsten Kolterjahn von der Kooperationsgemeinschaft Mammografie wertet die ersten Zahlen aber schon als Erfolg. “Die Ergebnisse belegen, dass es in Deutschland gelungen ist, ein Programm von hervorragender Qualität einzuführen”, sagte er am Montag. Für die Zukunft rechnet die Gemeinschaft damit, dass die Teilnahme am Screening jedes Jahr bis zu 2000 Frauen das Leben retten kann. Pro Jahr würden dann nicht mehr 17 500, sondern 15 500 Frauen an Brustkrebs sterben. Bei der langen Reihe der Qualitätskriterien hat das Screening nur eine Hürde nicht genommen. Die Teilnehmerrate ist mit rund 53 Prozent zu gering. Sie müsste bei 70 Prozent liegen. Die Bewerter gehen davon aus, dass bald mehr Frauen die Chance zur Früherkennung nutzen.

 

Demenz

Immer noch ein Tabu

Als ihre Mutter an Alzheimer erkrankte, stellte das auch das Leben der Tochter, Heike von Lützau-Hohlbein, auf den Kopf. Zusammen mit ihren Geschwistern teilte sich die Münchnerin jahrelang die Pflege der damals 75-jährigen Mutter. Einfach war das für die berufstätige von Lützau-Hohlbein nicht - weder zeitlich noch emotional. “Wir haben uns damals ganz alleingelassen gefühlt”, erinnert sich die heute 62-Jährige. Damit ist sie nicht allein. Rund 1,5 Millionen Männer und Frauen leiden in Deutschland an Demenz, die meisten davon an Alzheimer. Etwa zwei Drittel der Demenzkranken werden zu Hause von Angehörigen versorgt. Experten schätzen sogar, dass sich die Zahl der Patienten wegen der Zunahme der Lebenserwartung in den nächsten 40 Jahren verdoppelt. Das berichteten die Deutsche Alzheimer Gesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) am Freitag in Berlin anlässlich des Welt-Alzheimertages am kommenden Montag.

Von Lützau-Hohlbein, inzwischen Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, forderte angesichts der steigenden Zahlen auch, Demenzkranke nicht einfach nur auszugrenzen. “Es muss einen Paradigmenwechsel geben”, sagte sie. Demenzkranke dürften nicht stigmatisiert werden. Es sei nicht richtig, nur darauf zu achten, was sie nicht mehr tun könnten. “Wir müssen weg vom defizitären Denken und anerkennen, was sie noch alles leisten können.” Dafür ist allerdings auch wichtig, dass die Krankheit möglichst früh erkannt wird. “80 bis 90 Prozent der Betroffenen kommen zu spät zur Untersuchung, viele von ihnen erst im vierten Jahr der Erkrankung”, sagte der Mediziner und DGGPP-Vizepräsident Martin Haupt. Häufig sei es ihnen peinlich, erste Aussetzer des Gehirns einzugestehen. Expertin von Lützau-Hohlbein bestätigte: “Wir haben es mit einem Tabu-Thema zu tun.” Sie erlebe immer wieder, wie schwierig es Betroffenen falle zu sagen “Ich brauche Hilfe”.

Diese Scham ist jedoch wenig hilfreich. Schließlich wird die Krankheit dadurch oft erst erkannt, wenn sie bereits weiter fortgeschritten ist. Die Folge: Die Demenz wird zu spät medizinisch behandelt und führt die Patienten häufig schnell in die Pflegebedürftigkeit. “Sie leiden unnötig”, sagt Haupt. Bislang gibt es zwar kein Medikament, dass die Alzheimer-Krankheit heilen kann, wie der Vorstandsvorsitzende der Hirnliga, Hans-Jürgen Möller, sagte. “Die medizinische Therapie ist aber dennoch der wichtigste Baustein in der Behandlung von Demenz.” Immerhin könnten Medikamente helfen, die Erkrankung aufzuhalten. Wie Mediziner Haupt ergänzte, können die Betroffenen trotz der Krankheit ihren Alltag sogar weitestgehend selber meistern - wenn sie früh genug erkannt wird. “Je mehr die Frühdiagnose greifen wird, desto mehr werden wir es bei Demenzkranken mit eigenständigen Menschen zu tun haben, die nicht in Pflegeheime müssen, sondern autonom leben können.”

