Inhalt
- [1] Milliarden-Defizit befürchtet
- [2] Gesetz gegen Studien-Mogelei
- [3] Zentralstelle gegen Kriminalität im Gesundheitswesen
- [4] Startschuss in der Testregion
- [5] Spanien lockert das Abtreibungsrecht
- [6] Ohne Gegensteuern drohen Zusatzbeiträge
- [7] Großfusion vor düsteren Szenarien
- [8] Sterbehilfe-Gesetz präzisiert
- [9] Entgeltverhandlungen nach DRG-Systematik 2010
- [10] Arzneimittelausgaben klettern immer weiter
- [11] MCC RehaForum 2009
- [12] Pharmaindustrie bezahlt immer mehr Ärzte
- [13] Krankenhäuser nutzen jetzt GS1 Standards für mehr Patientensicherheit
- [14] Sanofi-Aventis kauft französische Biotechfirma
- [15] 5. Hamburger Symposium zur Integrierten Versorgung
- [16] Pille gegen Multiple Sklerose
- [17] Reha-Kliniken 2010
- [18] Schlag gegen türkische Mafia
- [19] Managementqualifikationen für leitende Radiologen
- [20] Wirkstoffe fast ausschließlich aus Asien
- [21] „Deutschland nach der Wahl – Der Gesundheitsmarkt im Umbruch”
- [22] GE will Deutschland-Geschäft ausbauen
- [23] Wohin steuert die Gesundheitsversorgung nach der Bundestagswahl?
- [24] Männer sind Vorsorgemuffel
- [25] Deutschland und die Welt schneller auf Wachstumskurs
- [26] Leichte Aufhellung der Aussichten
- [27] Nagorny muss seinen Hut nehmen
- [28] Gericht weist „Münchhausen” in Psychiatrie ein
- [29] Klinikkonzern wählt neuen Aufsichtsratsvorsitzenden
- [30] Hartmannbund-Chef Kuno Winn verlässt die CDU
- [31] 8. Europäische Gesundheitskongress in München
- [32] Konzerngeschäftsführer Siebert geht Ende 2009
- [33] Fusion der Kliniken Bielefeld und Halle vertagt
- [34] Tarifeinigung an den DRK-Kliniken
- [35] LKA durchsucht DRK-Kliniken
- [36] Neuer Vertrag für Versorgung am Flughafen München
- [37] Krebserregende Fasern in Dämmplatten
- [38] 17 Berliner Kliniken machen Fehler transparent
- [39] Transparency überwacht Klinik-Neubau
- [40] Grünes Licht für Übernahme
- [41] Chefarztbehandlung ist nicht das Wichtigste
- [42] „Heime bekommen zu gute Noten”
- [43] Westerfellhaus ist neuer DPR-Präsident
- [44] Drei US-Forscher werden geehrt
- [45] „Wir haben ein Image-Problem”
- [46] US-Gericht gibt Eli Lillys Recht
- [47] Fallpauschalen für 2010 verabschiedet
- [48] Magrathea wird Kis-Anbieter
- [49] Chirurgen gegen „Gezwitscher” aus dem OP
- [50] Stellenmarkt Oktober 2009
- [51] Vorschau kma medien - November 2009
- [52] Impressum
Politik
Krankenkassen
Milliarden-Defizit befürchtet
Der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) droht im kommenden Jahr ein Milliardenloch. Die FDP sieht sich in ihrer Kritik am Gesundheitsfonds bestätigt. “Wir erwarten für die GKV insgesamt ein Defizit von sechs bis neun Milliarden Euro”, sagte der Vorsitzende des Verbands der Ersatzkassen vdek, Thomas Ballast. Die Finanzprobleme dürften die Koalitionsverhandlungen zum schwierigen Punkt Gesundheit erschweren. Der GKV-Schätzerkreis kommt an diesem Montag in Bonn zusammen, um in zweitägigen Beratungen eine Prognose für 2010 zu berechnen. Ballast forderte, die Steuerzuschüsse vorzuziehen und den Einheitsbeitragssatz zu erhöhen. “Die Regierung wird nicht lange warten können.” Nötig sei auch ein deutlicher Sparkurs. “Ärzte, Kliniken und der Arzneimittelsektor müssen sich auf eine Zeit der Sparsamkeit und Bescheidenheit einstellen.”
IQWIG
Gesetz gegen Studien-Mogelei
Kritische Wissenschaftler vermuten, dass etwa die Hälfte der Daten aus Medikamenten-Studien nicht veröffentlicht werden. Dies kann im schlimmsten Fall zur Folge haben, dass schwerwiegende Mängel eines Präparates nicht bekannt werden. In den USA gilt seit 2008 ein Gesetz, nach dem alle Medikamentenstudien auf der Internetseite "Clinical-trials.gov" registriert werden müssen. "Wir halten eine solche gesetzliche Regelung auch in Deutschland für notwendig", erklärt Beate Wieseler vom "Kölner Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) in der "Apotheken Umschau". Die Pharmaindustrie verweist auf ihre Freiwillige Selbstkontrolle, die Firmen seit 2008 zur Offenlegung aller Daten verpflichte, und sieht keine Notwendigkeit für ein Gesetz.
Korruption
Zentralstelle gegen Kriminalität im Gesundheitswesen
Die bundesweit erste Zentralstelle gegen Kriminalität im Gesundheitswesen ist bei der hessischen Generalstaatsanwaltschaft eingerichtet worden. Drei Staatsanwälte sollen dort zum 1. Oktober ihre Arbeit aufnehmen, berichtete Behördensprecherin der Hildegard Becker-Toussaint am Mittwoch in Frankfurt. Unter dem sperrigen Namen "Zentralstelle zur Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen" werden sie hessische Ermittlungsverfahren aus dem gesamten Spektrum der medizinischen Versorgung bearbeiten. Eine wichtige Säule sei dabei die Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und den Krankenkassen. Die Generalstaatsanwaltschaft bearbeitet bereits seit Anfang 2002 Ermittlungsverfahren aus dem Gesundheitswesen. Bislang konnten in Hessen 3.159 solcher Ermittlungsverfahren abgeschlossen werden. Dabei wurden illegale Gewinne in Höhe von 7,5 Millionen Euro abgeschöpft. Die Einrichtung der Zentralstelle soll sicherstellen, dass das Gesundheitssystem effektiv vor Vermögensstraftaten und Korruption geschützt werden kann, wie Becker-Toussaint laut Mitteilung sagte. Die Einrichtung soll sich auch um die Aus- und Fortbildung von Polizeibeamten und Mitarbeitern der Krankenkassen kümmern.
Elektronische Gesundheitskarte
Startschuss in der Testregion
Von diesem Donnerstag (1. Oktober) an geben die gesetzlichen Krankenkassen in der Testregion Nordrhein die neuen Chipkarten an rund neun Millionen Versicherte aus. Nach jahrelangen Verzögerungen startet damit ein weiteres IT-Milliarden- Projekt in Deutschland. Bundesweit soll die Karte bis Ende 2010 schrittweise eingeführt werden und die bisherige Versichertenkarte ersetzen.
Schwangerschaftsabbruch
Spanien lockert das Abtreibungsrecht
Die Madrider Regierung hat eine Lockerung des restriktiven Abtreibungsrechts in Spanien beschlossen. Das Kabinett von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero verabschiedete am Samstag einen Gesetzentwurf, der die bisher geltende Indikationslösung durch eine Fristenregelung ersetzen soll. Danach sollen Schwangerschaftsabbrüche künftig bis zur 14. Woche straffrei bleiben. In Sonderfällen - wie bei gesundheitlichen Gefahren für die Frau oder bei schweren Missbildungen des Fötus - sollen Abtreibungen bis zur 22. Woche der Schwangerschaft zulässig sein. Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren sollen ohne Zustimmung der Eltern über eine Abtreibung entscheiden können. Diese Bestimmung war bereits in einem - vor vier Monaten vom Kabinett gebilligten - Vorentwurf enthalten. Sie stieß in der Öffentlichkeit auf besonders heftige Proteste. Dennoch hielt die Regierung daran fest. Die Reform wird nun dem Parlament vorgelegt und muss dort mit absoluter Mehrheit verabschiedet werden.
Nach der derzeitigen Gesetzgebung aus dem Jahre 1985 sind Abtreibungen in Spanien grundsätzlich verboten. Nur in Ausnahmefällen sind sie zugelassen, wie nach Vergewaltigungen, bei Missbildungen des Fötus oder bei Gefahren für die physische oder psychische Gesundheit der Schwangeren. Der letzte Punkt lässt einen großen Ermessensspielraum zu. Die große Mehrheit der rund 100 000 Schwangerschaftsabbrüche im Jahr wird bisher in Privatkliniken vorgenommen. Vizeregierungschefin María Teresa Fernández de la Vega sagte: “Mit der Reform will die Regierung den betroffenen Frauen und den Ärzten zu einer rechtlichen Sicherheit verhelfen.”
Krankenkassen-Experte
Ohne Gegensteuern drohen Zusatzbeiträge
Gesundheitsexperte Jürgen Wasem warnt vor flächendeckenden Zusatzbeiträgen. Ohne rasches Gegensteuern nach der Bundestagswahl drohen in der gesetzlichen Krankenversicherung nach Expertenansicht im kommenden Jahr flächendeckend Zusatzbeiträge. “Hält die Bundesregierung den Beitragssatz für 2010 stabil und verzichtet sie auf eine weitere Erhöhung des Zuschusses oder einen wirksamen Schnellschuss zur Kostendämpfung, sind Zusatzbeiträge bei allen Kassen wahrscheinlich”, sagte der Essener Gesundheitsökonom Jürgen Wasem am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin.
“Im kommenden Jahr dürften die Einnahmen des Gesundheitsfonds kaum wachsen, die Ausgaben aber über 2 bis 2,5 Prozent steigen”, erläuterte er. Dem angekündigten Zusammenschluss von Barmer und Gmünder Ersatzkasse zur größten Kasse Deutschlands dürften laut Wasem weitere folgen: “Ich erwarte weitere Fusionen.”
Kassenfusion
Großfusion vor düsteren Szenarien
Für die 1,7 Millionen Versicherten der Gmünder Ersatzkasse (GEK) bedeutet die angekündigte Elefantenhochzeit mit der Barmer vorerst Entwarnung. Für sie ist die Gefahr eines Zusatzbeitrags vorerst geschwunden. Doch für die 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten insgesamt gibt es eine solche Entwarnung für das kommende Jahr noch nicht. Experten blicken gespannt auf die Entscheidungen direkt nach der Bundestagswahl. Für die GEK war der Fusionsdruck nach Einschätzung des Gesundheitsökonom Jürgen Wasem groß. “Die Gmünder ist zwar kein Zwerg, aber in den Regionen ist sie klein”, sagt er. “Die AOK haben hier einen Marktanteil von jeweils 30 bis 40 Prozent, Techniker Krankenkasse, Barmer und DAK immer noch jeweils um die 10 Prozent, die Gmünder nur 3 bis 4 Prozent.” Die Krankenkassen müssten aber immer mehr auch regionale Verträge etwa mit Kliniken oder Ärzteverbünden schließen. Mit der GEK als Juniorpartner zählt die Barmer künftig 8,6 Millionen Versicherte - und kann den AOK bei den Vertragsverhandlungen eher Paroli bieten.
Großbritannien
Sterbehilfe-Gesetz präzisiert
Großbritannien hat sein Gesetz zur verbotenen Sterbehilfe präzisiert – die Deutsche Hospizstiftung begrüßte die Richtlinie, die für England und Wales gilt. Die oberste Anklagebehörde veröffentlichte am Mittwoch neue Richtlinien für die Strafverfolgung von Angehörigen, die ihren todkranken Verwandten einen Selbstmord ermöglichen - etwa durch einen Transport in eine Sterbeklinik. Demnach droht Angehörigen eher keine Strafe, wenn sie aus Mitleid handeln, der Patient unheilbar krank ist, einen eindeutigen bewussten Entschluss zum Sterben gefasst hat und die Hilfe des Angehörigen nur gering ausfiel. Wahrscheinlich ist dagegen eine Strafe, wenn der Patient minderjährig oder geistig nicht zurechnungsfähig ist, wenn der Angehörige Druck ausübt und wenn statt Mitleid finanzielle Motive eine Rolle spielen. Der Leiter der Anklagebehörde, Keir Starmer, stellte klar, dass die direkte Hilfe zum Selbstmord - also wenn sich der Patient nicht selbst töten kann - weiter strafbar sei und jeder Fall von der Polizei untersucht werde. Bei einer Verurteilung drohen bis zu 14 Jahren Haft.
Die Klarstellung war notwendig geworden, nachdem eine an Multipler Sklerose leidende Frau, die einen Selbstmord in einer Sterbeklinik der Schweizer Organisation Dignitas in Betracht zieht, einen Sieg vor dem Obersten Gericht des Königreichs errungen hatte. Die Frau hatte sich an das Gericht gewandt, weil Unklarheit bestand, ob ihr Ehemann von der Staatsanwaltschaft verfolgt wird, wenn dieser sie zum Sterben in die Schweiz bringt. Die Lordrichter befanden, dass die unklaren Kriterien der Strafverfolger und die damit verbundene Unsicherheit über das Schicksal von Hinterbliebenen einen unzulässigen Eingriff in die Privatsphäre darstellen.
Wirtschaft
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ZENO-Workshop:
Entgeltverhandlungen nach DRG-Systematik 2010
Veranstaltung am 24. November 2009 in Köln
Das G-DRG-System in der Version 2010 ist ab Herbst 2009 verfügbar. Hohe Erwartungen werden an diese Version gerade bezüglich der Abbildungsqualität der deutschen Krankenhausleistungen gestellt, da die Änderungen direkt erlöswirksam sind. Das DRG-System 2010 muß nach Auslauf der Konvergenzphase eine hohe Systemreife zeigen. Für 2010 werden fast keine Budgets, sondern vorrangig Leistungsmengen verhandelt, die über die Bewertung mit dem Basisfallwert in einem Gesamterlösvolumen münden.
Kompetente praxiserfahrene Referenten vermitteln Ihnen auf diesem ZENO-Workshop die notwendige Information zu den relevanten Änderungen im GDRG-System 2010 und den Auswirkungen auf die Leistungsplanung und die Konvergenzwirkung unter Berücksichtigung der o. g. Komponenten.
Programm und Anmeldung unter: www.zeno24.de
Krankenkassen
Arzneimittelausgaben klettern immer weiter
Die niedergelassenen Ärzte haben im ersten Halbjahr Medikamente im Wert von 15,8 Milliarden Euro verordnet. Das berichtete die Techniker Krankenkasse am Freitag in Hamburg unter Berufung auf den Kassen-Spitzenverband. Dies sind sieben Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der unabhängige Arzneiverordnungs-Report hatte für 2008 ein Plus von 5,3 Prozent ausgewiesen. In den ersten sechs Monaten bekam jeder gesetzlich Versicherte im Schnitt Arzneimittel für rund 225 Euro verschrieben - fast fünf Packungen pro Kopf. Am höchsten war die Verordnungssumme in Mecklenburg-Vorpommern (278 Euro pro Kopf), Berlin (276 Euro), Hamburg (272 Euro), Sachsen-Anhalt (267) und Sachsen (262). Am sparsamsten wurde in Bayern verordnet (203 Euro pro Kopf), in Westfalen (212), Schleswig-Holstein (214) sowie im Rheinland und in Rheinland-Pfalz (217).
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Von Experten für Experten:
MCC RehaForum 2009
13. u. 14. Oktober 2009 im Lindner Congress Hotel Düsseldorf
Mit der Gesundheitsreform 2007 hat sich die Politik für die Reha stark gemacht und Rehaleistungen in den Pflichtkatalog der Krankenkassen aufgenommen. Dennoch droht bis zu jeder 5. dt. Reha-Klinik nach einer Studie des RWI die Insolvenz. Kosten steigen, Einnahmen stagnieren und ab 2010 werden die hohen Lohnabschlüsse zusätzlich nachwirken. Zusammen mit der Wirtschaftskrise und dem durch den Gesundheitsfonds bedingten Kostendruck sehen Reha-Einrichtungen einer ungewissen Zukunft entgegen. Daher gilt es heute umso mehr, sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen, Chancen und Risiken klar zu definieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Wer sich im Markt behaupten will, muss neue Wege gehen. Sichern Sie sich Ihren Wissensvorsprung auf dem 5. MCC RehaForum und melden Sie sich jetzt an.