 

Harnblasenkrebs

Fälle haben sich in 20 Jahren verdoppelt

Die Zahl der Harnblasenkrebs-Erkrankung hat sich nach Expertenangaben in den vergangenen zwanzig Jahren verdoppelt. Durch vermehrtes Rauchen seien auch Frauen häufiger betroffen, sagte Jürgen Gschwend vom Klinikum Rechts der Isar in München am Mittwoch im Vorfeld einer dreitätigen Urologentagung in Dresden. Die Forschung im Bereich des Harnblasenkrebses spiele angesichts von rund 28 000 Neuerkrankungen jährlich in Deutschland jedoch noch eine untergeordnete Rolle. Es sei aber eine gemeinsame Blasentumor- Gewebebank in Vorbereitung, die 2010 von Wissenschaftlern und Ärzten genutzt werden könne.

Neuentwicklungen sollen bei der Behandlung des Nierenzellkarzinoms vorgestellt werden. Daran erkrankten allein seit 2000 rund 160 000 Deutsche - pro Jahr 10 000 Männer und 6000 Frauen, sagte Arnulf Stenzl von der Universität Tübingen. 20 Prozent der Patienten hätten zum Diagnosezeitpunkt bereits Metastasen, die anderen hätten durch Entfernung des Geschwürs gute Heilungschancen. Dank einer minimalinvasiver Methode könne bei einer Operation das Organ meist erhalten werden.

Zum Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) in Dresden sind nach Angaben von DGU-Präsident Professor Manfred Wirth gut 6000 Wissenschaftler und Ärzte aus aller Welt angereist.

 

Blutspenden

Fachgesellschaft fordert Abschaffung der Altersgrenze

Auch Menschen über 68 Jahren sollten nach Ansicht von Fachärzten Blut spenden dürfen. Nur so könnten die chronischen Engpässe bei der Versorgung mit Blutkonserven überwunden werden. “Man muss endlich darüber nachdenken, auch ältere Menschen zuzulassen”, sagte der Medizinprofessor Volker Kiefel am Dienstag vor der Eröffnung des 42. Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) in Rostock. Nach den Richtlinien der Bundesärztekammer dürfen Freiwillige in der Regel nur bis zu einem Alter von 68 Jahren Blut spenden. Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes hatte die Grenze dagegen im Frühjahr aufgehoben.

Einbrüche ausgleichen

“Die Eigenblutspende läuft bei vielen 80-Jährigen problemlos”, argumentierte Kiefel, der die Rostocker Tagung mit rund 800 Experten bis zum Freitag leitet. Für die Begrenzung des Spenderalters gebe es aus medizinischer Sicht keine belegbaren Gründe. Eine Ausweitung nach oben oder die gänzliche Abschaffung der Altersgrenze könne indes die Einbrüche in jüngeren Spendergruppen ausgleichen, erklärte der Chef der Transfusions-Abteilung am Rostocker Universitäts-Klinikum in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Vorbild Rotes Kreuz

Rotkreuz-Ärzte entscheiden seit Mai im eigenen Ermessen, ob Menschen über 68 Jahren spenden dürfen. Der DGTI-Vorsitzende Reinhold Eckstein sprach sich für eine Übernahme der Regelung in die Ärztekammer-Regularien aus: “Man muss diejenigen, die auch im Alter fit und gesund sind, zur Blutspende zulassen.” Nur in Ausnahmefällen und bei voller Haftung des behandelnden Arztes hätten ältere Freiwillige derzeit diese Möglichkeit. Auch bei seltenen Blutgruppen seien Versorgungslücken leichter zu schließen, wenn der Spenderkreis ausgeweitet würde.

 

Naturheilverfahren

ZAEN-Kongress in Freudenstadt

Der Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren (ZAEN) lädt zu seinem Fort- und Weiterbildungskongress nach Freudenstadt ein. In der Zeit vom 23.09. - 27.09.2009 bekommen die Teilnehmer Wissen nicht nur über Neurostress sondern auch zu den verschiedensten alten und neuen Themen aus dem Bereich der Naturheilkunde vermittelt.

Das Leitthema des Kongresses lautet: “Der klare Kopf - Naturheilverfahren bei Neurostress”. Mit aktuellen Fragen zu diesem Thema befassen sich Ärzte und Wissenschaftler in einer Vortragsreihe am 26.09.2009.