Korruption
Pharmaindustrie bezahlt immer mehr Ärzte
Immer mehr niedergelassene Ärzte werden von der Pharmaindustrie für umstrittene Studien mit ihren oft ahnungslosen Patienten bezahlt. Er habe den dringenden Verdacht, dass viele dieser Studien zur Verkaufsförderung veranlasst würden, sagte der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Carl-Heinz Müller, der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (Donnerstag). “Das ist nicht rechtens und besorgt uns sehr.” Die KBV, Kassen, Verbraucherschützer und Politiker forderten verschärfte Regeln. 85 000 Mal hätten Ärzte 2008 an einer der 329 Studien teilgenommen. In diesem Jahr sei die Zahl der teilnehmenden Ärzte um fünf Prozent gestiegen. Bei diesen seit langem umstrittenen Studien beobachten Ärzte die Wirkung neuer Mittel an ihren Patienten - meist ohne deren Wissen.
Der Arzt erhalte für jeden teilnehmenden Patienten 10 bis 1000 Euro, teilte Müller mit. Das liege oft über den Dokumentations- und Schulungskosten, die sich ein Arzt erstatten lassen dürfe. Die Hersteller hätten 2008 rund eine Milliarde Euro Umsatzzuwachs mit den entsprechenden Arzneien erzielt, sagte er dem Blatt. Faktisch dürfte laut KBV wegen Mehrfachteilnahmen mittlerweile in diesem Jahr jeder vierte der knapp 150 000 Kassenärzte an solchen Studien beteiligt sein, berichtete das Blatt. Mehrfachteilnahmen gingen als jeweils einzelne Fälle in die Statistik ein. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kritisierte die Studien als “legale Form der Korruption”. Nötig sei ein grundsätzliches Verbot mit Ausnahmen. Als Arbeitsleistung werde von den Ärzten “oft nur verlangt, ein Din-A-4-Formular auszufüllen und es aufs Fax zu legen”, sagte er dem “Tagesspiegel” (Freitag). Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland begrüßte den KBV-Vorstoß für mehr Aufklärung. Zuletzt hatten Ermittlungen gegen 480 Ärzte für Schlagzeilen gesorgt, die für Medikamenten-Studien Sachgeschenke angenommen haben sollen.
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2. GS1 Germany Healthcare Konferenz
Krankenhäuser nutzen jetzt GS1 Standards für mehr Patientensicherheit
„Fit für gesunde Kooperation”
„Den Spagat zwischen Kostendruck und Patientensicherheit schaffen wir nur gemeinsam mit unseren Partnern im Gesundheitswesen und mit weltweit einheitlichen Prozessstandards“, erklärte Thomas Klein, Abteilungsleiter Materialwirtschaft Uniklinikum Düsseldorf, auf der 2. GS1 Germany Healthcare Konferenz in Frankfurt. Unter dem Motto „Fit für gesunde Kooperation“ diskutierten dort Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft am 30.9. und 1.10.2009 den Nutzen und die Umsetzung global einheitlicher Identifikations- und Kommunikationsstandards von GS1 im Gesundheitswesen.
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Belastung durch steigende Kosten und strengere Gesetze wollen viele Krankenhäuser, wie z. B. die Einkaufsgemeinschaft Kommunaler Krankenhäuser eG, jetzt ihre internen Prozesse mit den GS1-Standards „trimmen“.
Pharmaindustrie
Sanofi-Aventis kauft französische Biotechfirma
Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis wappnet sich angesichts des drohenden Wegfalls wichtiger Patente mit Zukäufen und Kooperationen. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, kauft er für 370 Millionen Euro die auf Augenkrankheiten spezialisierte Biotechnologiefirma Fovea. Im Kaufpreis enthalten seien erfolgsabhängige Zahlungen beim Erreichen zuvor vereinbarter Ziele. Sanofi-Chef Chris Viehbacher nannte den Kauf einen weiteren Schritt zu Vergrößerung der Produkt-Pipeline.
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Das Gesundheitswesen nach der Wahl
5. Hamburger Symposium zur Integrierten Versorgung
Veranstaltung am 6. November 2009 im Grand Elysee Hamburg
Unter dem Titel „Probieren, Etablieren, Profilieren (PEP) - Der PEP von IV-Modellen“ schafft das Albertinen-Diakoniewerk e.V. erneut eine Informations- und Kommunikationsplattform für alle Interessierten und Akteure aus dem Gesundheitswesen.
Neben den Themenschwerpunkten
- Wunderpille Morbi-RSA
- Realität der Integrierten Versorgung - Vom Papiertiger zum Versorgungsmodell
- Pharma & Co. - Vom Reserve- zum Stammspieler
- Kampf um den ambulanten Versorgungssektor
steht nach der aktuellen Bundestagswahl die Diskussionsrunde „Das Gesundheitswesen nach der Wahl“ im weiteren Fokus der Veranstaltung. Der gesundheitspolitischen Diskussion um einen stärkeren Wettbewerb, die Beitragsautonomie der Krankenkassen oder die flächendeckende Einführung der Kostenerstattung stellt sich Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD).
Information unter www.iv-hh.de.
Merck
Pille gegen Multiple Sklerose
Der Darmstädter Pharmakonzern Merck KGaA hat in den USA die Zulassung von Cladribin-Tabletten zur Behandlung von Multiple Sklerose beantragt. Bisher werden sämtliche MS-Medikamente gespritzt, wie Merck am Mittwoch in Darmstadt mitteilte. Das Mittel ist für Patienten mit schubförmiger Multiple Sklerose gedacht. Wegen der Neuheit einer oralen Therapie haben Cladribin-Tabletten von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA den Status eines "Fast-Track"-Produkts erhalten. Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems und die häufigste, nicht-traumatische, zu Beeinträchtigungen führende neurologische Erkrankung bei jungen Erwachsenen. Merck schätzt weltweit mehr als zwei Millionen MS-Kranke. Die Symptome können unterschiedlich sein, wobei vor allem Sehstörungen, Taubheit oder Kribbeln in den Gliedmaßen sowie körperliche Schwächung und Koordinationsstörungen auftreten. Am weitesten verbreitet ist die schubförmig verlaufende MS.
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ZENO-Veranstaltung:
Reha-Kliniken 2010
Veranstaltung am 19. November 2009 in Berlin
Wie jedes andere Unternehmen auch müssen die Betreiber von Rehabilitationseinrichtungen den Markt genau beobachten und ihre Geschäftsfelder entsprechend der Bedarfsentwicklung genau anpassen. Einerseits hat der Gesetzgeber die Rehabilitation in der letzten Gesundheitsreform gestärkt, andererseits steigt die Auslastung nicht so an wie erwartet. Der Reha-Markt bleibt weiterhin heiß umkämpft und die Zukunftsaussichten eher unsicher.
Acht Wochen nach der Bundestagswahl sind die Positionen in den Ministerien (neu?) besetzt und es herrscht Klarheit darüber, welche politische Richtung eingeschlagen wird. Auf dieser Reha-Konferenz erfahren Sie, in welche Richtung es speziell für die Rehabilitation weitergeht. Experten aus dem Ministerium, der Kostenträger und aus der Klinik stehen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.
Programm und Anmeldung unter: www.zeno24.de
Organhandel
Schlag gegen türkische Mafia
Schlag gegen die Organhandel-Mafia in der Türkei: Die Polizei hat nach Hinweisen aus der Bevölkerung insgesamt 40 Menschen festgenommen. Die Festgenommenen sollen im Norden und Westen der Türkei ein Netzwerk für illegale Geschäfte mit menschlichen Nieren organisiert haben. Neun Verdächtige sitzen als mutmaßliche Drahtzieher in Untersuchungshaft. Türkische Medien berichteten am Mittwoch, die Gruppe habe Organspendern mehr als 10 000 Euro beispielsweise für eine Niere bezahlt und von den Empfängern umgerechnet 25 000 Euro verlangt. Bei den Ermittlungen werde auch das Verschwinden mehrerer Kinder untersucht.
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mibeg-Institut Medizin
Managementqualifikationen für leitende Radiologen
Weiterbildung „Management in der Radiologie”
Radiologische Gesundheitsdienstleistungen sind zentral von den Umwandlungen der Krankenhausstrukturen in Deutschland betroffen. Um eine optimale Patientenversorgung zu gewährleisten und gleichzeitig ihrer ökonomischen Verantwortlichkeit gerecht zu werden, benötigen Radiologen Managementqualifikationen und betriebswirtschaftliches Know-how.
Das mibeg-Institut Medizin startet am 13. November 2009 zum fünften Mal eine Weiterbildung „Management in der Radiologie“. Das Seminar findet in Kooperation mit der Ärztekammer Nordrhein, der deutschen Röntgengesellschaft und dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier statt. Ziel der Weiterbildung ist, die ökonomischen Perspektiven medizinischer Prozesse in der Radiologie so transparent zu machen, dass leitende Ärztinnen und Ärzte unterstützt werden in ihrer Entscheidungsverantwortung für eine optimale Patientenversorgung. Das Seminar unter der wissenschaftlichen Gesamtleitung von Prof. Dr. med. Hans-Peter Busch, Ärztlicher Leiter des Zentrums für Radiologie, Sonographie und Nuklearmedizin am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier, gliedert sich in vier Seminareinheiten im Zeitraum eines halben Jahres.
Weitere Informationen finde Sie unter www.mibeg.de.
Arzneimittel
Wirkstoffe fast ausschließlich aus Asien
Vier von fünf Arzneimittel-Wirkstoffen werden nach Angaben der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) inzwischen in China und Indien hergestellt. Dabei handle es sich zumeist um Antibiotika, deren Patentschutz abgelaufen sei, sagte die Expertin für Arzneimittelsicherheit der DPhG, Ulrike Holzgrabe. Lediglich kompliziert herzustellende und lukrative Wirkstoffe lasse die Pharma-Industrie weiterhin in Europa oder den USA produzieren. Das betreffe etwa bestimmte Krebsmedikamente. Noch in den 1990er Jahren war das Verhältnis umgekehrt: 80 Prozent aller Wirksubstanzen für Medikamente kamen aus Europa und Amerika. Pharmazeuten halten die Produktion in Asien mit Blick auf die Arzneimittelsicherheit für problematisch. Zwar müssten auch die Wirkstoffhersteller in China eine regelgerechte Produktion nachweisen, sagte Holzgrabe, die an der Universität Würzburg Professorin für pharmazeutische Chemie ist. “Das Problem ist: In China weiß man nicht, ob in diesen Betrieben dann auch produziert wird.” Die Fachgesellschaft schätzt, dass in China 3000 von 4500 Produktionsstätten für Wirkstoffe von den europäischen und amerikanischen Zulassungsbehörden oder der Pharmaindustrie gar nicht kontrolliert werden.
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MCC
„Deutschland nach der Wahl – Der Gesundheitsmarkt im Umbruch”
29. Oktober 2009 in Berlin
Wie wird das deutsche Gesundheitswesen nach der Bundestagswahl gestaltet? Wie lässt sich eine nachhaltige Finanzierung sicherstellen? Was passiert mit dem Gesundheitsfonds? Welche strukturellen Änderungen sind geplant? Stehen Strukturen wie die KV-en und das klassische PKV-GKV-System vor dem Aus? Wie wird die Krankenhauslandschaft aussehen? Was passiert mit der Gesundheitskarte? Welchen Regularien wird die Pharmaindustrie ausgesetzt werden?
Auf „Deutschland nach der Wahl – Der Gesundheitsmarkt im Umbruch“ stehen Ihnen kompetente Experten, Vertreter der Regierung und Opposition zur Beantwortung Ihrer Fragen zur Verfügung. Sichern Sie sich Ihren persönlichen Wettbewerbsvorsprung.
Melden Sie sich jetzt an! Weitere Informationen unter www.mcc-seminare.de
General Electric
GE will Deutschland-Geschäft ausbauen
Mitten in der Wirtschaftskrise will der US-Mischkonzern General Electric (GE) ausgerechnet im Heimatland des Erzrivalen Siemens seine Präsenz verstärken. “Deutschland sehen wir weiterhin als wichtigen Wachstumsmarkt”, sagte GE-Deutschlandchef Georg Knoth. Zwar seien auch hierzulande die Bestellungen zurückgegangen. “Es gab hier und da Kurzarbeit.” Doch die bestehenden Aufträge aus der Boomzeit dürften über die Flaute hinweghelfen, sagte Knoth. “In ein oder zwei Jahren haben wir tendenziell mehr Mitarbeiter in Deutschland.” Neben Windkraft-Anlagen und klassischer Kraftwerkstechnik macht General Electric nach eigenen Angaben vor allem mit Medizintechnik gute Geschäfte in Deutschland. “Die Kosten im Gesundheitswesen explodieren”, deshalb würden neue Technologien gebraucht. Knoth räumte ein, dass Siemens einen Heimvorteil in Deutschland habe. Von Protektionismus könne zwar keine Rede sein, “wenn Sie allerdings einen großen Wettbewerber vor Ort haben mit großer Mannschaft, hat der sicherlich manchmal Vorteile”. Umgekehrt versucht Siemens gerade, auf dem Heimatmarkt von GE in den USA vermehrt Fuß zu fassen und fährt dort eine große Werbekampagne. “Das macht uns keine Sorgen”, sagte Knoth.
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10. Berliner Gespräche zum Gesundheitswesen
Wohin steuert die Gesundheitsversorgung nach der Bundestagswahl?
Veranstaltung am 13. November 2009 in Berlin
Die Bundestagswahl ist entschieden: Die nächsten vier Jahre regiert Schwarz-Gelb. Was bedeutet dies für das Gesundheitswesen?
Die FDP will den von der Union mit beschlossenen Gesundheitsfonds wieder abschaffen. Die gesetzliche Krankenversicherung soll zu einem vom Lohn unabhängigen Prämiensystem umgewandelt werden. FDP wie Union lehnen eine Bürgerversicherung ab.
Wie werden sich Union und FDP einigen, wie sieht die Gesundheitspolitik danach tatsächlich aus? Dieser Frage gehen namhafte Referenten wie der Politikberater Prof. Dr. Dr. Werner Weidenfeld bei der Tagung 10. Berliner Gespräche zum Gesundheitswesen am 13. November 2009 nach.Melden Sie sich jetzt an: 100 EUR Frühbucherrabatt nur noch bis 13.10.2009! Anmeldung und Info unter www.bgg2009.de.
Namen & Nachrichten
Umfrage
Männer sind Vorsorgemuffel
Nur jeder vierte Mann geht zur jährlichen Krebs-Früherkennung. Dagegen lassen sich immerhin sechs von zehn Frauen regelmäßig durchchecken. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) ist den Ausreden der - männlichen wie weiblichen - Vorsorgemuffel auf den Grund gegangen. Das Ergebnis: Sechs von zehn Befragten gaben an, dass sie nur zum Arzt gehen, wenn sie wirklich krank sind. Jeder Fünfte sagt sogar: “Früherkennung betrifft mich nicht - ich bin doch gesund!” Ein weiterer Grund der Vorsorgemuffel: Ihnen sind die Untersuchungen einfach unangenehm. Das sagten vier von zehn Befragten. Jeder vierte Mann und jede sechste Frau gaben zudem an, dass ihnen die Zeit fehlt, sich um das Thema zu kümmern. “Gerade das 'starke Geschlecht' legt anscheinend mehr Wert auf ein Scheckheft-gepflegtes Auto, als auf den eigenen Gesundheits-Check”, sagt Peter Düker, Mediziner bei der TK. Dabei war Krebs im vergangenen Jahr für jeden vierten Todesfall in Deutschland verantwortlich. Und: “Zum Beispiel bei Prostatakrebs sind die Heilungschancen sehr gut, wenn der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt wird”, so Düker. Prostatakrebs ist mit fast 59.000 Neuerkrankungen im Jahr die häufigste Krebsart bei Männern.
Internationaler Währungsfonds
Deutschland und die Welt schneller auf Wachstumskurs
Deutschland und die Welt lassen die schwerste Rezession seit Jahrzehnten deutlich schneller hinter sich als erwartet. Nach einem tiefroten Jahr 2009 erwartet der Internationale Währungsfonds IWF für die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr wieder ein leichtes Plus von 0,3 Prozent. Die Weltwirtschaft werde unterdessen 2010 überraschend kräftig um 3,1 Prozent wachsen, prognostiziert der jüngste Weltwirtschaftsausblick des IWF, der am Donnerstag in Istanbul veröffentlicht wurde.