 

Krebshilfe

Mehr psychosoziale Betreuung für Krebspatienten

Die psychosoziale Betreuung von Krebspatienten etwa durch Psychologen und Sozialarbeiter sollte nach Ansicht von Experten dringend ausgebaut werden. "Da haben wir noch viel zu wenig", sagte die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Dagmar Schipanski, in Hamburg. Das Renditestreben vieler Kliniken führe dazu, dass Stellen von Klinikseelsorgern abgebaut würden, betonte der Vorsitzende der Hamburger Krebsgesellschaft, Ulrich Kleeberg. Die Krebshilfe sowie die Hamburger und die Deutsche Krebsgesellschaft organisieren an diesem Samstag in der Hansestadt eine Krebskonferenz für Patienten, Angehörige und Interessierte.

Die geringe psychosoziale Versorgung in Klinik und Ambulanz sei ein Problem geworden, sagte Kleeberg. Die Patienten sollten aber im Krankenhaus nicht nur medizinisch behandelt werden, forderte Schipanski - sondern auch psychosozial. Dabei kann es etwa um Konflikte in Partnerschaft und Familie sowie im Freundes- und Kollegenkreis gehen, aber auch um finanzielle Sorgen wegen der Krankheit.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 436 000 Menschen neu an Krebs, wie Schipanski berichtete. Etwa die Hälfte der Krebspatienten könne heute geheilt werden. Bis 2030 werde sogar mit etwa 580 000 Neuerkrankungen pro Jahr gerechnet. "All diese Krebspatienten brauchen sachliche, unabhängige und allgemeinverständliche Informationen über ihre Erkrankung."

 

Recht

Ermittlungen eingestellt

Ratiopharm darf Ärzte für Verschreibungen bezahlen

Der Pharmahersteller Ratiopharm darf laut einem Pressebericht Ärzte für die bevorzugte Verschreibung seiner Medikamente bezahlen. Mehrere Staatsanwaltschaften hätten mehr als 200 Ermittlungsverfahren gegen Ärzte eingestellt, die von Ratiopharm Geld oder Geschenke erhalten hätten, berichtet das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” am Montag. Die Staatsanwälte hätten in der Geschenk- und Geldverteilpraxis von Ratiopharm gegenüber niedergelassenen Ärzten keinen Straftatbestand erkennen können, heißt es in dem Bericht.

Das Schmiergeldsystem des in Ulm ansässigen Generikaherstellers war im Jahr 2005 aufgeflogen. Demnach konnten Ärzte eine Beteiligung in Höhe von fünf Prozent des Medikamentenpreises erhalten, wenn sie sich bereit erklärten, ihren Patienten künftig bevorzugt Ratiopharm-Präparate zu verschreiben. Weder das Unternehmen noch die Ärzte haben die Vorwürfe ernsthaft bestritten. Die Staatsanwaltschaft Ulm hatte rund 3.000 Ermittlungsverfahren gegen Ärzte und Mitarbeiter von Ratiopharm eröffnet. Anfang dieses Jahres gaben die Ulmer Ermittler die Akten an diejenigen Staatsanwaltschaften ab, in deren Gebiet die Beschuldigten wohnen.

Dem “Spiegel” zufolge beziehen sich die Staatsanwaltschaften, die die Verfahren eingestellt haben, auf ein nichtöffentliches Gutachten von Alexander Badle, von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Ihm zufolge findet Korruptionsparagraf bei niedergelassenen Ärzten keine Anwendung. Daher sei es nicht strafbar, wenn Pharmaunternehmen Schecks zugunsten niedergelassener Ärzte ausstellten.

 

Urteil

BKK Landesverband bekommt Recht

Am Dienstag (8. 9.) hat der 1. Senat des Bundessozialgerichts entschieden, dass Krankenhäuser nach einer vorbehaltlosen End- bzw. Schlussabrechnung nicht mehr als zwei Jahre später noch Nachforderungen erheben dürfen. Der BKK Landesverband Niedersachsen-Bremen hatte für eine von ihm vertretene Betriebskrankenkasse Revision gegen ein anderslautendes Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen eingelegt. Diese Revision war erfolgreich. Das klagende Krankenhaus hatte mehr als zwei Jahre nach der bereits bezahlten ersten "Endabrechnung" vom eine Nachforderungen für eine erbrachte Linksherzkatheteruntersuchung und eine Ballon-Dilatation geltend gemacht.