Medizinklimaindex Herbst 2009
Leichte Aufhellung der Aussichten
Die Ärzte in Deutschland bewerten ihre wirtschaftliche Lage und die Perspektive für die kommenden sechs Monate ungünstig. Das ergibt der Medizinklimaindex (MKI) Herbst 2009 mit einem Wert von -21,7. Im Vergleich zum MKI vom Frühjahr 2009 mit -36,7 zeigt sich jedoch eine Aufhellung des Klimas, gleichwohl noch weit im negativen Bereich. Ihre aktuelle wirtschaftliche Lage schätzen 50,7 Prozent der niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte und psychologischen Psychotherapeuten als zufriedenstellend ein, 27,9 Prozent als schlecht und 21,4 Prozent als gut. Ihre wirtschaftliche Perspektive in den kommenden sechs Monaten dagegen bewerten 43,4 Prozent als ungünstiger und lediglich 6,5 Prozent als günstiger. Deutliche Unterschiede bestehen zwischen den Fachgruppen: Der MKI nur für Ärzte liegt bei -25,3. Die Zahnärzte bewerten die Lage etwas positiver, jedoch ebenfalls im negativen Bereich bei -12,5. Positiv bleibt allein die Einschätzung der Psychologischen Psychotherapeuten: Ihr MKI liegt bei +2,3. Im Frühjahr lag dieser allerdings noch bei +13,2. Durchgeführt wurde die Untersuchung von der GGMA Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse ( www.ggma.de ) im Auftrag der Stiftung Gesundheit.
Asklepios-Harzkliniken
Nagorny muss seinen Hut nehmen
Robert Riefenstahl ist neuer Leiter der Asklepios-Harzkliniken. Riefenstahl (51) ist damit Chef von 1.300 Beschäftigten an den Klinikstandorten Goslar, Bad Harzburg und Clausthal-Zellerfeld. Das vermeldet die Goslarsche Zeitung. Vorigen Dienstag ereilte den langjährigen Geschäftsführer Heinz-Otto Nagorny laut Goslarer Zeitung die Nachricht, dass sein Arbeitgeber ohne ihn plant. Am Mittwoch schon stellte Nagorny den Klinik-Abteilungsleitern seinen Nachfolger vor – gleichsam Nagornys letzte Amtshandlung.
Auch unter den Beschäftigten hinterließ der Holterdiepolter-Abschied offenbar Spuren, so die Goslarsche Zeitung. Nagorny sagte dem Blatt, bei seinem Rundgang hätten viele Mitarbeiter "einen nervösen und bedröppelten Eindruck" hinterlassen. Die Belegschaft war erst vorige Woche über seinen Abgang informiert worden. Riefenstahl, wie Nagorny ein Diplom-Kaufmann, arbeitete zuletzt als Geschäftsführer eines Krankenhaus-Software- und Beratungsunternehmens in Berlin. Zuvor hatte er das katholische Pius-Hospital in Oldenburg geleitet.
Wuppertal
Gericht weist „Münchhausen” in Psychiatrie ein
Ein 49-jähriger Mann mit Münchhausen-Syndrom soll im Gesundheitswesen einen Millionenschaden angerichtet haben. Mit erfundenen Krankheitssymptomen ließ sich der Mann jahrelang in Kliniken bringen und aufwendig untersuchen, bis ihn die Staatsanwaltschaft wegen Betruges vor Gericht brachte. Das Wuppertaler Landgericht wies den Mann am Mittwoch in eine Psychiatrie ein. Wegen seiner psychischen Störung und einem hirnorganischen Schaden sei er schuldunfähig. Der gebürtige Düsseldorfer leide unter dem Münchhausen-Syndrom, einer psychischen Störung, bei der die Betroffenen Krankheiten erfinden, um Aufmerksamkeit zu erregen. Beim Prozessauftakt hatte der Mann bestritten, die Beschwerden nur vorgetäuscht zu haben: "Ich gehe bestimmt nicht gerne ins Krankenhaus, ich übertreibe nur manchmal ein bisschen." In den Notaufnahmen quer durch Nordrhein-Westfalen war der 49-Jährige bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Mehr als 53 Mal soll der Angeklagte zwischen Januar 2006 und Oktober 2008 mit angeblichen Beschwerden wie Magenblutungen oder epileptischen Anfällen aufgetaucht sein. Einen medizinischen Befund für die Symptome gab es jedoch nie.
Mediclin
Klinikkonzern wählt neuen Aufsichtsratsvorsitzenden
Jan Boetius ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikkonzerns Mediclin. Im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat hatte der Vorstand der Mediclin Aktiengesellschaft schon im August die gerichtliche Bestellung von Jan Boetius als neues Mitglied in den Aufsichtsrat beantragt. Die Bestellung erfolgte zum 31. August 2009. Boetius wurde einstimmig bei einer Enthaltung zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Boetius war Vorstandsmitglied der Ergo Versicherungsgruppe sowie Vorsitzender des Vorstands der DKV Deutsche Krankenversicherung bis zu seinem Ausscheiden beziehungsweise zu Beginn seines Ruhestandes Ende 2003. Er hat die private Versicherungswirtschaft in zahlreichen Verbandsgremien vertreten. Von Anfang Oktober 2001 bis Ende Dezember 2003 war Boetius Mitglied im Aufsichtsrat der Mediclin. Die Mediclin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neuro- und Psychowissenschaften sowie Orthopädie. Mit 33 Klinikbetrieben, sieben Pflegeeinrichtungen und fünf Medizinischen Versorgungszentren in elf Bundesländern verfügt Mediclin über eine Gesamtkapazität von rund 7.900 Betten.
Parteiaustritt
Hartmannbund-Chef Kuno Winn verlässt die CDU
Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Professor Kuno Winn, ist kurz vor der Bundestagswahl überraschend aus der CDU ausgetreten und zur FDP gewechselt. Das meldet die Ärztezeitung. Winn sei enttäuscht über die Perspektivlosigkeit der CDU in der Gesundheitspolitik, heißt es in der Zeitung. Winn war seit 1981 Mitglied im CDU-Kreisverband Hannover-Stadt. Von 1994 bis 2008 saß er im Niedersächsischen Landtages und war gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Winn hatte die Gesundheitspolitik der großen Koalition in Berlin immer wieder scharf kritisiert.
Weichenstellung für das Gesundheitswesen
8. Europäische Gesundheitskongress in München
Braucht Europa, wenn es mehr Patientenmobilität will, dann auch klare Regelungen zur Finanzierung? Solidaritätsausgleich auf Länderebene? Für alle Europäer zugängliche Exzellenzzentren? Das sind nur einige der Fragen, die der 8. Europäische Gesundheitskongress in München thematisiert. Auf dem Kongress veröffentlicht Boris Augurzky vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) außerdem interessante Ergebnisse zu bayerischen und baden-württembergischen Krankenhäusern. Auf Basis der Jahresabschlussdaten, die für den Krankenhaus Rating Report 2009 ausgewertet wurden, werden Krankenhäuser der zwei Bundesländer erstmals in einer vertiefenden Analyse separat untersucht: Sind baden-württembergische Krankenhäuser erfolgreicher als bayerische? Wer ist solventer? Wirkt sich ein hoher Anteil kleiner und kommunaler Häuser negativ auf das Rating aus?
Der Kongress findet am 22. und 23. Oktober statt. Boris Augurzky spricht am zweiten Kongresstag. Informationen zur Anmeldung und zum Programm des Kongresses finden Sie auf www.gesundheitskongress.de.
Klinik-News
Asklepios
Konzerngeschäftsführer Siebert geht Ende 2009
Der langjährige Konzerngeschäftsführer der Asklepios Kliniken, Martin Siebert, verlässt zum Jahresende 2009 auf eigenen Wunsch den Konzern. Er will neue Aufgabe im Gesundheitswesen übernehmen, teilte der Konzern mit. Siebert hat bei Asklepios die Funktion des Stellvertretenden Vorsitzenden der Konzerngeschäftsführung inne und ist seit 16 Jahren für das Unternehmen tätig. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.
Zusammenschluss
Fusion der Kliniken Bielefeld und Halle vertagt
Die Entscheidung über eine Fusion zwischen den Städtischen Kliniken Bielefeld und dem Haller Klinikum Ravensberg ist vertagt. “Ein wichtiger Punkt ist noch nicht abschließend geklärt”, sagte die Anne Rodenbrock-Wesselmann, die Bürgermeisterin von Halle, dem Haller Kreisblatt. Die in Sachen Fusion für den 6. Oktober angesetzte Sitzung des Haller Haupt- und Finanzausschusses wird deshalb abgesagt. Bei dem “wichtigen Punkt” könnte es sich nach Informationen des Haller Kreisblatts um ein Vetorecht handeln, das die Stadt Halle sich für alle Entscheidungen sichern möchte, die das Haller Krankenhaus betreffen. Damit solle offenbar verhindert werden, dass die Klinik vom künftigen Mehrheitsgesellschafter am Standort Halle geschwächt oder geschlossen wird. Das Vetorecht an sich soll laut Haller Kreisblatt zwischen den Verhandlungspartnern nicht strittig sein. Die Bielefelder Seite stelle sich aber vor, dass die Stadt Halle im Falle eines Falles alle wirtschaftlichen Folgen ihrer Vetoentscheidung tragen muss. Im Klartext könnte das bedeuten: Würden Entscheidungen, die aus wirtschaftlichen Gründen zum Nachteil des Haller Klinikums zu treffen wären, von der Stadt Halle geblockt, hätte sie die finanziellen Folgen zu tragen.
Streik beendet
Tarifeinigung an den DRK-Kliniken
In einer kurzfristig anberaumten Mitgliederversammlung beschlossen die Ärztinnen und Ärzte an den DRK-Kliniken ihren Streik auszusetzen. Am Ende ging es ganz schnell: Nur wenige Stunden nach der Tarifeinigung mit dem Universitätsklinikum Charité hat die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) auch mit den DRK-Kliniken Berlin einen Tarifabschluss erreicht. Den von MB-Verhandlungsführer Lutz Hammerschlag vorgestellte Tarifkompromiss hat die Mitgliederversammlung einstimmig angenommen. In den kommenden Tagen wird eine Urabstimmung unter den Mitgliedern des Marburger Bundes an den DRK-Kliniken Berlin durchgeführt, um den Streik auch formell zu beenden. Die mit der Geschäftsführung der DRK-Kliniken getroffene Vereinbarung orientiert sich an dem Charité-Abschluss. Auch die Ärzte an den DRK-Kliniken erhalten ab 1. Oktober 2009 im Durchschnitt elf Prozent mehr Gehalt und finden damit Anschluss an die Gehaltsentwicklung an den städtischen Krankenhäusern. Ab 1. Januar 2010 reduziert sich die wöchentliche Regelarbeitszeit der DRK-Klinikärzte von 42 Stunden auf 40 Stunden - mit entsprechender Anpassung an die Vergütungsstruktur im kommunalen Bereich. Wie bei der Charité ist auch an den DRK-Kliniken eine weitere Tariferhöhung ab 1. September 2010 um 3,9 Prozent vorgesehen.
Betrugsverdacht
LKA durchsucht DRK-Kliniken
Beamte des Landeskriminalamtes haben Räume des Medizinischen Versorgungszentrums in der DRK-Klinik durchsucht. Das meldeten am Dienstag mehrere Berliner Zeitungen. Anlass sollen nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen zwei Ärzte wegen Abrechnungsbetruges gewesen sein. Das Medizinische Versorgungszentrum ist eine eigenständige Einrichtung, die DRK-Klinik stellt Räume und Geräte zur Verfügung. Wie die Berliner Morgenpost berichtete, verwies Thomas Kersting, Geschäftsführer der DRK-Kliniken Berlin, ausdrücklich darauf, dass es sich bei den beschuldigten Ärzten nicht um Angestellte der Klinikgruppe handelt.
Sana
Neuer Vertrag für Versorgung am Flughafen München
Medicare und Sana schließen einen Managementvertrag für die medizinische Versorgung von Fluggästen in München ab. Wer medizinische Hilfe benötigt, erhält diese am Flughafen München 24 Stunden täglich. Um das Versorgungsangebot für die wachsende Zahl an Fluggästen, Besuchern und Mitarbeitern weiter zu verbessern, hat die Medicare GmbH, die mit der medizinischen Versorgung des Flughafens betraut ist, mit der Sana Kliniken AG einen Managementvertrag abgeschlossen. Er gilt für die Dauer von 5 Jahren. An der MediCare ist die Flughafen München GmbH mehrheitlich beteiligt. Deren Geschäftsführer Walter Vill fasst die Ziele des Vertrages folgendermaßen zusammen: “Wir wollen mit dem Vertragsabschluss die hervorragende Versorgungsqualität am Flughafen München wahren, die Airportclinic M, die Notfallversorgung und die Betriebsmedizin fortentwickeln sowie neue Geschäftsfelder erschließen und die Wirtschaftlichkeit weiter verbessern.” Den Flughafen München benutzen 34 Millionen Passagieren jährlich, 27.400 Mitarbeiter sind am Flughafen beschäftigt.
Charité
Krebserregende Fasern in Dämmplatten
In der Berliner Charité sind bei Bauarbeiten auf zwei Stationen krebserregende Fasern freigesetzt worden. Am Weddinger Campus Rudolf-Virchow-Klinikum seien nach Arbeiten an Kabelkästen krebserregende künstliche Mineralfasern (KMF) herumgeschwirrt, sagte am Freitag der Sprecher des Berliner Landesamtes für Gesundheitsschutz Robert Rath. Damit bestätigte er einen Bericht von “Morgenpost Online”. Die Fasern könnten in die Lunge eindringen und zu Krebs führen. Die künstlichen Mineralfasern befinden sich laut Rath in Dämmplatten, die vor etwa 30 Jahren verwendet wurden. Oft seien die “Baustoffe von heute die Gefahrenstoffe von morgen”, fügte er hinzu. Gefährlich würden die Fasern, wenn sie beispielsweise beim Bohren frei werden. Dies sei in der Charité offenbar beim Abnehmen der Zwischendecken passiert, um an die Kabelkästen zu gelangen.
Fehlermanagement
17 Berliner Kliniken machen Fehler transparent
Wie die Berliner Morgenpost berichtet, geht in Berlin jetzt ein Fehlermeldesystem an den Start. 17 Berliner Krankenhäuser, darunter neun Vivantes-Kliniken, beteiligen sich an dem Projekt. Dass sich noch nicht alle der rund 100 Berliner Kliniken bei dem Fehler-Vermeidungs-Programm angeschlossen haben, liegt laut den Organisatoren daran, dass das Vorhaben erst angelaufen sei. Außerdem herrsche unter den Kliniken eine große Konkurrenz. Nicht jeder habe Interesse daran, dass der Konkurrent möglicherweise von den eigenen Fehlern erfahren könnte. Das Risikomanagement in der Medizin, genannt CIRS (Critical Incident Reporting System) funktioniert wie folgt: Mitarbeiter berichten entweder handschriftlich oder per Online-Formular an einen zentralen Vertrauensmitarbeiter der Klinik über einen Beinahe-Schadensfall. Diese CIRS-Vertrauensperson anonymisiert den Bericht. Für betroffene Mitarbeiter entstünden daraus keine Nachteile oder Sanktionen.
Anschließend wird das anonymisierte Protokoll für alle Mitarbeiter einsehbar ins Intranet gestellt. Aus dem Vorfall sollen Konsequenzen gezogen werden, damit solche Fast-Fehler künftig vermieden werden. Damit auch andere Kliniken von den Fehlern anderer im Sinne der Patientensicherheit profitieren, werden einzelne Fälle vom Netzwerk CIRS-Berlin auf die Homepage gestellt. Klinikmitarbeiter und Patienten können auch direkt an die Homepage des Netzwerkes schreiben (www.cirs-berlin.de ) und Vorkommnisse in Kliniken oder Beinahe-Unfälle melden. Das System funktioniere nur, weil die Anonymität gewahrt sei und berichtende Mitarbeiter keine Nachteile fürchten müssten. Dazu hätten sich die Kliniken schriftlich verpflichtet.
Klinikum Bremen-Mitte
Transparency überwacht Klinik-Neubau
Die Antikorruptionsorganisation Transparency International wird den Bau des Klinikums Bremen-Mitte überwachen. Das teilte die Trägergesellschaft Gesundheit Nord am Donnerstag mit. Damit solle möglicher Korruption bei dem Vorhaben ein Riegel vorgeschoben werden. Dafür hat der Bremer Klinikverbund Gesundheit Nord mit Transparency einen sogenannten Integritätsvertrag geschlossen. “Es ist das erste Mal, dass die Organisation ein Bauvorhaben in Bremen kontrolliert, bundesweit hat es erst ein Mal eine solche Kooperation gegeben“, heißt es in einer Mitteilung des Klinikverbunds. Zuvor hatten die meist Ehrenamtlich arbeitenden Fachleute und einige auf Honorarbasis beschäftigte Experten einen ähnlichen Vertrag mit der Flughafen Berlin Schönefeld GmbH abgeschlossen. Mit dem Vertrag wird ein Regelwerk verabschiedet, dass alle an dem Projekt Beteiligten zur Vermeidung von Korruption verpflichtet sowie einer unabhängigen Kontrolle unterzieht. Der Vertrag muss künftig von jedem Anbieter und Auftragnehmer unterschrieben werden. Laut Weser-Kurier soll das geplante neue Gebäude, dass die vielen kleinen Häuser auf dem Gelände des Klinikums Mitte in einigen Jahren ersetzen soll, rund 230 Millionen Euro kosten.