Das Bundessozialgericht urteilte, dass das Krankenhaus zwar nach der ersten Endabrechnung vom 15. Juni 2000 durchaus für erbrachten Leistungen weitere Forderungen hätte ansetzen dürfen, allerdings nicht mehr als zwei Jahre nach einer Endabrechnung, die ohne Vorbehalt war.

 

Technologie

Gesundheitskarte

DAK startet mit Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte

Die Deutsche Angestelltenkrankenkasse (DAK) wird im Oktober die ersten Versicherten mit der elektronischen Gesundheitskarte ausstatten. "Damit setzen wir einen weiteren Meilenstein in der Verwirklichung eines der weltweit größten Projekte der Informationstechnologie", sagt Claus Moldenhauer, Stellvertretender Vorsitzender des DAK-Vorstandes.

Die Karte enthält ein Foto des Versicherten. In der kommenden Woche schreibt die DAK ihre Versicherten in der Startregion Nordrhein mit der Bitte an, ein Passfoto einzureichen. Die Versicherten können das Foto per Post oder Internet versenden. Die Fotos sollen den Missbrauch und den unberechtigten Zugang zu Leistungen der Krankenkassen verhindern. Grundsätzlich sind gesetzlich Versicherte verpflichtet, ein Foto einzureichen. Ausnahmen gibt es für Kinder unter 15 Jahren sowie für Pflegebedürftige oder Bettlägerige – sie bekommen ihre elektronische Gesundheitskarte auch ohne Lichtbild.

Ausgehend von der Startregion Nordrhein wird die DAK ab Oktober die elektronische Gesundheitskarte bundesweit gestaffelt ausgeben. Nicht in allen Regionen Deutschlands werden die Versicherten zum gleichen Zeitpunkt eine Karte erhalten. Wichtig ist: Die alte Karte ist zunächst weiterhin gültig und muss auch weiter genutzt werden, zum Beispiel für einen Arztbesuch außerhalb Nordrheins.

 

Stellenmarkt

Stellenmarkt September 2009

Bereich, Stelle Firma, Ort Download
Wirtschaft
Leiter Zentrales Controlling (m/w)
Dr. Heimeier & Partner, Management- und Personalberatung GmbH
Stuttgart
» PDF-Dokument
Management
Key Account Manager Pharma m/w
delphi HR-Consulting Stuttgart GmbH
Leonberg
» PDF-Dokument
Management
Alleingeschäftsführer/-in
Zollernalb Klinikum gGmbH
Balingen
» PDF-Dokument
Wirtschaft
Fachberater (m/w) im Außendienst
Standard Systeme GmbH
Hamburg
» PDF-Dokument
Technologie
Dipl.-Ing. als Leiter/in für die Bereiche Technik, Medizintechnik und Gebäudemanagement
Rems-Murr-Kliniken gGmbH
Backnang
» PDF-Dokument
Management
Betriebswirt(in) / Gesundheitsökonomen(-in)
Medizinische Hochschule Hannover
Hannover
» PDF-Dokument
Medizin
Leiter/in Strategischer Einkauf
Kienbaum Executive Consultants Gmbh
Hannover
» PDF-Dokument
Medizin
(ltd.) Oberarzt Neurologie (m/w)
IHRK CONSULTING
München
» PDF-Dokument
Management
Verwaltungsleiter (m/w)
Frankenpark-Klinik GmbH & Co. KG
Bad Kissingen
» PDF-Dokument
Management
Verantwortliche/n für KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess)
Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach gGmbH
Bergisch Gladbach
» PDF-Dokument
Facility-Management
Planungskoordinator(in) / Architekt(in)
Baresel GmbH
Ulm
» PDF-Dokument
Management
Produktmanager/in interventionelle Kardiologie
Dr. Osypka GmbH
Rheinfelden-Herten
» PDF-Dokument
Management
Produktmanager/in Stimulation
Dr. Osypka GmbH
Rheinfelden-Herten
» PDF-Dokument
Management
Stv. Geschäftsbereichsleiter Personal (m/w)
Dr. Heimeier & Partner
Stuttgart
» PDF-Dokument
Medizin
Leiter Medizincontrolling (m/w)
Dr. Heimeier & Partner
Stuttgart
» PDF-Dokument