Sana
Grünes Licht für Übernahme
Das Bundeskartellamt gibt grünes Licht: Übernahme der Regio-Kliniken durch die Sana Kliniken ist rechtmäßig. Jetzt ist es offiziell: Das Bundeskartellamt gibt dem Teilverkauf der Regio-Kliniken des Kreises Pinneberg an die Sana Kliniken AG grünes Licht. Der private Krankenhausträger mit Sitz in München hält nun 74,9 Prozent der Anteile an dem Klinikverbund. Zu den Neuerwerbungen gehören die Regio Kliniken Elmshorn, Pinneberg und Wedel, das Regio Alten- und Pflegeheim Haus Elbmarsch sowie das Hospiz Fontiva. Als akademische Lehrkrankenhäuser arbeiten die Kliniken eng mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zusammen. Jährlich werden rund 30.000 Patienten in den drei Krankenhäusern stationär und rund 35.000 Patienten ambulant behandelt.
Management
Stiftung Warentest
Chefarztbehandlung ist nicht das Wichtigste
In einer Umfrage der Stiftung Warentest teilen fast 6.000 Befragte mit, worauf sie bei ihrem Aufenthalt im Krankenhaus Wert legen. 5.876 Menschen haben sich an der Online-Umfrage zum Thema Krankenhaus auf Webseite www.test.de beteiligt. Sie haben ihre Erfahrungen mitgeteilt und angegeben, worauf sie im Krankenhaus Wert legen. “Die große Mehrheit der Umfrageteilnehmer hat eigene Krankenhaus-Erfahrung: Mehr als 70 Prozent gaben an, dass sie in den letzten zehn Jahren ein Mal oder mehrmals im Krankenhaus behandelt wurden. Sie wissen offenbar die Ruhe in einem Ein- oder Zweibettzimmer zu schätzen. Dass Dusche und Toilette sich im Zimmer befinden sollten, ist für 76 Prozent der Befragten 'sehr wichtig'. Das gehört mittlerweile aber in den meisten Kliniken zum Standard, der allen Patienten geboten wird. Einen Fernseher im Zimmer finden etwa zwei Drittel der Befragten 'sehr wichtig' oder 'wichtig', das Telefon am Bett ist für 70 Prozent ebenfalls 'sehr wichtig' oder 'wichtig'.” Dies berichtet Stiftung Warentest auf ihrer Webseite www.test.de.
Sind die Angehörigen berufstätig, würden streng reglementierte Besuchszeiten im Krankenhaus zum Problem werden. Für fast drei Viertel der Befragten sei es daher “sehr wichtig” oder “wichtig”, dass die Besuchszeiten nicht begrenzt sind. Etwa zwei Drittel legten Wert darauf, dass sie bei ihrem Kind oder einem anderen Angehörigen im Krankenhaus übernachten können (so genanntes Rooming in). Auf die Frage “Worauf legen Sie bei Ihrer medizinischen Betreuung Wert?” stuften lediglich rund 19 Prozent die Behandlung durch Chefärzte als “sehr wichtig” ein. 84 Prozent, hielten es laut Umfrage dagegen für “sehr wichtig”, dass die Abteilung im Krankenhaus viel Erfahrung mit dem bei ihnen geplanten Eingriff hat. Und für rund 68 Prozent ist es “sehr wichtig”, dass immer genügend Krankenschwestern und -pfleger da sind, auch in der Nacht.
Pflege
Verband der Pflegekassen
„Heime bekommen zu gute Noten”
Wenige Wochen vor der bundesweit geplanten Veröffentlichung erster Prüfergebnisse für Pflegeheime gibt es scharfe Kritik an dem Notensystem. Auch Pflegeeinrichtungen mit teils gravierenden Mängeln bekämen zu gute Noten, sagte der Geschäftsführer des Medizinischen Diensts der Krankenversicherung (MDK) im Saarland, Jochen Messer, im ARD-Magazin “Report Mainz”. “Das ist für mich (...) ein krasser Widerspruch zwischen dem, was unsere Fachkräfte vorfinden und dem, was die Noten widerspiegeln.” Messer forderte eine rasche Veränderung des Systems. Der Spitzenverband der Pflegekassen wies die Vorwürfe zurück. Messer erläuterte, die MDK-Prüfer könnten etwa bei verschiedenen Kriterien nur 0 oder 10 Punkte vergeben. Wenn dann ein Mittelwert gebildet werde, erhielten auch Heime mit Mängeln noch immer Noten, die den Eindruck erweckten, es sei alles in Ordnung, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. “Die tatsächliche Pflegequalität wird durch die Transparenzkriterien eindeutig verschleiert”, sagte der rheinland-pfälzische MDK-Verwaltungsrat Andreas Peifer. “Aus unserer Sicht stellt dies eine große Volksverdummung dar.” Der Spitzenverband der Pflegekassen entgegnete: “Mit den Pflegenoten bekommen wir mehr Transparenz über die Qualität von Pflegeheimen, als es in Deutschland jemals gab.” Erstmals müsse jedes Pflegeheim eine unabhängige Prüfung über sich ergehen lassen, sagte Sprecher Florian Lanz. Alle Ergebnisse würden vergleichbar veröffentlicht.
Deutscher Pflegerat
Westerfellhaus ist neuer DPR-Präsident
Die Ratsmitglieder des Deutschen Pflegerates haben ein neues Präsidium für drei Jahre gewählt. Neuer Präsident ist Andreas Westerfellhaus. Er tritt die Nachfolge der bisherigen Präsidentin Marie-Luise Müller an, die das Amt neun Jahre innehatte und sich nicht zur Wiederwahl aufstellen ließ. Westerfellhaus, Fachkrankenpfleger für Intensiv- und Anästhesiepflege und Betriebswirt, ist seit 1990 Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF). Seit 2000 ist Westerfellhaus darüber hinaus DPR-Ratsmitglied und bekleidete insgesamt sechs Jahre lang das Amt des Vizepräsidenten. Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe wurde als Vizepräsident wiedergewählt. Neue Vizepräsidentin ist Ricarda Klein, Direktorin für Patienten- und Pflegemanagement am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und ab Januar 2010 Geschäftsführerin des Verbandes der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken Deutschlands (VPU). Als Präsidiumsmitglieder wurden gewählt: Gisela Bahr-Gäbel, Einrichtungsleiterin der EJF-Lazarus gemeinnützige AG, Berlin, und Vorstandsmitglied des Verbandes Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen e.V. – BALK sowie Patricia Kerry, Referentin für Gesundheits- und Pflegepolitik beim Verband der Schwesternschaften vom DRK.
Medizin
Nobelpreis
Drei US-Forscher werden geehrt
Der Nobelpreis für Medizin geht zu gleichen Teilen an drei Forscher aus den USA. Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak haben herausgefunden, wie Zellen altern. Außerdem haben sie beschrieben, mit welchen Werkzeugen die Zelle diese Alterung steuert. Alle drei haben sich mit den Telomeren befasst, den Endbereichen der Chromosomen. Im Laufe der Zellalterung werden diese “Schutzkappen” des Erbgutes kürzer und kürzer. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist in diesem Jahr mit umgerechnet knapp einer Million Euro (10 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Im vergangenen Jahr ging der Medizin-Nobelpreis an den Heidelberger Krebsforscher Harald zur Hausen sowie an die französischen Aidsforscher Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier. Zur Hausen hatte Papillomviren entdeckt, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Dies hat inzwischen zu einem Impfstoff gegen diesen Tumor geführt. Die beiden französischen Forscher wurden für die Entdeckung des Aidserregers HIV geehrt.