Preise
Die Aktionspreise finden Sie als PDF-Dokument unter: http://www.kma-online.de/fb/download/formulare/atf_wp_stellenmarkt.pdf

Kontakt Anzeigenverkauf
Adelheid Rödig • Telefon: 08592/9357-17 • Telefax: 08592/9357-29 • E-Mail: adelheid.roedig@kma-medien.de

 

Vorschau

Vorschau kma medien - Oktober 2009

Das Magazin „kma“ und seine Supplements stehen im Monat November ganz im Zeichen der weltgrößten Messe der Gesundheitswirtschaft. Wie in kaum einer anderen Ausgabe blicken die Leser nach Düsseldorf und die dort zu erwartenden Innovationen.

kma– Gesundheitswirtschaftsmagazin

Die November-Ausgabe von „kma“ ist ein Spiegelbild der Leistungsfähigkeit der nationalen wie internationalen Gesundheitswirtschaft. Natürlich berichtet das Spezial-Thema „MEDICA“ ausführlich über spannende Produkte und Dienstleistungen.

kma -Messemagazin zur MEDICA

Das „kma – Messemagazin zur MEDICA“, mit der Möglichkeit für Firmen, sich aus eigener Sicht zu präsentieren, gehört seit Jahren zu den beliebtesten Messeführern dank seines nach Stichworten gegliederten Aufbaus. Das kma-Messemagazin ist nicht nur ein begehrter Messeführer, sondern auch ein exzellentes Werbemedium, zumal dieses Supplement allen kma-Ausgaben im Vorfeld der MEDICA beigelegt wird. Die Erfahrung hat gezeigt, dass das kma-Messemagazin bei der Messe-Rundgangplanung eine wichtige Rolle spielt.

kma-Report „bauen&planen“

Der große Erfolg des 1. kma-Reports „bauen&planen“ im vergangenen Jahr bewies den hohen Bedarf an fachgerechter Informationen bei den Planungen eines Neubaus oder Renovierungsmaßnahmen. Auch die Fachindustrie war von dieser Ausgabe so angetan, dass sie die kma-Redaktion gebeten hat, auch zur diesjährigen MEDICA wieder diesen kma-Report herauszugeben. Auch dieses Supplement wird allen November-Ausgaben von kma beigelegt.

Anzeigenschluss für alle drei Ausgaben ist 28.10.2009

Wer zu den einzelnen Ausgaben mehr wissen möchte, der kann an sich folgende Ansprechpartner wenden.

Kontakt Anzeigenverkauf:

 

Impressum

Kontakt Standort Wegscheid:
kma Medien in Georg Thieme Verlag KG
Karlhäuser 6 • 94110 Wegscheid • Germany
Telefon: +49 (0)8592/9357-0 • Fax: +49 (0)8592/9357-29

Redaktionsverantwortung
Gunter Murzin

Anzeigenverkauf
Gerhard Hirz, Tel.: +49 (0)8592/9357-12
Adelheid Rödig, Tel.: +49 (0)8592/9357-17

Abmeldung
Wenn Sie den Newsletter nicht mehr erhalten möchten, dann loggen Sie sich bitte im Benutzer-Bereich von kma Online ein und wählen dort "Newsletter abbestellen". Dort können Sie auch die Zugangsdaten - falls Ihnen diese nicht bekannt sind - beantragen.
Link zum Login: http://www.kma-online.de/mein_kma/login/index.html

Copyright
© 2009 - Georg Thieme Verlag KG / Alle Rechte vorbehalten. Insbesondere dürfen Nachdruck, Aufnahme in Online-Dienste und Internet sowie Vervielfältigungen vor allem auf CD-ROM, DVD-ROM und ähnliche Datenträger nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung durch die Georg Thieme KG erfolgen.

kma Medien in Georg Thieme Verlag KG
Rüdigerstraße 14 • 70469 Stuttgart
Postfach 301120 • 70451 Stuttgart
Tel.: +49(0)711/89 31-0 • Fax: +49(0)711/89 31-298 • http://www.thieme.de

Verkehrsnummer 16 427 • Steuer-Nr. 97108/00604 • Ust-Id-Nr. DE147638607 • Sitz und Handelsregister Stuttgart • HRA 3499, phG: Dr. Albrecht Hauff