Organspender-Vorstand
„Wir haben ein Image-Problem”
Im Vorfeld des Weltorganspendetags am Sonntag in Berlin fordert die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) eine bessere Aufklärung über Spenderausweise. “Es fehlt in Deutschland ein fest definierter Zeitpunkt, an dem jeder mit dem Thema konfrontiert wird”, sagte der Medizinische Vorstand des DSO, Günter Kirste. In den USA etwa werde jeder, der einen Führerschein mache, gefragt, ob er Organspender werden will. In England müsse der Ausweis im Schulunterricht thematisiert werden. “So etwas muss sich die Politik auch dringend für Deutschland überlegen”, sagte Kirste. Laut einer aktuellen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben lediglich 17 Prozent der Bevölkerung einen Organspendeausweis, obwohl mehr als 80 Prozent grundsätzlich zu einer Spende bereit wären.
Recht
Patentstreit
US-Gericht gibt Eli Lillys Recht
In einem Patentstreit um das Osteoporose-Mittel Evista gab ein US-amerikanisches Bezirks-Gericht dem Pharmakonzern Eli Lilly Recht. Generikahersteller Teva unterlag. Ein US-amerikanisches Bezirksgericht hat im Patentstreit zwischen dem amerikanischen Pharmakonzern Eli Lilly und dem weltgrößten Generikahersteller Teva Pharmaceuticals über ein Osteoporose-Mittel zugunsten des Originalherstellers entschieden. Dies teilte der Pharmakonzern am Donnerstag mit. In der Entscheidung ging es um die Methoden der Herstellung von Evista. Das Patent läuft noch bis März 2014. Teva Pharmaceutical hat einen Einspruch gegen die Entscheidung angekündigt. Eli Lilly verbuchte mit Evista in den ersten sechs Monaten einen Umsatz von rund 500 Millionen Dollar
Technologie
DRG
Fallpauschalen für 2010 verabschiedet
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) und der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) haben sich auf die maßgeblichen Bausteine des Fallpauschalensystems 2010 geeinigt. Kernelement der Fallpauschalenvereinbarung 2010 (FPV 2010) ist der Fallpauschalen-Katalog (DRG – Diagnosis Related Groups), der im kommenden Jahr insgesamt 1.200 verschiedene abrechenbare Fallpauschalen enthält. Damit verfügt der im Vergleich zum Vorjahr überarbeitete Katalog über acht zusätzliche Fallpauschalen. Änderungen erfolgten insbesondere im Hinblick auf die verbesserte Abbildung aufwändiger Fälle. Auch die Definition von Zusatzentgelten, das heißt für Leistungen, die neben den DRG-Fallpauschalen abgerechnet werden können, wurde erweitert. Für 2010 wurden insgesamt 143 Zusatzentgelte vereinbart – 16 mehr als im Jahr 2009. Für die Ermittlung der Fallpauschalen 2010 wurden die tatsächlichen Behandlungskosten aus 225 Krankenhäusern kalkuliert. Unter den beteiligten Kalkulationshäusern befanden sich auch zehn Universitätskliniken.
Übernahme
Magrathea wird Kis-Anbieter
Die Magrathea Informatik GmbH übernimmt mit sofortiger Wirkung das Klinikinformationssystem (Kis) Reha-SQLTM der Mentana GmbH. Mit diesem Schritt ergänzen die Hannoveraner ihr Portfolio und positionieren sich im Segment Rehabilitations-Kliniken nun neu als IT-Grundversorger. Geschäftsführer Gerd Dreske dazu: “Mit der Übernahme kommen wir Kundenwünschen nach. Als Marktführer im Bereich Ressourcen-Management-Systeme traut man uns das einfach zu.” Das Kis-Angebot richtet sich an Reha-Kliniken. Im Segment Akut-Kliniken agiert das Unternehmen weiterhin als Anbieter von Spezial-Lösungen. Die Software Reha-SQLTM bietet den üblichen Fünfklang aus Kis, Arztbriefschreibung, §301, EPA sowie Bettendisposition und wird gemeinsam mit dem Termin- und Ressourcen-Managementsystem Timebase die Basis für den neuen Leistungsumfang bilden.
Chirurgen gegen „Gezwitscher” aus dem OP
Der Berufsverband Niedergelassener Chirurgen (BNC) hält Twitter-Informationen an Angehörige direkt aus dem Operationssaal für bedenklich. “Wir sollten nicht jede Mode mitmachen, die aus den USA herüberschwappt”, teilte BNC-Präsident Dieter Haack in Hamburg mit. Über den Kurzmitteilungsdienst Twitter können Nutzer bis zu 140 Zeichen lange Nachrichten veröffentlichen. Wartende Angehörige könnten am Ablauf einer Operation ohnehin nichts ändern, aber verunsichert werden, wenn Komplikationen auftreten. Für den Mediziner sei die Operation wichtiger, als sich durch "Gezwitscher" ablenken zu lassen, teilte der BNC mit. Im OP dürfe ohnehin nur so wenig wie möglich geredet werden, um Infektionen zu vermeiden. Zuvor hatte bereits die Ärztegewerkschaft Marburger Bund das Twittern aus dem OP stark kritisiert.
Stellenmarkt
Stellenmarkt Oktober 2009
Bereich, Stelle Firma, Ort Download Technologie
Projektleiter (m/w) IT-Beratungmgm – Management-Beratung im Gesundheitswesen GmbH
Grünstadt» PDF-Dokument Wirtschaft
Leiter Zentrales Controlling (m/w)Dr. Heimeier & Partner, Management- und Personalberatung GmbH
Stuttgart» PDF-Dokument Management
Key Account Manager Pharma m/wdelphi HR-Consulting Stuttgart GmbH
Leonberg» PDF-Dokument Management
Alleingeschäftsführer/-inZollernalb Klinikum gGmbH
Balingen» PDF-Dokument Wirtschaft
Fachberater (m/w) im AußendienstStandard Systeme GmbH
Hamburg» PDF-Dokument Technologie
Dipl.-Ing. als Leiter/in für die Bereiche Technik, Medizintechnik und GebäudemanagementRems-Murr-Kliniken gGmbH
Backnang» PDF-Dokument Management
Betriebswirt(in) / Gesundheitsökonomen(-in)Medizinische Hochschule Hannover
Hannover» PDF-Dokument Medizin
Leiter/in Strategischer EinkaufKienbaum Executive Consultants Gmbh
Hannover» PDF-Dokument Medizin
(ltd.) Oberarzt Neurologie (m/w)IHRK CONSULTING
München» PDF-Dokument Management
Verwaltungsleiter (m/w)Frankenpark-Klinik GmbH & Co. KG
Bad Kissingen» PDF-Dokument Management
Verantwortliche/n für KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess)Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach gGmbH
Bergisch Gladbach» PDF-Dokument Facility-Management
Planungskoordinator(in) / Architekt(in)Baresel GmbH
Ulm» PDF-Dokument Preise
Die Aktionspreise finden Sie als PDF-Dokument unter: http://www.kma-online.de/fb/download/formulare/atf_wp_stellenmarkt.pdfKontakt Anzeigenverkauf
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Vorschau
Vorschau kma medien - November 2009
kma – Gesundheitswirtschaftsmagazin
Die November-Ausgabe von kma beschäftigt sich ausführlich mit dem 2. Gesundheitsmarkt. Welche Chancen bietet er den Kliniken konkret? Ein weiteres Schwerpunkt-Thema ist eine umfangreiche Vorschau auf die Medica, die größte Medizintechnik-Messe der Welt.
Anzeigenschluss: 28.10.2009
kma – Messemagazin zur MEDICA
Das „kma – Messemagazin zur MEDICA“, mit der Möglichkeit für Firmen, sich aus eigener Sicht zu präsentieren, gehört seit Jahren zu den beliebtesten Messeführern. Das kma-Messemagazin ist nicht nur ein begehrter Messeführer, sondern auch ein exzellentes Werbemedium, zumal dieses Supplement allen kma-Ausgaben im Vorfeld der MEDICA beigelegt wird. Die Erfahrung hat gezeigt, dass das kma-Messemagazin bei der Messe-Rundgangplanung eine wichtige Rolle spielt.
Anzeigenschluss: 28.10.2009
kma-Report „bauen&planen“
Der große Erfolg des 1. kma-Reports „bauen&planen“ im vergangenen Jahr bewies den hohen Bedarf an fachgerechter Informationen bei den Planungen eines Neubaus oder Renovierungsmaßnahmen. Auch die Fachindustrie war von dieser Ausgabe so angetan, dass sie die kma-Redaktion gebeten hat, auch zur diesjährigen MEDICA wieder diesen kma-Report herauszugeben. Auch dieses Supplement wird allen November-Ausgaben von kma beigelegt.
Anzeigenschluss: 20.10.2009
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Karlhäuser 6 • 94110 Wegscheid • Germany
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